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Terminsoftware für selbstständige Friseurinnen und Friseure in Österreich: der schlanke Werkzeugkasten für EPU

Geschrieben von Veröffentlicht am 18 Min. Lesezeit
Illustration einer selbstständigen Friseurin allein in ihrem Ein-Stuhl-Salon, die einer Kundin die Haare föhnt, das Smartphone liegt unbenutzt auf der Ablage, ein Tablet zeigt den gefüllten Terminkalender, durch das Fenster herbstliche Alpen

Wer in Österreich allein frisiert, führt ein Unternehmen ohne Rezeption, ohne Vertretung und ohne Pause zwischen zwei Kundinnen. Das Telefon klingelt, während die Farbe einwirkt, die Kundenkartei lebt im Kopf, und wenn Sie krank sind, steht der Betrieb. Terminsoftware kann einen Teil dieser Last tragen. Nur wird sie fast immer für Salons mit Team gebaut und verkauft: Dienstpläne, Provisionsabrechnung, Kassenmodul, Filialvergleich. Nichts davon bringt einem Ein-Personen-Unternehmen (EPU) einen einzigen Termin mehr.

Dieser Leitfaden ist für die Friseurin und den Friseur geschrieben, die in Österreich allein arbeiten: im eigenen kleinen Salon, als Stuhlmieterin in einem fremden Geschäft oder im eingerichteten Raum zu Hause. Er zeigt, wie viele Betriebe das betrifft, welche Entscheidungen Sie vor dem ersten Tool treffen sollten (Kleinunternehmerregelung, Registrierkasse, Stuhlmiete), wie ein Arbeitstag ohne klingelndes Telefon aussieht, was Sie wirklich brauchen und was österreichische und internationale Anbieter dafür verlangen. Alle Preise wurden am 30. Oktober 2026 auf den Anbieterseiten geprüft. Und weil dieser Blog zu ViteUneCoupe gehört, sagen wir offen, wo eine kostenlose Online-Terminbuchung ohne Provision für ein EPU passt und wo nicht.

Die deutsche Rechtslage und deutsche Anbieter behandelt der Schwesterartikel Terminsoftware für selbstständige Friseurinnen und Friseure in Deutschland. Hier geht es ausschließlich um Österreich: Umsatzsteuer mit 20 %, Registrierkassensicherheitsverordnung, Wirtschaftskammer.

Mehr als jeder zweite Friseurbetrieb in Österreich ist ein EPU

Das Friseurgewerbe in Österreich ist eine Branche der Einzelkämpferinnen, und zwar stärker als die meisten anderen Handwerke. Die Branchendaten der Wirtschaftskammer Österreich für den Fachverband Friseure (WKÖ, Abteilung für Statistik, Branchendaten Friseure, September 2026, geprüft am 30. Oktober 2026) nennen für Ende 2025 folgende Werte:

Kennzahl Wert Stand
Unternehmen (Schwerpunktzuordnung) 9.787 2025
Anteil Ein-Personen-Unternehmen (EPU) 57,8 % Ende 2025
Arbeitnehmer je Unternehmen (inkl. geringfügig Beschäftigte) 1,6 2025
Neugründungen 430 Fachgruppenmitgliedschaften 2025
Durchschnittlicher Umsatz je Erwerbstätigen 38.565 € 2024

Zur Einordnung: Die WKÖ definiert als EPU Einzelunternehmen und GmbHs ohne unselbstständig Beschäftigte, wobei die Auswertung auf WKO-Mitgliederdaten beruht und laut den methodischen Hinweisen des Dokuments eine Abschätzung ist. Der Trend ist dennoch eindeutig. In einer Aussendung vom 3. Juni 2026 schreibt die Bundesinnung, dass der EPU-Anteil in der Branche von 36,5 % im Jahr 2010 auf 57,8 % im Jahr 2025 gestiegen ist, während die Zahl der Betriebe seit 2010 um 47 % zu- und die Zahl der Beschäftigten um 25 % abnahm (WKÖ, Friseurinnen und Stylistinnen für Halbierung der Umsatzsteuer, aktualisiert am 3. Juni 2026).

Was heißt das für die Softwarewahl? Dass der typische österreichische Friseurbetrieb heute keine Rezeption, kein Team und keinen Dienstplan hat, die Anbieter aber weiterhin Pakete für den Salon mit sechs Stühlen schnüren. Wer allein arbeitet, muss aktiv nach dem Ein-Personen-Tarif fragen und darf die Hälfte der Funktionsliste getrost ignorieren.

Vor dem ersten Tool: vier Entscheidungen, die zusammenhängen

Die Terminsoftware ist das letzte Glied in einer Kette. Die drei Glieder davor entscheiden darüber, welche Kosten für Sie wirklich zählen und ob Sie überhaupt eine Kasse in der Software brauchen. Die Details stehen jeweils in einem eigenen Leitfaden; hier geht es um den Zusammenhang.

Entscheidung 1: Kleinunternehmerin oder Regelbesteuerung?

Seit dem 1. Jänner 2025 liegt die Kleinunternehmergrenze in Österreich bei 55.000 € Jahresumsatz, als Bruttogrenze, mit einer Toleranz von 10 % (USP, Kleinunternehmerregelung ab 2025, geprüft am 30. Oktober 2026). Bei durchschnittlich 38.565 € Umsatz je Erwerbstätigen liegt ein großer Teil der EPU darunter. Für die Softwarewahl hat das eine praktische Folge: Als Kleinunternehmerin ziehen Sie keine Vorsteuer ab, also kostet Sie ein Abo mit "19 € zzgl. USt." tatsächlich 22,80 €. Rechnen Sie jeden Nettopreis in diesem Artikel mit 20 % hoch, bevor Sie vergleichen. Wie die Regelung im Detail funktioniert und wann sie Ihnen schadet, erklärt der Beitrag zur Kleinunternehmerregelung für Friseure in Österreich.

Entscheidung 2: Brauche ich eine Registrierkasse, und wenn ja, wo?

Die Registrierkassenpflicht greift, sobald Ihr Betrieb mehr als 15.000 € Jahresumsatz und davon mehr als 7.500 € Barumsätze erzielt, wobei Bankomat- und Kreditkartenzahlung vor Ort als bar zählen (USP, Registrierkassen, geprüft am 30. Oktober 2026). Fast jedes hauptberufliche Friseur-EPU liegt darüber. Die Belegerteilungspflicht gilt ohnehin ab dem ersten Barumsatz. Die Kasse ist also für die meisten Pflicht; die Frage ist nur, ob sie in der Terminsoftware stecken muss. Muss sie nicht. Eine RKSV-konforme Kasse ab rund 9 € im Monat plus Signatureinheit und eine getrennte, kostenlose Terminbuchung sind für eine Person oft günstiger als ein Komplettpaket, in dem Sie das Terminmodul erst in der teuersten Stufe bekommen. Grenzen, Fristen und Anbieter stehen im Leitfaden zur Registrierkassenpflicht im Friseursalon in Österreich; die Jahreskosten beider Wege rechnet der Beitrag Registrierkasse und Online-Terminbuchung: ein System oder zwei? durch.

Entscheidung 3: Eigener Raum, Stuhlmiete oder zu Hause?

Als Stuhlmieterin brauchen Sie in Österreich eine eigene Gewerbeberechtigung, eine eigene Kassa und eigene Termine. Ein gemeinsames Terminbuch, in dem die Saloninhaberin Ihre Lücken füllt, gehört zu den Indizien, die in Richtung Dienstverhältnis zeigen. Für die Software heißt das: eigenes Konto, eigene Buchungsseite, eigene Preise, eigene Kundenkartei, unabhängig vom System des Salons. Der WKO-Mustervertrag und die USt-Fallen der Stuhlmiete stehen im Leitfaden zur Stuhlmiete im Friseursalon in Österreich. Wer einen Raum in der eigenen Wohnung einrichtet, braucht ebenfalls die Gewerbeberechtigung am Standort; die Gründungsschritte beschreibt Friseursalon eröffnen in Österreich. Die mobile Friseurin mit Hausbesuchen hat eigene Fragen (Standort der Gewerbeberechtigung, Fahrzeiten), die hier bewusst nur gestreift werden. Wer ganz ohne eigenen Raum arbeitet und zur Kundschaft fährt, findet die Regeln im Beitrag zur mobilen Friseurin in Österreich.

Entscheidung 4: Welche Terminsoftware, und was darf sie kosten?

Erst jetzt kommt das Tool. Die Faustregel für ein EPU: Die Software soll das Telefon ersetzen, nicht die Buchhaltung. Alles, was sie können muss, steht im Abschnitt zur Ausstattung weiter unten. Alles, was sie kosten darf, ergibt sich aus den drei Entscheidungen davor, denn ein Kleinunternehmer-EPU mit getrennter Kasse zahlt für die reine Terminbuchung im Idealfall nichts.

Der Arbeitstag ohne klingelndes Telefon

Der größte Unterschied zwischen EPU und Team-Salon ist nicht die Zahl der Stühle, sondern dass niemand ans Telefon geht, während Sie arbeiten. Jeder Anruf unterbricht entweder die Kundin auf dem Stuhl oder geht verloren, und manche Anruferin bucht dann beim nächsten Salon. Wie teuer das wird, hat der Beitrag über verpasste Anrufe im Friseursalon durchgerechnet. Die Lösung ist nicht, besser zu telefonieren, sondern weniger telefonieren zu müssen. So sieht der Tag aus, wenn die Buchungsseite den Hörer übernimmt.

Online-Buchung statt Telefon während der Arbeit

Ihre Kundinnen buchen rund um die Uhr über einen Link, den Sie am Spiegel als QR-Code, in der Instagram-Bio, auf der Visitenkarte, in Ihrem Google-Unternehmensprofil und in der Mailbox-Ansage hinterlegen. Die Ansage sagt klar: "Ich bin gerade bei einer Kundin. Termine buchen Sie am schnellsten unter dem Link in meinem Google-Profil." Stammkundinnen, die lieber anrufen, rufen weiter an, aber die Zahl der Unterbrechungen sinkt mit jedem Monat, in dem Sie den Link am Stuhl erklären. Entscheidend ist, dass die Buchungsseite nur Zeiten anbietet, die Sie wirklich frei haben, und dass jede Leistung eine ehrliche Dauer hat, inklusive Beratung, Einwirkzeit und Aufräumen. Allein gibt es niemanden, der eine Fehlplanung ausbügelt.

Puffer bewusst setzen

Ein Team-Salon lebt davon, dass Lücken von Kolleginnen gefüllt werden. Ein EPU lebt davon, dass Lücken geplant sind. Drei Puffer haben sich bewährt: eine Mittagspause, die als Sperrzeit im Kalender steht und nicht buchbar ist; ein Vorlauf für Online-Buchungen (zum Beispiel frühestens in zwei Stunden), damit niemand bucht, während Sie noch den Boden kehren; und bei Farbterminen eine Dauer, die das Nachbearbeiten einschließt. Welche Regeln sinnvoll sind, steht im Beitrag zu Buchungsregeln, Vorlaufzeit und Puffern.

Samstag und Sonntag: was für ein EPU anders ist

Hier hat das EPU einen echten Vorteil. Gewerberechtlich dürfen Friseurgeschäfte in Österreich zur Erbringung von Friseurdienstleistungen von Montag 0:00 Uhr bis Samstag 24:00 Uhr offen halten; die Grenze "Samstag bis 18 Uhr" stammt aus dem Kollektivvertrag und gilt für Arbeitnehmerinnen, nicht für die Unternehmerin selbst (WKO Bundesinnung, Öffnungszeiten von Friseursalons, geprüft am 30. Oktober 2026). Ein EPU kann also einen Samstagabendtermin anbieten, den der Salon mit Angestellten nebenan nicht vergeben darf. Beim Sonntag ist die Lage komplizierter: Die WKO verweist auf die Rechtsprechung des OGH, nach der das Geschäft offen sein darf, wenn die Unternehmerin allein arbeitet und die Voraussetzungen des § 12b Arbeitsruhegesetz erfüllt wären, formuliert das aber ausdrücklich als Auslegung. Planen Sie regelmäßige Sonntagstermine, klären Sie das vorher mit Ihrer Landesinnung. Die Details zu Samstag, Kollektivvertrag und Lehrling stehen im Beitrag zu den Friseur-Öffnungszeiten am Samstag in Österreich. In der Software hinterlegen Sie Ihre persönlichen Arbeitszeiten je Wochentag, und die Buchungsseite vergibt keine Termine außerhalb davon.

Kundenkartei ohne Team

Ohne Rezeptionistin ist die Kundenkartei das, woran Sie sich nach drei Monaten erinnern müssen: letzte Farbe, Unverträglichkeiten, wie die Kundin ihren Pony trägt. Eine digitale Kartei mit Name, E-Mail, Telefon und Terminhistorie entsteht bei Online-Buchung von selbst; Farbrezepturen und Notizen führen Sie je nach Tool im selben System oder daneben. Weil die Daten personenbezogen sind, gilt die DSGVO auch für eine Person: Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter, Datenschutzinformation auf der Buchungsseite, Exportmöglichkeit. Wie das für ein EPU praktisch aussieht, steht im Leitfaden zur DSGVO-konformen Kundenkartei im Friseursalon in Österreich.

E-Mail-Erinnerungen statt Anrufliste

Im Team-Salon ruft am Vortag jemand die Kundinnen an. Allein tun Sie das abends, oder gar nicht. Automatische Erinnerungen übernehmen das. Bei Online-Buchung liegt von jeder Kundin eine E-Mail-Adresse vor, also erreicht eine E-Mail-Erinnerung sie zuverlässig und kostet je nach Anbieter nichts extra; SMS kosten in Österreich typischerweise um die 0,10 € pro Nachricht und lohnen sich vor allem bei Kundschaft ohne E-Mail. Den Vergleich der Kanäle mit österreichischen Preisen finden Sie im Beitrag zu Terminerinnerungen im Friseursalon in Österreich. Ein verhinderter Terminausfall im Monat zahlt bei einem Durchschnittsbon von 50 € jedes der unten genannten Abos; was Sie bei Ausfällen rechtlich tun können, steht im Beitrag zu No-Shows und Stornogebühren in Österreich.

Krankheit und Urlaub: den Kalender sperren, nicht die Buchungsseite

Wenn Sie ausfallen, fällt der Betrieb aus. Softwareseitig ist das einfach: Sie sperren die betroffenen Tage, die Buchungsseite bietet sie nicht mehr an, und bestehende Termine sagen Sie mit einer Sammelnachricht ab oder verschieben sie. Urlaub tragen Sie Monate im Voraus als Sperrzeit ein, dann bucht niemand hinein; wie Sie den Betriebsurlaub kommunizieren, zeigt der Beitrag zum Betriebsurlaub im Friseursalon in Österreich. Was die SVS bei längerer Krankheit und Schwangerschaft an Unterstützung für Selbstständige vorsieht, steht im Beitrag zu Betriebshilfe und SVS für die selbstständige Friseurin; fragen Sie Ihre SVS-Landesstelle, bevor Sie es brauchen.

Was ein EPU wirklich braucht, und was an Teams verkauft wird

Die folgende Tabelle trennt, was für eine Person zählt, von dem, was in Paketen für Teams steckt und mitbezahlt wird.

Funktion Für ein EPU Warum
Online-Buchungsseite rund um die Uhr Pflicht Ersetzt das Telefon, das Sie am Stuhl nicht abheben können
Leistungskatalog mit Dauer und Preis Pflicht Nur mit ehrlichen Dauern bucht niemand eine Balayage in 45 Minuten
Eigene Arbeitszeiten und Sperrzeiten Pflicht Mittagspause, Urlaub, Fortbildung, Kindergartenzeiten
Kundenkartei mit Terminhistorie Pflicht Ihr Gedächtnis ohne Rezeption
Automatische Bestätigung und Erinnerung per E-Mail Sehr empfohlen Ersetzt die abendliche Anrufliste
Kalender am Handy, synchron mit dem privaten Kalender Sehr empfohlen Ihr Büro ist Ihre Hosentasche
Stornolink für die Kundin Empfohlen Wer mit einem Klick absagen kann, sagt ab statt fernzubleiben
Datenexport Empfohlen Damit Sie wechseln können, ohne die Kartei zu verlieren
Dienstplan, Zeiterfassung, Provisionsabrechnung Überflüssig Sie planen sich selbst
Filialverwaltung, Standortvergleich Überflüssig Selbsterklärend
Lager und Warenwirtschaft Überflüssig Zwei Regale überblicken Sie mit einem Blick
Kassenmodul in der Terminsoftware Optional Die RKSV-Pflicht hängt an der Kasse, nicht am Terminbuch; eine getrennte Kasse ist oft günstiger
Marktplatz mit Neukundenprovision Abwägen Bei begrenzter Kapazität sind 35 % auf eine Erstbuchung viel Geld, wenn Empfehlungen und Google-Profil den Kalender ohnehin füllen

Lassen Sie sich bei jedem Anbieter den Preis für genau eine buchbare Person nennen. Viele Tarife sind nach Mitarbeitenden gestaffelt, und der beworbene Einstiegspreis gilt manchmal nur im Jahresabo.

Anbieter für ein Friseur-EPU in Österreich: Preise geprüft am 30. Oktober 2026

Wir haben für diesen Artikel nur Anbieter aufgenommen, die ein Ein-Personen-Tarif auf einer öffentlichen Preisseite ausweisen oder die in Österreich für kleine Friseurbetriebe eine Rolle spielen. Alle Preise verstehen sich zuzüglich 20 % Umsatzsteuer, sofern nicht anders angegeben. "Nicht dokumentiert" heißt: auf der Preisseite nicht veröffentlicht, also vor Vertragsabschluss schriftlich erfragen. Die großen Komplettsysteme (helloCash, ETRON, Salonkee, Phorest, Shore) stehen im Vergleich der Terminsoftware für Friseursalons in Österreich; hier geht es um den Ein-Personen-Fall.

Anbieter Tarif für eine Person Online-Buchung durch Kundinnen Erinnerungen Kasse (RKSV) Bindung Besonderheit
ViteUneCoupe 0 €, dauerhaft, unbegrenzte Buchungen, 0 % Provision; Standard 29 €/Monat Ja, eigene Buchungsseite E-Mail (Bestätigung, Erinnerung, Dankesmail) im Standard-Tarif; keine SMS Nein Monatlich kündbar Reines Terminbuchungstool aus Frankreich, auf Deutsch, in Österreich ohne Einschränkung nutzbar
Calendall (Calendall GmbH, Wattens, Tirol) Basic 19 €/Monat oder 16 € im Jahresabo (Kalender, Kundenkartei, Erinnerungen); Booking 21 €/Monat oder 18 € im Jahresabo; je weitere Person +5 € Nur im Tarif Booking E-Mail; SMS 0,12 € je Nachricht, in Paketen Nicht dokumentiert Monatlich oder 12 Monate im Voraus Österreichischer Anbieter für Salons, 14 Tage Test ohne Zahlungsdaten
Pocketbill (Wien) Kasse Basic 9 €, Komplett 18 €, Erweitert 27 €/Monat netto; Terminkalender nur im Tarif Erweitert, inklusive 100 SMS-Erinnerungen pro Monat; Sicherheitszertifikat 150 € netto für 5 Jahre Nicht dokumentiert (Preisseite nennt einen Terminkalender, keine Buchungsseite für Kundinnen) SMS im Tarif Erweitert Ja, RKSV-konform Monatlich oder jährlich Denkt von der Kasse her, Termine sind das Zusatzmodul
eTermin Lite 19 €/Monat, 1 Terminkalender, weitere Kalender je 5 € Ja E-Mail; SMS-Paket 100 Stück für 9 €/Monat Nein Mindestlaufzeit 3 Monate, danach monatlich Branchenübergreifender Terminplaner, Kalender-Synchronisation kostet 9 € extra, 30 Tage Test
Treatwell Connect Starter 39 €/Monat Ja, plus Marktplatz E-Mail; SMS nicht dokumentiert Nur im Tarif Advanced (49 € + 7,50 € TSE-Gebühr; TSE ist ein deutscher Kassenbegriff, RKSV-Konformität vorher erfragen) Monats- oder Jahresvertrag 35 % Provision auf die Erstbuchung jeder Neukundin über den Marktplatz, 0 % auf Folgebuchungen und eigene Kanäle; Online-Vorauszahlung 2 %

Drei Lesehinweise. Erstens: Calendall ist der einzige Anbieter dieser Liste, der aus Österreich kommt und von der Terminbuchung her denkt; Pocketbill kommt aus Österreich, denkt aber von der Kasse her. Zweitens: Bei eTermin binden Sie sich für drei Monate und zahlen die Synchronisation mit dem Handykalender extra, was für ein EPU ohne Tresen ins Gewicht fällt. Drittens: Treatwell ist für ein EPU dann interessant, wenn Sie in Wien, Graz oder Linz gezielt Neukundschaft suchen und die 35 % als Werbekosten verbuchen; sind Ihre Wochen ohnehin voll, zahlen Sie Grundgebühr und Provision für Kapazität, die Sie nicht haben. Die Abwägung im Detail steht im Beitrag Direktbuchung oder Plattform für Friseursalons in Österreich; welche Alternativen es gibt, zeigt der Beitrag zu den Treatwell-Alternativen für Friseursalons in Österreich.

Rechenbeispiel für eine Kleinunternehmerin

Ein Beispiel, ausdrücklich als solches gekennzeichnet: Eine selbstständige Friseurin in Niederösterreich hat 90 Termine im Monat, liegt unter der Kleinunternehmergrenze (also ohne Vorsteuerabzug) und möchte Online-Buchung mit E-Mail-Erinnerung. Die Kasse führt sie getrennt.

Variante Netto pro Monat Brutto pro Monat (20 % USt) Brutto pro Jahr
ViteUneCoupe, kostenloser Tarif (ohne Erinnerungen) 0 € 0 € 0 €
ViteUneCoupe Standard (E-Mail-Erinnerungen, Kalendersync) 29 € 29 € × 1,2 29 € × 1,2 × 12
Calendall Booking, monatlich 21 € 25,20 € 302,40 €
Calendall Booking, Jahresabo 18 € 21,60 € 259,20 €
eTermin Lite mit Kalender-Synchronisation 19 € + 9 € = 28 € 33,60 € 403,20 €
Treatwell Starter (ohne Provisionen) 39 € 46,80 € 561,60 €

Die Spanne für denselben Zweck reicht von 0 € bis über 560 € im Jahr, bevor eine einzige SMS oder Provision anfällt. Umgekehrt gilt: Ein einziger verhinderter Terminausfall im Monat bringt bei 50 € Durchschnittsbon 600 € im Jahr, also mehr, als jeder dieser Tarife kostet. Erinnerungen sind der Posten, bei dem sich Bezahlen am ehesten rechnet; die Grundbuchung muss nichts kosten. Wie Sie bei Gratis-Angeboten "kostenlos" von "kostenlos mit Haken" unterscheiden, sortiert der Beitrag zu kostenloser Friseursoftware in Österreich.

Wo ViteUneCoupe für ein EPU passt, und wo nicht

ViteUneCoupe ist auf die Spalte "Pflicht" der Tabelle oben zugeschnitten. Der kostenlose Tarif enthält unbegrenzte Online-Buchungen mit dauerhaft 0 % Provision, eine eigene Buchungsseite, den Leistungskatalog mit Dauern und Preisen, den Kalender mit Ihren Arbeitszeiten und Sperrzeiten sowie die Kundenkartei mit Terminhistorie. Es braucht keine Kreditkarte und keine Mindestlaufzeit, und die Buchungsseite gibt es auf Deutsch; eine Beispielseite sehen Sie unter app.viteunecoupe.com/de/salon/style. Für eine Stuhlmieterin ist das zweite, komplett getrennte Konto neben dem des Salons im kostenlosen Tarif möglich, genau so, wie es der WKO-Mustervertrag mit eigenen Terminen verlangt.

Der Standard-Tarif für 29 € zzgl. USt. pro Monat, monatlich kündbar, ergänzt die beiden Punkte aus der Spalte "Sehr empfohlen": automatische Bestätigungs-, Erinnerungs- und Dankes-E-Mails sowie die Kalender-Synchronisation per ICS in den Google- oder Apple-Kalender Ihres Handys.

Was ViteUneCoupe für ein österreichisches EPU nicht ist, in aller Deutlichkeit:

  • keine Registrierkasse und keine RKSV-Signatur, keine Buchhaltung, keine Lagerverwaltung; die Kasse führen Sie getrennt;
  • keine SMS- und keine WhatsApp-Erinnerungen, in keinem Tarif; Erinnerungen laufen ausschließlich per E-Mail;
  • kein Notiz- oder Adressfeld in der Kundenkartei (Name, E-Mail, Telefon, Terminhistorie); Farbrezepturen führen Sie daneben;
  • keine Anzahlungen und keine automatischen Stornogebühren; ein Anti-No-Show-Schutz über die Hinterlegung der Bankkarte ist im Tarif Standard + Anti No-Show für 49 € zzgl. USt. pro Monat angekündigt und noch nicht buchbar;
  • kein Marktplatz, der Neukundschaft vermittelt, und kein Reserve-with-Google-Button; die Buchungsseite lebt davon, dass Sie den Link selbst verbreiten, am besten im Google-Unternehmensprofil.

Brauchen Sie SMS für Kundschaft ohne E-Mail oder Kasse und Termine in einem österreichischen System, sind Calendall oder Pocketbill ehrlicherweise die bessere Wahl. Suchen Sie ein Terminbuch, das Ihre Kundinnen selbst füllen, ohne Provision und ohne Fixkosten, ist der kostenlose Tarif für eine Person vollständig.

In einer Stunde startklar: die Reihenfolge für ein EPU

  1. Kleinunternehmer- und Kassenfrage mit der Steuerberatung klären, damit Sie wissen, ob Nettopreise für Sie brutto sind und wo Ihre Kasse läuft.
  2. Leistungen anlegen, jede mit ehrlicher Dauer inklusive Beratung, Einwirkzeit und Aufräumen.
  3. Arbeitszeiten je Wochentag eintragen, Mittagspause und bekannte Sperrzeiten (Urlaub, Fortbildung) blockieren; als EPU gern auch den Samstagabend, wenn er zu Ihrem Leben passt.
  4. Bestehende Kundinnen mit Name, E-Mail und Telefon übernehmen, Farbrezepturen und Notizen daneben weiterführen.
  5. Buchungsseite testen: selbst einen Termin buchen, verschieben und stornieren, wie es eine Kundin täte.
  6. Link verbreiten: Google-Unternehmensprofil, Instagram-Bio, QR-Code am Spiegel, Mailbox-Ansage mit Hinweis auf die Online-Buchung.
  7. Nach vier Wochen prüfen: Welche Leistungen waren zu kurz geplant, welche Zeiten blieben leer, wie oft hat das Telefon noch geklingelt. Dann nachjustieren.

Häufig gestellte Fragen

Reicht eine kostenlose Terminsoftware für eine selbstständige Friseurin in Österreich?

Für Online-Buchung, Leistungskatalog, Kalender und Kundenkartei ja. Grenzen erreichen Sie, wenn Sie eine RKSV-Kasse im selben System, SMS-Erinnerungen oder Neukundengewinnung über einen Marktplatz brauchen. Prüfen Sie außerdem, ob "kostenlos" dauerhaft gilt oder nur eine Testphase ist, und ob auf Buchungen Provisionen anfallen.

Brauche ich als EPU eine Registrierkasse in der Terminsoftware?

Nein. Die Registrierkassenpflicht hängt an der Kasse, nicht am Terminbuch, und greift bei mehr als 15.000 € Jahresumsatz und mehr als 7.500 € Barumsätzen, wobei Kartenzahlung vor Ort als bar zählt. Sie können eine RKSV-konforme Kasse mit einer getrennten, kostenlosen Terminbuchung kombinieren. Was steuerlich für Sie passt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung; dieser Artikel ist keine Steuerberatung.

Kann ich als Stuhlmieterin die Software des Salons mitbenutzen?

Technisch oft ja, rechtlich ist es heikel: Ein gemeinsamer Kalender, in dem der Salon Ihre Termine verwaltet, ist eines der Indizien, die gegen eine echte Selbstständigkeit sprechen. Sauberer ist ein eigenes Konto mit eigener Buchungsseite, eigenen Preisen und eigener Kundenkartei. Dies ist eine redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung.

Darf ich als Ein-Personen-Friseurin am Samstagabend oder am Sonntag arbeiten?

Samstag ja: Das Geschäft darf laut WKO bis 24 Uhr offen halten, die 18-Uhr-Grenze gilt für Angestellte nach dem Kollektivvertrag. Beim Sonntag verweist die WKO auf eine OGH-Auslegung, nach der die Unternehmerin allein arbeiten darf, wenn die Voraussetzungen des § 12b Arbeitsruhegesetz vorliegen; klären Sie regelmäßige Sonntagstermine vorher mit Ihrer Landesinnung.

Was kostet Terminsoftware für eine Person in Österreich?

Zwischen 0 € (ViteUneCoupe, kostenloser Tarif) und rund 39 € netto im Monat (Treatwell Starter, zuzüglich 35 % Provision auf Marktplatz-Erstbuchungen). Dazwischen liegen Calendall mit 19 bis 21 € für eine Person, eTermin Lite mit 19 € bei drei Monaten Mindestlaufzeit und Pocketbill mit 27 € für Kasse plus Terminkalender, alle Preise netto und geprüft am 30. Oktober 2026. Als Kleinunternehmerin rechnen Sie 20 % Umsatzsteuer drauf, weil Sie keine Vorsteuer abziehen.

Was ändert sich an der Software, wenn ich später eine Mitarbeiterin einstelle?

Wenig, sofern das Tool Mitarbeiterpläne enthält: Sie legen eine zweite buchbare Person mit eigenen Arbeitszeiten an, und die Kundin wählt bei der Buchung, bei wem sie möchte. Achten Sie beim Tarif darauf, was die zweite Person kostet; bei Calendall sind es 5 € im Monat, bei ViteUneCoupe bleibt die Mitarbeiterplanung im kostenlosen Tarif enthalten. Was arbeitsrechtlich auf Sie zukommt, steht im Beitrag zum Einstellen von Mitarbeitern im Friseursalon in Österreich.

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