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Kostenlose Friseursoftware in Österreich: welche Gratis-Angebote es 2026 wirklich gibt

Geschrieben von Veröffentlicht am 15 Min. Lesezeit
Friseurin an der Rezeption ihres Wiener Salons vergleicht auf einem Tablet Software-Angebote, daneben Taschenrechner, Sparschwein und eine kleine rot-weiß-rote Fahne im Stiftehalter

Wer in Österreich "kostenlose Friseursoftware" sucht, findet vor allem Versprechen. "Gratis testen", "kostenlos starten", "gratis gelistet": Die Wörter sind überall, der dauerhaft kostenlose Tarif ist selten. Und wenn es ihn gibt, folgt die Frage, die hierzulande dazugehört: Was bleibt von "gratis" übrig, wenn 20 % Umsatzsteuer, die Signaturkosten der Registrierkasse und eine Neukundenprovision dazukommen?

Dieser Beitrag beantwortet genau das für einen Friseursalon in Österreich, ob Ein-Personen-Unternehmen oder kleines Team. Wir haben am 30. Oktober 2026 die offiziellen Preisseiten der Anbieter geprüft, die in österreichischen Suchergebnissen mit "kostenlos" auftauchen, und sortieren: echter Gratis-Tarif, Testphase oder provisionsfinanziert. Danach rechnen wir ein Jahr für einen Solo-Salon und ein Dreierteam durch, mit offen gelegten Annahmen.

Eine Offenlegung vorweg: Dieser Blog gehört zu ViteUneCoupe, einer kostenlosen Terminsoftware für Friseursalons ohne Provision, die auch in Österreich genutzt wird. ViteUneCoupe steht im Vergleich, mit seinem Gratis-Tarif und ebenso offen mit dem, was er nicht kann. Den umfassenden Marktüberblick mit allen Bezahlsystemen von Salonkee bis ETRON finden Sie im großen Vergleich der Terminsoftware für Friseursalons in Österreich; hier geht es ausschließlich um die Frage, was "gratis" in Österreich wirklich kostet.

Drei Arten von "kostenlos", und nur eine ist es wirklich

Hinter dem Wort stecken drei Modelle, die Sie bei jedem Angebot auseinanderhalten sollten:

  • Der echte Gratis-Tarif: dauerhaft 0 €, produktiv nutzbar, ohne Zeitlimit. Der Anbieter verdient an optionalen Bezahl-Tarifen, nicht an Ihnen, solange Sie bei den Grundfunktionen bleiben.
  • Die Gratis-Testphase: 7, 14 oder 30 Tage voller Funktionsumfang, danach läuft ein Abo. Das ist kein Gratis-Angebot, sondern eine Kaufentscheidung mit Anlaufzeit.
  • Das provisionsfinanzierte "Kostenlos": kein oder ein kleines Abo, dafür ein Anteil an Buchungen, meist an der Erstbuchung von Neukundinnen über einen Marktplatz. Hier bezahlen Sie mit Umsatz statt mit einer Rechnung.

Wie diese drei Modelle grundsätzlich funktionieren und wann sich ein Bezahl-Tarif lohnt, haben wir im Beitrag über kostenlose und bezahlte Friseursoftware ausführlich beschrieben. Achtung: Die Preisbeispiele dort gelten für Deutschland, mit 19 % Mehrwertsteuer, TSE-Gebühren und deutschen Preisseiten. Für Österreich stimmen die Zahlen nicht, die Logik schon. Hier kommen die österreichischen Zahlen.

Welche Gratis-Tarife gibt es für Friseursalons in Österreich wirklich?

Geprüft am 30. Oktober 2026 auf den offiziellen Preisseiten. Preise verstehen sich zuzüglich Umsatzsteuer, wo der Anbieter das so ausweist.

Anbieter Echter 0-Euro-Tarif in Österreich? Was das Gratis-Angebot tatsächlich ist Bezahl-Einstieg (zzgl. USt.)
ViteUneCoupe Ja, dauerhaft Unbegrenzte Online-Buchungen, Buchungsseite, Kundenkartei, Kalender, 0 % Provision Standard 29 €/Monat, monatlich kündbar
Timify Classic Ja, mit einer Ressource Online-Kalender, Buchungs-Widget, Bestätigungs-E-Mails; keine Terminerinnerungen Premium 25 €/Monat (Jahresabo) bzw. 31 € (monatlich)
helloCash Österreich Nein Nur "kostenlos testen"; der 0-Euro-Tarif existiert ausschließlich auf hellocash.de Kasse Basic 9,90 €/Monat + 139,90 €/Jahr Signaturkosten
Fresha Nein 7-tägige Testphase; Abo Pflicht, Marktplatz-Neukunden kosten 20 % Provision Siehe Abschnitt Fresha (Währung beachten)
Treatwell Nein Marktplatzeintrag ohne Extragebühr, aber Software ab 39 €/Monat und 35 % Neukundenprovision Starter 39 €/Monat

Zwei von fünf also. Sehen wir uns jeden Anbieter einzeln an, denn die Details entscheiden.

ViteUneCoupe: Gratis-Tarif ohne Zeitlimit, bewusst ohne Kasse

Der Gratis-Tarif von ViteUneCoupe ist ein echter Tarif, keine Testphase: unbegrenzte Online-Buchungen rund um die Uhr, eigene Buchungsseite, Leistungskatalog mit Dauern und Preisen, Mitarbeiter- und Dienstplanverwaltung, Kundenkartei und Kalender, dauerhaft 0 € und dauerhaft 0 % Provision. Keine Kreditkarte, kein Ablaufdatum. Die Oberfläche ist vollständig auf Deutsch, und der Einsatz in Österreich ist ohne Einschränkung möglich.

Ebenso klar ist, was fehlt. ViteUneCoupe ist ein reines Terminbuchungs-Tool: keine Registrierkasse, keine Lagerverwaltung, keine Lohnverrechnung und keine SMS-Erinnerungen. Automatische Bestätigungs-, Erinnerungs- und Danke-E-Mails sowie die Kalender-Synchronisation per ICS gibt es im Standard-Tarif für 29 € zzgl. USt. pro Monat, ohne Vertragsbindung. Der angekündigte Tarif Standard + Anti-No-Show mit Kartenhinterlegung für 49 € zzgl. USt. ist noch nicht buchbar. Wer eine Kasse braucht, behält seine RKSV-Kasse und nutzt ViteUneCoupe nur für die Terminbuchung.

Timify Classic: kostenlos, solange eine Person bucht

Timify aus München bietet mit Classic einen Tarif, der laut österreichischer Preisseite mit "0,00 € / Kostenlos" ausgewiesen ist: Online-Kalender, Buchungs-Widget, Buchungsbestätigungen per E-Mail, Kundenmanagement und Online-Bezahlung über Stripe oder PayPal (mit Zahlungsgebühren). Der Haken steckt im Preisrechner: Der Gratispreis gilt für eine Ressource, also eine Person; sobald Sie mehr Ressourcen auswählen, zeigt der Rechner auch für Classic einen Monatspreis an. Für einen Solo-Salon ist Classic damit tatsächlich gratis, für ein Team nicht.

Automatische Terminerinnerungen fehlen in Classic ganz. Sie stecken im Premium-Tarif, der für eine Ressource 25 € pro Monat im Jahresabo oder 31 € bei monatlicher Zahlung kostet, zuzüglich Mehrwertsteuer, mit einer Mindestlaufzeit von einem Monat. SMS-Erinnerungen werden separat freigeschaltet und kosten extra. Timify ist ein branchenübergreifender Terminplaner; friseurspezifische Funktionen wie eine Farbhistorie in der Kundenkartei sollten Sie nicht erwarten.

helloCash: der Gratis-Tarif gilt nur in Deutschland

Hier lohnt sich Genauigkeit, weil die Verwechslung naheliegt. helloCash, ein Kassenanbieter aus Oberösterreich, hat zwei Preisseiten. Auf hellocash.de gibt es den Tarif "Gratis" für 0 €, mit einer deutschen TSE um 199 € exkl. USt. Auf der österreichischen Preisseite gibt es keinen 0-Euro-Tarif: Die vier Modelle kosten Basic 9,90 €, Medium 16,90 €, Premium 20,90 € und Gastro 27,90 € pro Monat, alle exkl. USt., jeweils "zzgl. 139,90 €/Jahr Signaturkosten". Die Seite selbst nennt das "von fast kostenlos bis unglaublich günstig", und das trifft es: günstig ja, gratis nein. "Kostenlos testen" steht an jedem Modell, es ist eine Testphase.

Wichtig für die Einordnung: helloCash ist eine Registrierkasse mit RKSV-Signatur, keine Terminsoftware. Der Terminplaner wird beworben, aber auf der Preisseite nicht mit Konditionen ausgewiesen. Wer helloCash wegen der Terminbuchung in Betracht zieht, sollte Umfang und Preis schriftlich erfragen.

Fresha: Abo plus 20 % auf Marktplatz-Neukundinnen, und eine Währungsfrage

Fresha war jahrelang als "für immer kostenlos" bekannt. Das ist vorbei: Die deutschsprachige Preisseite weist ein Pflicht-Abo aus, Tarif "Selbstständig" für eine Kalenderspalte und Tarif "Team" je buchbarem Teammitglied, jeweils nach einer 7-tägigen Testphase und "exkl. lokaler Mehrwertsteuer". Dazu kommt die Marktplatzgebühr: "20 % einmalige Provision" auf die erste Buchung jeder Neukundin, die Ihren Salon über den Fresha-Marktplatz entdeckt, mit einer Mindestgebühr pro Kundin; Bestandskundinnen und Buchungen über Ihre eigene Website, Instagram oder Facebook bleiben gebührenfrei. Hinzu kommen Zahlungsgebühren, wenn Sie Fresha-Zahlungen nutzen, sowie kostenpflichtige SMS über ein Inklusivkontingent hinaus.

Jetzt die Währungsfrage, die wir offen ansprechen müssen: Eine eigene österreichische Preisseite hat Fresha nicht (fresha.com/de-at/pricing liefert einen Fehler), und die deutschsprachige Seite wurde uns am 30. Oktober 2026 in Schweizer Franken ausgespielt: 18,95 CHF pro Monat für "Selbstständig", 12,95 CHF je Teammitglied für "Team", Mindestgebühr 5 CHF pro Neukundin. Am 11. Oktober 2026 zeigte dieselbe Adresse Europreise von 14,95 € bzw. 9,95 €, nachzulesen in unserem Beitrag zu den Fresha-Alternativen für Friseursalons in Österreich. Welche Währung und welcher Betrag Ihnen angezeigt wird, hängt offenbar vom Standort ab. Für die Entscheidung heißt das: Öffnen Sie die Preisseite selbst, und lassen Sie sich Abo, Neukundengebühr und Mindestgebühr für Ihren Standort schriftlich bestätigen, bevor Sie Ihre Kundschaft dorthin lenken.

Treatwell: "gratis gelistet" heißt 39 € im Monat plus 35 %

Treatwell taucht in Gratis-Suchen auf, weil der Eintrag auf dem Marktplatz keine eigene Gebühr kostet. Die Software dahinter ist aber nicht kostenlos: Laut österreichischer Partnerseite kostet der Starter-Tarif 39 € pro Monat, Advanced 49 € plus 7,50 € TSE-Gebühr, "alle Gebühren & Provisionen zzgl. MwSt". Und auf die erste Buchung jeder Neukundin, die über den Marktplatz kommt, verrechnet Treatwell eine Provision von 35 %. Folgebuchungen derselben Kundin, Buchungen über Ihre Website oder Social Media sind provisionsfrei; Online-Vorauszahlungen kosten 2 % zuzüglich MwSt.

Das kann sich rechnen, wenn Sie in Wien, Graz oder Linz gezielt neue Kundschaft suchen und die Provision als Werbebudget verbuchen. Mit "kostenlos" hat es nichts zu tun. Welche Systeme für Salons in Frage kommen, die lieber ohne Provision arbeiten, steht im Beitrag zu den Treatwell-Alternativen für Friseursalons in Österreich.

Was "gratis" in Österreich wirklich kostet: drei Posten, die auf keiner Preisseite stehen

Selbst ein echter 0-Euro-Tarif ist nur der Anfang der Rechnung. Drei österreichische Besonderheiten kommen dazu.

20 % Umsatzsteuer und die Brutto-Falle für Kleinunternehmer

Fast alle Preise in diesem Beitrag sind Nettopreise. In Österreich kommt darauf der Normalsteuersatz von 20 % (Quelle: WKO, Umsatzsteuer Basisinfo, geprüft am 30. Oktober 2026). Aus 29 € netto werden also 34,80 € auf der Rechnung, aus 39 € werden 46,80 €.

Ob Sie diese 20 % wirklich tragen, hängt von Ihrem Steuerstatus ab. Ein regelbesteuerter Salon holt sich die Umsatzsteuer auf Software-Rechnungen als Vorsteuer zurück; für ihn ist der Nettopreis der echte Preis. Wer die Kleinunternehmerregelung in Österreich nutzt, also seit 2025 unter 55.000 € Jahresumsatz brutto bleibt, hat keinen Vorsteuerabzug (Quelle: WKO, Kleinunternehmerregelung, geprüft am 30. Oktober 2026). Für eine Kleinunternehmerin kostet jedes Abo den Bruttopreis, Punkt. Genau deshalb wiegt ein echter Gratis-Tarif für Solo-Salons schwerer als für ein regelbesteuertes Team: 0 € netto sind auch 0 € brutto.

Eine Besonderheit bei ausländischen Anbietern: Rechnungen eines Software-Anbieters mit Sitz in einem anderen EU-Land gehen an Unternehmen meist netto mit Hinweis auf das Reverse-Charge-Verfahren; die österreichische Umsatzsteuer schulden dann Sie selbst beim Finanzamt, und Kleinunternehmer können sie ebenfalls nicht als Vorsteuer geltend machen. Am Ergebnis ändert das nichts: 20 % auf den Nettopreis, bezahlt von Ihnen. Klären Sie den Ablauf mit Ihrer Steuerberatung, bevor die erste Rechnung kommt.

Die Signaturkosten, die kein Gratis-Tool erspart

Die zweite Besonderheit: In Österreich gilt die Registrierkassenpflicht, sobald Ihr Betrieb mehr als 15.000 € Jahresumsatz und davon mehr als 7.500 € Barumsätze macht, wobei Bankomat- und Kreditkartenzahlungen vor Ort als Barumsätze zählen (Quelle: WKO, Registrierkassenpflicht, geprüft am 30. Oktober 2026). Die Kasse braucht eine technische Sicherheitseinrichtung mit Signaturerstellungseinheit, und die kostet laufend Geld: bei helloCash etwa 139,90 € pro Jahr zusätzlich zum Kassentarif.

Keine der hier genannten kostenlosen Terminsoftwares ersetzt diese Kasse, auch ViteUneCoupe und Timify nicht. Das ist kein Mangel des Gratis-Tarifs, sondern eine getrennte Pflicht: Die Kasse brauchen Sie so oder so, mit oder ohne Terminsoftware, mit oder ohne Gratis-Tarif. Rechnen Sie sie deshalb als Fixposten in jeden Vergleich ein, aber nicht dem Terminsystem an. Wie Sie Kasse und Terminsoftware in Österreich sinnvoll kombinieren, ohne doppelt zu zahlen, behandeln wir in einem eigenen Beitrag.

Die Provision: der Preis, der nicht auf der Rechnung steht

Die dritte Besonderheit ist keine österreichische, trifft Österreich aber genauso: Bei provisionsfinanzierten Modellen zahlen Sie nicht an den Anbieter, sondern verzichten auf Umsatz. 35 % auf eine Erstbuchung von 45 € sind 15,75 €; bei Treatwell kommt darauf laut Preisseite noch die Umsatzsteuer. Das fällt in keiner Software-Rechnung auf, weil es nie eine gibt. Es fehlt einfach am Konto. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie viele dieser Neukundinnen wiederkommen; wer nur den rabattierten Erstbesuch mitnimmt, hat Sie Geld gekostet.

Rechenbeispiel: was ein Jahr "gratis" in Österreich kostet

Zwei typische Salons, zwölf Monate, Stand der Preise 30. Oktober 2026. Die Annahmen sind bewusst einfach gehalten und ausdrücklich keine Statistik: Passen Sie die Zahlen an Ihren Salon an.

Annahmen

  • Durchschnittliche Erstbuchung einer Neukundin: 45 € brutto.
  • Marktplatz-Neukundinnen: 3 pro Monat beim Solo-Salon, 6 pro Monat beim Dreierteam (nur relevant bei Treatwell und Fresha).
  • Solo-Salon: Kleinunternehmerin, kein Vorsteuerabzug, es zählt der Bruttopreis (Nettopreis + 20 %).
  • Dreierteam: regelbesteuert, Vorsteuerabzug, es zählt der Nettopreis.
  • Fresha wird mit den Europreisen vom 11. Oktober 2026 gerechnet (14,95 € bzw. 9,95 €), weil uns am 30. Oktober nur Frankenpreise angezeigt wurden; die 20 % Neukundengebühr gelten laut Preisseite als Provision auf den Buchungsbetrag.
  • Die RKSV-Kasse (helloCash Basic: 9,90 € × 12 + 139,90 € = 258,70 € netto, 310,44 € brutto) kommt bei jedem System obendrauf und steht deshalb separat.

Solo-Salon, Kleinunternehmerin (Bruttopreise)

System Abo pro Jahr Provision pro Jahr Gesamt pro Jahr
ViteUneCoupe Gratis 0 € 0 € 0 €
ViteUneCoupe Standard (E-Mail-Erinnerungen) 12 × 34,80 € = 417,60 € 0 € 417,60 €
Timify Classic (ohne Erinnerungen) 0 € 0 € 0 €
Timify Premium, monatlich 12 × 37,20 € = 446,40 € 0 € 446,40 €
Fresha Selbstständig 12 × 17,94 € = 215,28 € 3 × 45 € × 20 % × 12 = 324 €, brutto 388,80 € 604,08 €
Treatwell Starter 12 × 46,80 € = 561,60 € 3 × 45 € × 35 % × 12 = 567 €, brutto 680,40 € 1.242,00 €
Zusätzlich bei allen: RKSV-Kasse helloCash Basic 310,44 € 310,44 €

Die Spanne reicht von 0 € bis rund 1.240 € im Jahr für die Terminsoftware, plus die Kasse, die ohnehin fällig ist. Für eine Kleinunternehmerin ist der Unterschied zwischen "0 € netto" und "29 € netto" eben nicht 348 €, sondern 417,60 €.

Dreierteam, regelbesteuert (Nettopreise)

System Abo pro Jahr Provision pro Jahr Gesamt pro Jahr
ViteUneCoupe Gratis 0 € 0 € 0 €
ViteUneCoupe Standard (ab 29 €/Monat) ab 348 € 0 € ab 348 €
Timify Classic Für drei Ressourcen laut Preisrechner nicht mehr kostenlos 0 € Preisrechner prüfen
Fresha Team (3 Mitglieder) 12 × 29,85 € = 358,20 € 6 × 45 € × 20 % × 12 = 648 € 1.006,20 €
Treatwell Starter 12 × 39 € = 468 € 6 × 45 € × 35 % × 12 = 1.134 € 1.602,00 €
Zusätzlich bei allen: RKSV-Kasse helloCash Basic 258,70 € 258,70 €

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Beim Team kippt das Gratis-Versprechen von Timify, weil der Preis an Ressourcen hängt; wer drei Personen buchbar machen will, sollte den Preisrechner mit drei Ressourcen durchspielen. Zweitens: Die Provision ist beim Team der größte Posten, größer als jedes Abo in dieser Tabelle. Sechs Neukundinnen im Monat klingen nach Erfolg, kosten bei 35 % aber mehr als 1.100 € im Jahr. Ob das Werbebudget gut angelegt ist, entscheidet die Wiederkehrquote dieser Kundinnen, nicht die Preisseite.

Wann sich Bezahlen in Österreich trotzdem lohnt

Ein Gratis-Tarif ist kein Dogma. In vier Situationen ist der Bezahl-Tarif oder das teurere System die richtige Entscheidung:

  • Sie wollen automatische Erinnerungen. Erinnerungen senken Terminausfälle, und in keinem der beiden echten Gratis-Tarife sind sie enthalten. Bei ViteUneCoupe kosten E-Mail-Erinnerungen 29 € zzgl. USt. im Monat, bei Timify Premium ab 25 €. Ein einziger vermiedener Ausfall einer Farbbehandlung zahlt den Monat. Wenn Sie zwingend SMS statt E-Mail wollen, scheidet ViteUneCoupe aus; Timify und Fresha bieten SMS gegen Aufpreis.
  • Sie wollen Kasse und Termine aus einer Hand. Dann ist eine österreichische Kassenlösung mit Terminmodul wie helloCash der ehrlichere Weg als ein Gratis-Tool plus separater Kasse, selbst wenn es mehr kostet. Konditionen des Terminplaners vorher schriftlich klären.
  • Sie brauchen Reichweite, nicht Verwaltung. Ein neuer Salon ohne Stammkundschaft in einer Großstadt kann den Treatwell-Marktplatz als Marketingkanal nutzen, mit der 35-%-Provision als Werbekosten, und parallel jede Folgebuchung provisionsfrei über den eigenen Buchungslink holen.
  • Sie sind regelbesteuert und das Team wächst. Mit Vorsteuerabzug und drei Kalenderspalten relativiert sich der Abopreis; dann zählen Funktionen und Datenexport mehr als die Null auf der Preisseite.

Umgekehrt gilt: Wer als Solo-Friseurin unter der Kleinunternehmergrenze arbeitet, eine RKSV-Kasse hat und vor allem Telefonunterbrechungen loswerden will, bekommt mit einem echten Gratis-Tarif alles Nötige, ohne dass ein Cent brutto anfällt. Für genau diese Situation haben wir die Anforderungen an eine Terminsoftware für Solo-Friseurinnen und -Friseure in Österreich in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Checkliste: so prüfen Sie jedes "gratis" in fünf Minuten

  1. Steht ein Ablaufdatum dahinter? Dann ist es eine Testphase, kein Tarif.
  2. Gilt der Nullpreis für Ihre Teamgröße, oder nur für eine Ressource?
  3. Steht irgendwo ein Prozentsatz? Dann rechnen Sie ihn mit Ihrer erwarteten Zahl an Marktplatz-Neukundinnen durch.
  4. Netto oder brutto? Als Kleinunternehmerin addieren Sie 20 %.
  5. Bekommen Sie Kundenkartei und Termine beim Ausstieg exportiert? Ein Gratis-Tarif ohne Export ist eine Einbahnstraße.

Beantwortet ein Anbieter eine dieser Fragen nicht schriftlich, nehmen Sie das als Antwort.

Häufig gestellte Fragen

Welche Friseursoftware ist in Österreich wirklich kostenlos?

Nach unserer Prüfung der offiziellen Preisseiten am 30. Oktober 2026 haben zwei Anbieter einen dauerhaft kostenlosen Tarif, der in Österreich nutzbar ist: ViteUneCoupe (Gratis-Tarif mit unbegrenzten Online-Buchungen und 0 % Provision) und Timify Classic (kostenlos für eine Ressource, ohne Terminerinnerungen). helloCash hat in Österreich keinen 0-Euro-Tarif, Fresha verlangt ein Abo plus 20 % auf Marktplatz-Neukundinnen, Treatwell kostet ab 39 € im Monat plus 35 % Neukundenprovision.

Ist helloCash in Österreich kostenlos?

Nein. Der Tarif "Gratis" für 0 € steht nur auf der deutschen Seite hellocash.de. Auf hellocash.at beginnt die Registrierkasse bei 9,90 € pro Monat exkl. USt. im Modell Basic, zuzüglich 139,90 € Signaturkosten pro Jahr. "Kostenlos testen" bezeichnet dort eine Testphase.

Muss ich auf kostenlose Software Umsatzsteuer zahlen?

Auf einen 0-Euro-Tarif fällt keine Umsatzsteuer an, 20 % von null sind null. Auf jeden Bezahl-Tarif kommen in Österreich 20 % Umsatzsteuer. Regelbesteuerte Salons holen sie sich als Vorsteuer zurück, Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug zahlen den Bruttopreis endgültig. Bei Anbietern aus anderen EU-Ländern läuft das meist über das Reverse-Charge-Verfahren; am Betrag ändert das nichts.

Ersetzt kostenlose Terminsoftware meine Registrierkasse?

Nein. Terminsoftware organisiert Buchungen, Kalender und Kundenkartei. Die Registrierkassenpflicht nach RKSV mit Signatureinheit, QR-Code am Beleg und FinanzOnline-Registrierung ist eine eigene Pflicht, die ab 15.000 € Jahresumsatz und 7.500 € Barumsätzen greift. Weder ViteUneCoupe noch Timify ersetzen eine Kasse; die Signaturkosten fallen unabhängig von Ihrer Terminsoftware an.

Ist Fresha in Österreich noch kostenlos?

Nein. Fresha verlangt nach einer 7-tägigen Testphase ein Abo pro Kalenderspalte oder Teammitglied und eine einmalige Provision von 20 % auf die Erstbuchung jeder Neukundin über den Fresha-Marktplatz, mit Mindestgebühr. Eine österreichische Preisseite gibt es nicht; die deutschsprachige Seite zeigte uns am 30. Oktober 2026 Preise in Schweizer Franken, am 11. Oktober 2026 Europreise. Prüfen Sie die Seite selbst und lassen Sie sich die Konditionen für Ihren Standort bestätigen.

Was fehlt dem Gratis-Tarif von ViteUneCoupe?

Automatische E-Mail-Erinnerungen, Bestätigungs- und Danke-E-Mails sowie die Kalender-Synchronisation gibt es erst im Standard-Tarif für 29 € zzgl. USt. pro Monat, monatlich kündbar. Eine Registrierkasse, SMS-Erinnerungen, Lagerverwaltung und Lohnverrechnung bietet ViteUneCoupe in keinem Tarif. Der Gratis-Tarif deckt die Online-Terminbuchung vollständig ab, mehr nicht.

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