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Buchungsregeln für die Online-Terminbuchung im Friseursalon: Vorlaufzeit, Puffer und Stornofrist richtig einstellen

Geschrieben von Veröffentlicht am 18 Min. Lesezeit
Illustration einer Friseurin am Empfangstresen ihres Salons, die auf einem Tablet die Wochenansicht des Online-Terminkalenders mit Terminblöcken, freien Lücken und gesperrten Zeitfenstern einstellt

Dienstagmorgen, 8:55 Uhr: Im Kalender steht ein frisch gebuchter Herrenschnitt um 9 Uhr, den niemand gesehen hat, weil er um 8:48 Uhr online hereinkam. Daneben eine Balayage am 14. März im nächsten Jahr, für eine Mitarbeiterin, deren Dienstplan für diesen Monat noch gar nicht steht. Und um 11:15 Uhr klafft zwischen zwei Terminen eine Lücke von 20 Minuten, in die keine Leistung passt. Keiner dieser drei Fälle ist ein Fehler der Online-Buchung. Es sind fehlende Regeln.

Online-Terminbuchung ist für Friseursalons in Deutschland ein Gewinn, aber nur, wenn das System weiß, was es anbieten darf: wie kurzfristig, wie weit im Voraus, bei wem, mit welchem Abstand und mit welcher Frist für Absagen. Dieser Leitfaden geht die sechs wichtigsten Buchungsregeln durch, nennt bewährte Werte für den Salonalltag und sagt bei jeder Regel ehrlich, was eine kostenlose Online-Terminbuchung ohne Provision wie ViteUneCoupe heute kann, was Sie über den Leistungskatalog lösen und wofür Sie ein anderes Werkzeug bräuchten.

Vorab eine Abgrenzung: Wie Sie Leistungen mit realistischen Dauern anlegen, behandelt der Artikel über Farbtermine und Termindauern; was Sie bei verpassten Terminen rechtlich verlangen dürfen, der Beitrag zu Stornobedingungen und Anzahlungen. Hier geht es um die Einstellungen dazwischen: die Regeln, nach denen Ihr Kalender freie Zeiten überhaupt zeigt.

Warum Buchungsregeln über den Erfolg der Online-Buchung entscheiden

Ein Online-Kalender ohne Regeln zeigt jede freie Minute als buchbar an. Das klingt nach maximaler Auslastung, führt in der Praxis aber zu drei Problemen: Termine, die so kurzfristig kommen, dass niemand sie mehr vorbereitet; Lücken, die zu klein für eine weitere Leistung sind und den Tag zerstückeln; und Buchungen bei Mitarbeiterinnen, die an dem Tag gar nicht da sind. Jede dieser Situationen kostet Umsatz oder Nerven, und jede nährt den Verdacht, Online-Buchung bedeute Kontrollverlust.

Das Gegenteil ist richtig: Mit Regeln wird der Online-Kalender strenger als jedes Telefon. Am Telefon sagt eine gestresste Mitarbeiterin auch mal "ja, 9 Uhr geht noch" und bereut es zehn Minuten später. Das System hält sich an die Regeln, die Sie einmal festgelegt haben, an jedem Tag, bei jeder Buchung. Der Preis dafür: Sie müssen die Regeln bewusst setzen, statt sie dem Zufall oder den Voreinstellungen des Anbieters zu überlassen.

Die sechs Buchungsregeln im Überblick

Regel Beantwortet die Frage In der Praxis häufige Werte Typische Folge bei falscher Einstellung
Vorlaufzeit Wie kurzfristig darf online gebucht werden? 0 bis 2 Stunden bei Schnitten, 24 Stunden bei großen Farbterminen Termine, die niemand vorbereitet, oder leere Stühle am Nachmittag
Buchungshorizont Wie weit im Voraus darf gebucht werden? 6 bis 12 Wochen Buchungen in Wochen, deren Dienstplan noch nicht steht
Stornofrist Bis wann dürfen Kundinnen online absagen oder verschieben? 24 oder 48 Stunden Kurzfristige Absagen, die nicht mehr nachbesetzt werden
Pufferzeit Wie viel Luft bleibt zwischen zwei Terminen? 5 bis 15 Minuten, je nach Leistung Verspätungsketten oder unbrauchbare Mini-Lücken
Verfügbarkeit pro Mitarbeiterin Wer ist wann buchbar? Individuelle Arbeitszeiten, Abwesenheiten, Pausen Termine bei Kolleginnen, die nicht im Haus sind
Wer darf buchen Dürfen Neukundinnen alles online buchen? Alles frei, oder einzelne Leistungen nur auf Anfrage Unkalkulierbare Farbtermine von Unbekannten

Die Werte in der dritten Spalte sind Erfahrungswerte aus der Terminplanungspraxis, keine Statistik. Welche für Ihren Salon passen, hängt von Teamgröße, Leistungsmix und Kundschaft ab. Die folgenden Abschnitte helfen bei der Entscheidung.

Vorlaufzeit: wie kurzfristig dürfen Kundinnen online buchen?

Die Vorlaufzeit (bei manchen Anbietern "Mindestvorlauf" oder "kurzfristige Buchbarkeit") legt fest, wie viel Zeit mindestens zwischen der Buchung und dem Terminbeginn liegen muss. Null bedeutet: Wer um 8:48 Uhr bucht, kann um 9 Uhr auf dem Stuhl sitzen. Shore beschreibt die Einstellung in seiner Hilfe als Buchungslimit mit dem Beispiel "bis einen Tag vorher" und weist darauf hin, dass ein zu hoher Wert kurzfristige Buchungen unmöglich macht (Shore-Hilfe zu Buchungslimits, geprüft am 29. Oktober 2026).

Das Dilemma: Last-Minute-Umsatz gegen Planbarkeit

Beide Extreme haben Kosten. Eine lange Vorlaufzeit von 24 Stunden schützt die Vorbereitung, verschenkt aber genau die Kundschaft, die ruhige Nachmittage füllt: den Mann, der mittags merkt, dass er heute noch einen Schnitt braucht, die Kundin, deren Meeting ausfällt. Eine Vorlaufzeit von null dagegen bringt Termine, die das Team erst entdeckt, wenn die Kundin schon in der Tür steht.

Eine praxistaugliche Mittellösung staffelt nach Leistung:

  • Kurze Leistungen (Herrenschnitt, Ponyschnitt, Föhnen): Vorlaufzeit null bis zwei Stunden. Hier gibt es nichts vorzubereiten, und jeder kurzfristige Termin ist Umsatz, der sonst nicht entstanden wäre.
  • Mittlere Leistungen (Damenschnitt mit Waschen und Föhnen): zwei bis vier Stunden, damit der Tagesplan einmal gesichtet werden kann.
  • Große Farbtermine (Balayage, Komplettfärbung, Dauerwelle): mindestens 24 Stunden, oft 48. Hier muss Material da sein, die Einwirkzeit eingeplant und im Zweifel die Beratung vorgeschaltet werden.

Wenn Ihr System nur eine salonweite Vorlaufzeit kennt, orientieren Sie sich an Ihrer häufigsten Leistung und nehmen die großen Farbtermine über den Leistungskatalog aus der kurzfristigen Buchung heraus (dazu unten mehr).

So verhält sich ViteUneCoupe

ViteUneCoupe hat keine einstellbare Vorlaufzeit. Der Online-Kalender bietet alle freien Zeitfenster an, die noch in der Zukunft liegen, auch am selben Tag: Eine Kundin kann um 8:48 Uhr den Termin um 9 Uhr buchen, sofern das Fenster frei ist. Für die meisten kleinen Salons ist das ein Vorteil, weil kurzfristige Termine praktisch immer kurze Leistungen sind und jeder gefüllte Slot zählt. Wer große Farbtermine nicht kurzfristig online vergeben will, löst das nicht über eine Vorlaufzeit, sondern über den Katalog: die Leistung als "Verfügbar" ausschalten und nur den Beratungstermin online buchbar lassen. Wichtig für die Tagesorganisation: Werfen Sie morgens und nach der Mittagspause einen Blick in den Kalender, damit ein Termin, der um 8:48 Uhr hereinkam, nicht unbemerkt bleibt.

Buchungshorizont: wie weit im Voraus darf gebucht werden?

Der Buchungshorizont (auch "maximale Vorausbuchung" oder "Buchungszeitraum") begrenzt, wie weit in der Zukunft freie Zeiten angezeigt werden. Zu kurz, und Ihre Stammkundin, die ihren Farbtermin immer acht Wochen im Voraus legt, findet nichts; zu lang, und das System vergibt Termine in Monaten, für die weder Urlaub noch Dienstplan feststehen.

Für Friseursalons hat sich ein Horizont von sechs bis zwölf Wochen bewährt. Er deckt den typischen Besuchsrhythmus von vier bis acht Wochen ab, lässt der Stammkundin das Buchen des Folgetermins direkt am Stuhl zu und bleibt innerhalb des Zeitraums, für den Sie Arbeitszeiten und Abwesenheiten realistisch kennen. Wer den Dienstplan quartalsweise erstellt, sollte den Horizont daran koppeln; wie Sie Schichten so planen, dass der Online-Kalender sie abbilden kann, beschreibt der Artikel zum Dienstplan im Friseursalon.

Zwei Dinge sind wichtiger als die exakte Zahl: Erstens müssen Urlaube, Fortbildungstage und Betriebsferien eingetragen sein, bevor der Horizont sie erreicht, sonst bucht jemand in Ihre Sommerpause. Zweitens sollten Sie Ihre Stammkundinnen kennen, die sehr weit vorausplanen; für sie ist der Folgetermin am Stuhl der bessere Weg als ein unbegrenzter Horizont.

So verhält sich ViteUneCoupe

ViteUneCoupe begrenzt den Buchungshorizont nicht. Kundinnen blättern auf der Buchungsseite wochenweise nach vorn und sehen jeden Tag, an dem Salon und Mitarbeiterin geöffnet beziehungsweise verfügbar sind. Der Horizont ergibt sich also aus Ihren Einträgen: Was Sie als Abwesenheit oder vorübergehende Schließung eingetragen haben, ist nicht buchbar, alles andere schon. Tragen Sie deshalb Betriebsferien und bekannte Urlaube so früh wie möglich ein; die Buchungsseite spiegelt die Änderung sofort.

Stornofrist: bis wann dürfen Kundinnen online absagen oder verschieben?

Die Stornofrist (bei Anbietern auch "Stornierungslimit" oder "Umplanungslimit") bestimmt, bis zu welchem Zeitpunkt vor dem Termin Kundinnen ihren Termin selbst online absagen oder verschieben können. Shore erklärt die Funktion so: Bis zur Frist kann die Kundin selbst stornieren oder umbuchen, danach geht das nur noch über den Salon (Shore-Hilfe zum Stornierungslimit, geprüft am 29. Oktober 2026).

Welche Frist sinnvoll ist

Die Stornofrist hat zwei Seiten, und beide sind wichtig: Sie ist die Grenze, bis zu der die Absage für Sie unproblematisch ist, weil Sie den Platz noch nachbesetzen können. Und sie ist die Grenze, hinter der eine Absage nur noch im persönlichen Gespräch möglich ist, was die Hemmschwelle für leichtfertiges Absagen erhöht.

Üblich sind 24 oder 48 Stunden. Die kürzere Frist passt zu Schnitten, die sich auch am Vortag noch vergeben lassen; die längere zu großen Farbterminen, für die ein frei werdender Dreistundenblock schwerer nachzubesetzen ist. Wer nur eine salonweite Frist einstellen kann, nimmt 24 Stunden und setzt bei langen Leistungen auf eine frühere Erinnerung einige Tage vorher. Eine Übersicht über Timing und Formulierung solcher Nachrichten finden Sie im Artikel über Terminerinnerungen im Friseursalon.

Machen Sie die Frist sichtbar: in der Buchungsbestätigung, auf der Buchungsseite, in der Erinnerung. Eine Frist, von der die Kundin erst erfährt, wenn sie absagen will, erzeugt Ärger statt Verbindlichkeit.

Der rechtliche Rahmen in Kürze

Dieser Abschnitt ist eine redaktionelle Einordnung für Salons in Deutschland und keine Rechtsberatung.

Die Stornofrist in Ihrer Software und Ihre rechtlichen Stornobedingungen sind zwei verschiedene Dinge. Die Frist im System regelt nur, bis wann die Kundin den Termin selbst online ändern kann. Ob Sie bei einer späteren Absage oder einem Nichterscheinen Geld verlangen dürfen, ergibt sich aus dem Vertrag und dem BGB, und solche Bedingungen müssen vor oder bei der Buchung wirksam vereinbart sein. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hält Ausfallgebühren grundsätzlich für zulässig, betont aber die uneinheitliche Rechtsprechung und die Voraussetzung, dass die Bedingungen bei der Buchung klar mitgeteilt wurden (Verbraucherzentrale Niedersachsen zur Ausfallgebühr, Stand 22. Juli 2026, geprüft am 29. Oktober 2026). Die Details, von § 648 BGB bis zu den Fallen der AGB-Kontrolle, stehen im bereits verlinkten Artikel zu Stornobedingungen.

Ein Punkt wird in Salons oft übersehen: Eine Online-Buchung ist ein Fernabsatzvertrag, und Verbraucher haben bei solchen Verträgen nach § 312g Abs. 1 BGB grundsätzlich ein Widerrufsrecht. § 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB nimmt davon unter anderem Dienstleistungen "im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen" aus, "wenn der Vertrag für die Erbringung einen spezifischen Termin oder Zeitraum vorsieht" (§ 312g BGB auf gesetze-im-internet.de, geprüft am 29. Oktober 2026). Ob ein Friseurtermin unter diese Ausnahme fällt, wird in der Branche unterschiedlich beurteilt. Klären Sie Ihre Widerrufsbelehrung und Ihre Stornobedingungen deshalb einmal anwaltlich, bevor Sie Ausfallgebühren in die Buchungsseite schreiben.

So verhält sich ViteUneCoupe

Bei ViteUneCoupe gibt es derzeit keine einstellbare Stornofrist und keinen Selbstbedienungslink, über den Kundinnen ihren Termin online stornieren oder verschieben. Absagen und Verschiebungen laufen über Sie: Die Kundin meldet sich per Telefon oder E-Mail, Sie stornieren oder verschieben den Termin im Salonkalender, und das Zeitfenster erscheint sofort wieder auf der Buchungsseite. Das ist ehrlich gesagt mehr Handarbeit als bei Systemen mit Selbststorno, hat aber einen Nebeneffekt, den manche Salons schätzen: Jede Absage ist ein kurzer persönlicher Kontakt. Automatische Stornogebühren oder Anzahlungen zieht ViteUneCoupe nicht ein, in keinem Tarif. Der angekündigte Tarif Standard + Anti No-Show für 49 € zzgl. MwSt. pro Monat soll Termine über die Hinterlegung der Bankkarte verbindlicher machen; er ist als "bald verfügbar" markiert und noch nicht buchbar.

Pufferzeiten: Luft zwischen zwei Terminen

Zwischen zwei Terminen passiert immer etwas Unbezahltes: verabschieden, kassieren, Platz reinigen, kurz durchatmen. Wer dafür null Minuten einplant, startet jeden Termin mit Rückstand, und eine einzige verspätete Kundin kippt den Tag. Als Orientierung aus der Terminplanungspraxis nennt der Softwareanbieter Cituro etwa 5 bis 10 Minuten Puffer nach kurzen Terminen, 10 bis 15 Minuten nach mittleren und 15 bis 30 Minuten nach langen (cituro.com zu Pufferzeiten, geprüft am 29. Oktober 2026). Für den Salon heißt das pragmatisch: nach Schnitten 5 bis 10 Minuten, nach großen Farbterminen eher 15.

Drei Wege, Puffer im Kalender abzubilden

  1. Puffer in die Leistungsdauer einrechnen. Aus 50 gemessenen Minuten Damenschnitt werden im Katalog 60. Der Puffer gilt dann automatisch für jede Online-Buchung, ohne Zusatzfunktion. Nachteil: Die Kundin sieht die längere Dauer.
  2. Unsichtbare Nachbereitungszeit pro Leistung. Manche Programme blocken nach dem Termin automatisch einige Minuten, die die Kundin nicht sieht. Komfortabel, aber nicht überall vorhanden.
  3. Feste Auffangblöcke. Ein bewusst geblockter Viertelstunden-Block am frühen Nachmittag schluckt die Verspätungen des Vormittags und ist sonst frei für Laufkundschaft. Wie Sie solche Blöcke und das Gespräch an der Rezeption kombinieren, zeigt der Artikel über verspätete Kundinnen im Friseursalon.

Das Lückenproblem: 20 Minuten, in die nichts passt

Puffer sind gewollte Lücken. Ungewollt sind die kleinen Löcher, die entstehen, wenn Kundinnen frei wählbare Startzeiten buchen: ein Termin endet um 10:50 Uhr, der nächste beginnt um 11:15 Uhr, und die 25 Minuten dazwischen sind für keine Leistung nutzbar. Manche Anbieter haben dafür eine Lückenoptimierung, die nur Startzeiten anbietet, bei denen entweder gar keine Lücke oder eine ausreichend große entsteht; studiolution empfiehlt dafür eine Mindestlücke von der Länge der kürzesten regelmäßig gebuchten Leistung, zum Beispiel 30 Minuten (studiolution-Hilfe zum Lückenverhinderer, geprüft am 29. Oktober 2026).

Ohne eine solche Funktion helfen zwei einfache Maßnahmen: Dauern in Vielfachen von 15 Minuten anlegen (30, 45, 60, 90), damit Termine aufeinander passen, und am Vorabend die Lücken des nächsten Tages sichten, um sie telefonisch oder mit dem Folgetermin einer Stammkundin zu füllen.

So verhält sich ViteUneCoupe

ViteUneCoupe bietet Zeitfenster im Raster von 15 Minuten an und blockiert pro Termin genau die im Leistungskatalog hinterlegte Dauer. Eine unsichtbare Nachbereitungszeit oder eine Lückenoptimierung gibt es nicht; Puffer rechnen Sie in die Dauer ein (Weg 1) oder blocken sie als Abwesenheit (Weg 3). Eine Hilfe gegen Zerstückelung gibt es trotzdem: Wählt die Kundin "egal wer", ordnet das System den Termin der Mitarbeiterin zu, bei der er am wenigsten Leerlauf erzeugt, also möglichst dicht an bestehende Termine. Wählt sie eine bestimmte Mitarbeiterin, gilt deren Kalender ohne Optimierung.

Verfügbarkeit pro Mitarbeiterin: wer ist wann buchbar?

Die wichtigste Regel ist die unauffälligste: Online buchbar darf nur sein, wer an dem Tag tatsächlich im Salon steht. Das klingt banal, scheitert aber in der Praxis an einem Denkfehler: Viele Salons tragen die Öffnungszeiten ein und wundern sich, dass Kundinnen die Kollegin buchen, die mittwochs frei hat.

Vier Ebenen gehören deshalb in jedes System:

  • Öffnungszeiten des Salons als äußerer Rahmen, inklusive Mittagsschließung, wenn es eine gibt.
  • Arbeitszeiten pro Mitarbeiterin und Wochentag, auch mit mehreren Zeitfenstern am Tag (Vormittag und Nachmittag getrennt, Pause dazwischen). Teilzeitkräfte, der freie Montag der einen, der frühe Feierabend der anderen.
  • Abwesenheiten: Urlaub, Krankheit, Fortbildung, ganz- oder halbtags, so früh wie möglich eingetragen.
  • Vorübergehende Schließungen des ganzen Salons: Betriebsferien, Feiertage, der Renovierungstag.

Dazu kommt die Frage, ob eine Mitarbeiterin überhaupt online wählbar sein soll. Die Auszubildende im ersten Lehrjahr, die neue Kollegin in der Probezeit oder die Stuhlmieterin mit eigenem Kalender sollen vielleicht nicht in der Auswahl erscheinen. Und die Option "egal wer" bleibt wichtig für Neukundinnen und Kurzentschlossene, die keine Bezugsperson haben.

So verhält sich ViteUneCoupe

Hier bildet ViteUneCoupe alle vier Ebenen ab, und zwar im kostenlosen Tarif: Öffnungszeiten des Salons pro Wochentag mit mehreren Zeitfenstern, Arbeitszeiten pro Mitarbeiterin und Wochentag ebenfalls mit mehreren Fenstern, Abwesenheiten pro Mitarbeiterin (ganz- oder halbtags, mit Grund für Ihre Unterlagen) und vorübergehende Schließungen des Salons. Angeboten wird nur die Schnittmenge: Ein Zeitfenster erscheint online, wenn der Salon geöffnet ist, die Mitarbeiterin arbeitet, keine Abwesenheit eingetragen ist und kein anderer Termin im Weg steht. Mitarbeiterinnen, die nicht buchbar sein sollen, schalten Sie mit dem Schalter "Mitarbeiter aktiv" aus der öffentlichen Seite heraus. Kundinnen wählen beim Buchen eine bestimmte Person oder "egal wer".

Wer darf online buchen: Neukundensperre, gesperrte Kundinnen, Leistungen auf Anfrage

Die letzte Regel ist die emotionalste. Fast jeder Salon kennt die Situation, die eine Friseurin in Kassel im August 2025 öffentlich machte: Nach wiederholten Terminausfällen kündigte sie an, Neukundinnen nur noch mit persönlicher Anmeldung und Anzahlung anzunehmen (Bericht auf leinetal24.de vom 31. August 2025, geprüft am 29. Oktober 2026). Dahinter stehen zwei berechtigte Sorgen: Unbekannte buchen große Leistungen, die ohne Beratung unkalkulierbar sind, und Neukundinnen nehmen den Stammkundinnen die begehrten Zeiten weg.

Drei Stufen, die Anbieter dafür kennen

  • Neukundensperre. studiolution bietet eine Einstellung, mit der nur Personen online buchen können, deren E-Mail-Adresse oder Handynummer bereits in der Kundenkartei steht; der Anbieter selbst markiert sie als "nicht empfohlen" und rät, die Sperre offen als Wertschätzung für die Stammkundschaft zu kommunizieren (studiolution zur Neukundensperre, geprüft am 29. Oktober 2026).
  • Einzelne Kundinnen sperren oder einschränken. Salonkee erlaubt im Kundenprofil, die Online-Buchung für eine Person zu sperren oder nur gegen Anzahlung zuzulassen, während das Team sie weiterhin manuell eintragen kann (Salonkee-Hilfe zu Buchungseinschränkungen, geprüft am 29. Oktober 2026). Fresha blockiert gesperrte Kundinnen für Online-Buchungen, ohne sie darüber zu informieren; sie sehen eine Fehlermeldung mit den Kontaktdaten des Salons (Fresha-Hilfe zum Blockieren von Kundinnen, geprüft am 29. Oktober 2026).
  • Leistungen nur auf Anfrage. Die mildeste und oft klügste Stufe: Nicht die Person wird gesperrt, sondern die unkalkulierbare Leistung. Farbkorrektur, Komplettaufhellung und Brautfrisur sind online nicht buchbar, dafür gibt es einen kurzen Beratungstermin als eigene Leistung. Wer den bucht, ist danach eine bekannte Kundin mit vereinbarter Dauer und vereinbartem Preis.

Eine ehrliche Einordnung: Die Neukundensperre schützt Ihre Stammkundschaft, kostet aber genau die Zielgruppe, für die Online-Buchung erfunden wurde, nämlich Menschen, die abends auf dem Handy einen Salon suchen und nur dort buchen, wo es sofort geht. Für die meisten Salons ist die dritte Stufe deshalb die bessere, und notorische Nichterscheiner behandelt man als Einzelfall, wie im Leitfaden zum Reduzieren von No-Shows beschrieben.

So verhält sich ViteUneCoupe

ViteUneCoupe hat keine Neukundensperre und keine Funktion, einzelne Kundinnen für die Online-Buchung zu sperren. Was es gibt, ist die dritte Stufe: Jede Leistung hat die Schalter "Aktiv" und "Verfügbar". Eine Leistung, die nicht verfügbar ist, bleibt im Katalog, erscheint aber nicht zur Online-Buchung, und Sie tragen solche Termine nach dem Beratungsgespräch selbst im Kalender ein. Bei der Online-Buchung fragt ViteUneCoupe Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Telefonnummer ab; mehr Daten brauchen Sie für einen Termin nicht, und mehr sollten Sie nach dem Grundsatz der Datenminimierung auch nicht verlangen.

Checkliste: Buchungsregeln in 30 Minuten einstellen

Am besten mit dem Kalender der letzten vier Wochen neben sich, denn dort stehen Ihre echten Lücken, Verspätungen und Last-Minute-Termine.

  1. Vorlaufzeit festlegen, gestaffelt nach Leistung, wenn das System es erlaubt; sonst die großen Farbtermine aus der Online-Buchung nehmen.
  2. Buchungshorizont auf sechs bis zwölf Wochen setzen und alle bekannten Abwesenheiten bis zum Horizont eintragen.
  3. Stornofrist wählen (24 oder 48 Stunden) und in Buchungsbestätigung, Erinnerung und auf der Buchungsseite nennen.
  4. Puffer in die Leistungsdauern einrechnen, Dauern auf Vielfache von 15 Minuten runden.
  5. Arbeitszeiten pro Mitarbeiterin prüfen: Pausen, freie Tage, wer online wählbar ist.
  6. Leistungen auf Anfrage markieren und einen Beratungstermin als eigene Leistung anlegen.
  7. Probebuchung vom Handy als unbekannte Kundin: für heute, für in drei Monaten, für die Kollegin mit freiem Mittwoch. Jede dieser drei Buchungen muss genau das zeigen, was Sie entschieden haben.
  8. Nach vier Wochen nachjustieren: Welche Lücken bleiben, welche Regel war zu streng?

Welche Kriterien bei der Wahl des Systems zählen, von Preis bis Kündigungsfrist, haben wir im Vergleich der Terminsoftware für Friseursalons zusammengestellt; wie Sie die Buchungsseite überhaupt einrichten und verlinken, im Leitfaden zur Online-Terminbuchung auf der Salon-Website.

Häufig gestellte Fragen

Welche Vorlaufzeit ist für die Online-Terminbuchung im Friseursalon sinnvoll?

Für kurze Leistungen wie Herrenschnitt oder Föhnen null bis zwei Stunden, weil jeder kurzfristige Termin zusätzlicher Umsatz ist. Für Damenschnitte zwei bis vier Stunden, für große Farbtermine mindestens 24 Stunden, damit Material und Einwirkzeit eingeplant werden können. Erlaubt Ihr System nur einen salonweiten Wert, orientieren Sie sich an der häufigsten Leistung und nehmen große Farbtermine über den Leistungskatalog aus der Online-Buchung.

Wie weit im Voraus sollten Kundinnen online buchen können?

Sechs bis zwölf Wochen decken den typischen Besuchsrhythmus ab und bleiben im Zeitraum, für den Dienstplan und Urlaube bekannt sind. Entscheidend ist weniger die Zahl als die Pflege: Abwesenheiten und Betriebsferien müssen eingetragen sein, bevor der Horizont sie erreicht. Bei ViteUneCoupe gibt es keine Obergrenze; buchbar ist, was nicht als Abwesenheit oder Schließung eingetragen ist.

Ist die Stornofrist in der Software dasselbe wie meine Stornobedingungen?

Nein. Die Frist in der Software regelt nur, bis wann die Kundin ihren Termin selbst online ändern kann. Ob Sie bei einer späteren Absage oder einem Nichterscheinen Geld verlangen dürfen, ergibt sich aus dem Vertrag und dem BGB, und solche Bedingungen müssen vor oder bei der Buchung wirksam vereinbart sein. Die Rechtsprechung dazu ist uneinheitlich; lassen Sie Stornobedingungen und Widerrufsbelehrung einmal anwaltlich prüfen. Dies ist keine Rechtsberatung.

Wie verhindere ich kleine Lücken zwischen Online-Terminen?

Legen Sie Dauern in Vielfachen von 15 Minuten an, rechnen Sie Puffer direkt in die Dauer ein und sichten Sie am Vorabend die Lücken des nächsten Tages, um sie mit Folgeterminen zu füllen. Manche Anbieter bieten eine Lückenoptimierung, die nur passende Startzeiten anzeigt. ViteUneCoupe hat diese Funktion nicht, ordnet aber Termine ohne Wunschmitarbeiterin automatisch der Person zu, bei der am wenigsten Leerlauf entsteht.

Kann ich Neukundinnen von der Online-Buchung ausschließen?

Bei einigen Anbietern ja, etwa über eine Neukundensperre oder das Sperren einzelner Kundinnen im Profil. ViteUneCoupe bietet beides nicht. Der mildere und meist bessere Weg ist, unkalkulierbare Leistungen wie Farbkorrekturen online nicht verfügbar zu schalten und stattdessen einen Beratungstermin buchbar zu machen. So bleibt Ihr Salon für Neukundinnen offen, ohne dass Unbekannte dreistündige Termine ohne Beratung blocken.

Können Kundinnen bei ViteUneCoupe ihren Termin selbst online stornieren?

Derzeit nicht. Absagen und Verschiebungen laufen über den Salon: Die Kundin meldet sich, Sie ändern den Termin im Kalender, und das Zeitfenster ist sofort wieder online buchbar. Bestätigungs-, Erinnerungs- und Dankes-E-Mails gibt es im Standard-Tarif für 29 € zzgl. MwSt. pro Monat, monatlich kündbar; SMS-Erinnerungen und automatische Stornogebühren bietet ViteUneCoupe nicht an.

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