Vergleiche Registrierkasse Terminsoftware Österreich Vergleich

Registrierkasse und Online-Terminbuchung im Friseursalon in Österreich: ein System oder zwei?

Geschrieben von Veröffentlicht am 16 Min. Lesezeit
Friseurin an der Rezeptionstheke ihres Salons, links ein Tablet mit vollem Terminkalender, rechts eine Registrierkasse, deren Bondrucker einen Beleg mit QR-Code ausgibt, daneben Kartenterminal und eine Vase mit rot-weißen Blumen

Die Registrierkasse haben Sie, oder Sie müssen demnächst eine anschaffen. Jetzt soll auch die Online-Terminbuchung her, weil das Telefon während der Farbe dauernd läutet. Und spätestens beim Blick auf die Preisseiten der Kassenhersteller taucht die Frage auf, die fast jeder Friseursalon in Österreich irgendwann stellt: Nehme ich das Terminmodul meines Kassenanbieters, damit alles aus einer Hand kommt? Oder kombiniere ich eine schlanke RKSV-Kasse mit einem eigenen Buchungstool?

Beide Wege funktionieren. Sie unterscheiden sich aber deutlich bei den Gesamtkosten pro Jahr, bei der Abhängigkeit von einem Anbieter und bei der Frage, wie gut die Terminbuchung tatsächlich ist. Dieser Beitrag rechnet beide Varianten mit den aktuellen Preisen der in Österreich verbreiteten Kassensysteme durch (alle Preise am 30. Oktober 2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft, zuzüglich 20 % USt.), zeigt den Tagesablauf vom Termin bis zum Kassenbeleg und endet mit einer Entscheidungshilfe nach Salonsituation.

Zur Einordnung vorweg: Dieser Blog gehört zu ViteUneCoupe, einer kostenlosen Terminbuchung ohne Provision für Friseursalons, die neben jeder RKSV-Kasse läuft. ViteUneCoupe ist also das Beispiel für den Weg "zwei Systeme" und steht hier mit allen Grenzen im Text: Es ist keine Kasse, es erstellt keine Belege und es verschickt keine SMS. Wo ein Kassenmodul die bessere Wahl ist, steht das genauso drin. Steuerliche Fragen klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung; dieser Artikel ist Orientierung, keine Steuerberatung.

Warum sich die Frage in Österreich anders stellt als in Deutschland

In Deutschland verkaufen viele Terminsysteme gleich eine Kasse mit, weil die dortige TSE-Technik vergleichsweise leicht in Software einzubauen ist. In Österreich ist die Lage umgekehrt: Die Kasse ist das regulierte Produkt, und der Markt wird von österreichischen Kassenherstellern geprägt, die Terminbuchung erst nachträglich als Modul ergänzt haben.

Die rechtliche Basis ist schnell erklärt. Laut Unternehmensserviceportal besteht Registrierkassenpflicht, sobald Ihr Betrieb beide Grenzen überschreitet: mehr als 15.000 € Jahresumsatz und mehr als 7.500 € Barumsätze, wobei Bankomat- und Kreditkartenzahlungen vor Ort als Barumsatz zählen. Belege ausstellen müssen Sie laut § 132a BAO unabhängig davon ab dem ersten Barumsatz. Alle Details, Fristen und die Hardware-Frage stehen im Leitfaden zur Registrierkassenpflicht im Friseursalon in Österreich; hier geht es nur um die Software-Entscheidung, die daraus folgt.

Denn die Kasse ist gesetzt. Die eigentliche Wahl lautet: Soll die Terminbuchung im selben System leben oder daneben?

Was zwingend in die Kasse gehört und was woanders liegen darf

Bevor wir rechnen, lohnt eine saubere Trennung. Viele Salons glauben, "alles in einem System" sei rechtlich sicherer. Das stimmt nicht. Die RKSV und die BAO stellen Anforderungen an die Kasse, nicht an Ihren Terminkalender.

In die Registrierkasse gehört (Pflicht)

  • Der Beleg je Barumsatz mit den Pflichtangaben laut USP: Bezeichnung des Unternehmens, fortlaufende Nummer, Datum und Uhrzeit, Art und Umfang der Leistung, Betrag nach Steuersätzen, Kassenidentifikationsnummer und der maschinenlesbare Code (meist QR-Code).
  • Das Datenerfassungsprotokoll (DEP), in dem die Kasse jeden Umsatz signiert festhält; die WKO nennt ausdrücklich, dass das Protokoll zu sichern ist und Belegkopien wie alle Buchhaltungsunterlagen sieben Jahre aufzubewahren sind (WKO, FAQ zur Registrierkassenpflicht).
  • Start-, Monats- und Jahresbeleg: Der Monatsbeleg für Dezember ist in der Regel zugleich der Jahresbeleg und muss laut WKO bis spätestens 15. Februar mit der BMF Belegcheck-App geprüft werden; den Code dafür erzeugen Sie in FinanzOnline. Kassen mit Webservice erledigen die Prüfung automatisch.
  • Die Anmeldung von Kasse und Signaturerstellungseinheit über FinanzOnline, ebenso die Abmeldung, wenn eine Kasse ausgetauscht oder zurückgegeben wird.

In der Terminsoftware liegen darf (frei wählbar)

  • Die Online-Buchungsseite mit Leistungskatalog, Dauern und Preisen.
  • Die Kundenkartei mit Besuchshistorie, Farbrezepturen und Notizen (DSGVO gilt dort genauso, aber ohne RKSV).
  • Mitarbeiterpläne, Pufferzeiten, Buchungsregeln und die Kalenderansicht für das Team.
  • Bestätigungen und Erinnerungen per E-Mail oder, je nach Anbieter, SMS.

Wichtig: Nichts davon ist "kassenrelevant", solange kein Geld fließt. Der Termin wird erst dann zum Barumsatz, wenn die Kundin nach der Leistung im Salon zahlt. Genau deshalb können beide Systeme problemlos getrennt laufen.

Neu seit 1. Oktober 2026: der elektronische Beleg

Seit 1. Oktober 2026 gilt § 132a BAO in der Fassung BGBl. I Nr. 97/2025 (RIS, § 132a BAO). Ein elektronischer Beleg gilt ausdrücklich als Beleg, wenn er unmittelbar nach der Zahlung für die Kundin abrufbar ist, etwa durch Auslesen vor Ort mit dem eigenen Handy. Papier bleibt aber Pflicht, sobald die Kundin oder die Abgabenbehörde einen ausgedruckten Beleg verlangt, und die Kundin muss den Beleg weiterhin entgegennehmen und mitnehmen (WKO Tirol zu den elektronischen Belegen ab 1. Oktober 2026).

Für die Systemfrage heißt das: Der elektronische Beleg kommt aus der Kasse, nicht aus dem Buchungstool. Ob Ihre Kasse ihn anbietet, ist ein Kriterium beim Kassenkauf (ready2order etwa listet den digitalen Beleg als eigenes Zusatzpaket, siehe unten). Ein Terminsystem, das der Kundin eine Buchungsbestätigung per E-Mail schickt, ersetzt den Beleg nicht und soll es auch nicht.

Weg 1: ein System für alles (Kasse mit Terminmodul)

Die österreichischen Kassenhersteller bieten Terminbuchung in sehr unterschiedlicher Tiefe und Preislogik an. Was auf den offiziellen Seiten steht (geprüft am 30. Oktober 2026, alle Preise zuzüglich USt.):

ETRON onRetail (Wien) verkauft eigene Friseurpakete: Style Start ab 29 € pro Monat, Style Pro ab 54 €, und die Online-Terminverwaltung steckt erst im Paket Style Pro Booking ab 84 € pro Monat, laut Seite für bis zu zwei Mitarbeitende mit optionaler Erweiterung (ETRON, Kassensysteme für Friseure). Die Integration ist dafür echt: Zusatzartikel lassen sich während der Behandlung am Handy auf den Termin buchen und direkt in die Kassa zur Abrechnung übernehmen. Ob die "ab"-Preise netto zu verstehen sind und welche Laufzeit gilt, steht auf der Seite nicht; fragen Sie schriftlich nach.

helloCash (Oberösterreich) ist die günstigste vollwertige RKSV-Kasse im Vergleich: Basic 9,90 €, Medium 16,90 €, Premium 20,90 € pro Monat, jeweils zuzüglich 139,90 € Signaturkosten pro Jahr; für gekennzeichnete Zusatzmodule wie Warenwirtschaft oder das Mitarbeiter-Berechtigungssystem fällt eine Modulgebühr von 4,90 € je Modul an (helloCash, Preise). Der Online-Kalender mit Buchungslink wird in einem Hilfeartikel aus dem Jänner 2021 als kostenloses, aktivierbares Zusatzfeature beschrieben (helloCash, Optionaler Online Kalender), auf der Preisseite selbst ist er aber nicht ausgewiesen. Das kann bedeuten, dass er gratis dabei ist; lassen Sie sich Umfang und Konditionen vor Vertragsabschluss trotzdem schriftlich bestätigen. Funktional ist es ein Kalender mit Buchungslink, Öffnungszeiten und Leistungsdauern, keine ausgewachsene Friseurterminsoftware mit Kundenkartei samt Farbhistorie.

ready2order (Wien) kostet 35,90 € pro Monat je Kasse (430,80 € im Jahresabo) plus 12 € pro Monat für das Signaturzertifikat, einmalig 99 € Aktivierung; optional kommen der digitale Beleg für 7,90 € pro Monat, die Kassenanmeldung für 69 € und die Jahresbelegprüfung für 70 € pro Jahr dazu (ready2order, Preise). Eine eigene Terminbuchung oder einen Terminkalender listet weder die Preis- noch die Funktionsseite; angebunden wird über die API-Schnittstelle, also mit einem Drittanbieter-Tool. ready2order ist damit faktisch ein Kandidat für Weg 2.

Pocketbill (Österreich) ist der Preisbrecher mit Terminfunktion: Basic 9 €, Komplett 18 €, Erweitert 27 € pro Monat netto, das Sicherheitszertifikat kostet einmalig 150 € für fünf Jahre, also rund 30 € pro Jahr (Pocketbill, Preise). Terminkalender und 100 SMS-Terminerinnerungen pro Monat gibt es ausschließlich im Paket Erweitert; eine Online-Buchung durch die Kundin selbst erwähnt die Preisseite nicht.

Tillhub betreibt eine österreichische Seite mit RKSV-Zusage und nennt Einstiegspreise "ab 30 €" (POS Go) beziehungsweise "ab 69 € pro Monat" (iPad-Kasse), der konkrete Preis kommt aus einem Konfigurator mit Angebot (Tillhub Österreich, Preise). Ein integrierter Terminkalender für Online-Buchungen ist im Dienstleistungsbereich aufgeführt. Auffällig: Die österreichische Preisseite spricht von "inklusive TSE", dem deutschen Kassenbegriff; fragen Sie nach, was genau für den RKSV-Betrieb enthalten ist.

Das Muster ist eindeutig: Entweder ist die Terminbuchung ein schlankes Gratis-Zusatzfeature (helloCash), ein Paketaufpreis von 55 € pro Monat (ETRON Style Pro Booking gegenüber Style Start), nur im Top-Paket enthalten (Pocketbill Erweitert) oder gar nicht vorhanden (ready2order).

Weg 2: zwei spezialisierte Systeme (RKSV-Kasse plus Buchungstool)

Beim zweiten Weg wählen Sie die Kasse rein nach Kassenkriterien (Preis, Bedienung, Steuerberater-Export, Hardware, elektronischer Beleg) und die Terminbuchung rein nach Terminkriterien (Buchungsseite, Kundenkartei, Erinnerungen, Mitarbeiterpläne, Provisionsfreiheit).

ViteUneCoupe ist dafür ein typisches Beispiel, und wir nennen zuerst die Grenzen: Es ist keine Registrierkasse, erzeugt keine RKSV-Belege, kennt kein DEP und verschickt keine SMS. Was es kann:

  • Kostenlose Version ohne Zeitlimit: unbegrenzte Online-Buchungen mit dauerhaft 0 % Provision, eigene Buchungsseite, Leistungskatalog mit Dauern und Preisen, Mitarbeiterpläne, Kalender und Kundenkartei. Keine Kreditkarte, keine Laufzeit.
  • Standard-Tarif für 29 € zuzüglich USt. pro Monat, monatlich kündbar: automatische Bestätigungs-, Erinnerungs- und Danke-E-Mails sowie Kalender-Synchronisation per ICS, damit die Termine auch am Handy im gewohnten Kalender erscheinen.
  • Standard + Anti-No-Show für 49 € zuzüglich USt. pro Monat, bald verfügbar: Absicherung gegen Terminausfälle über die Hinterlegung der Bankkarte. Dieser Tarif ist angekündigt, aber noch nicht buchbar.

Die Kasse daneben kann helloCash Basic, Pocketbill Basic, ready2order oder jede andere RKSV-Kasse sein, die Ihre Steuerberatung gern sieht. Welche Terminsysteme sonst noch infrage kommen, inklusive Treatwell, Salonkee und eTermin, steht im Vergleich der Terminsoftware für Friseursalons in Österreich.

Der Preis für diese Freiheit ist ein manueller Schritt: Die Leistung wird in der Kasse eingetippt, nicht automatisch aus dem Termin übernommen. Wie viel das im Alltag ausmacht, sehen wir uns gleich an.

Die Gesamtkosten pro Jahr: beide Wege nebeneinander

Rechnen wir für einen Salon mit einer bis zwei Fachkräften, der eine RKSV-Kasse und eine Online-Terminbuchung braucht. Alle Beträge netto, zuzüglich 20 % USt., Hardware (Tablet, Bondrucker, Kartenterminal) nicht eingerechnet, weil sie bei beiden Wegen gleich anfällt. Preise geprüft am 30. Oktober 2026, "ab"-Preise als Untergrenze gerechnet.

Kombination Kasse pro Jahr Terminbuchung pro Jahr Gesamt pro Jahr (netto) Terminbuchung im Detail
ETRON Style Pro Booking (ein System) 1.008 € (84 € × 12) enthalten ab 1.008 € Online-Terminverwaltung für bis zu 2 Mitarbeitende, Übernahme in die Kassa
ETRON Style Start + ViteUneCoupe kostenlos 348 € (29 € × 12) 0 € ab 348 € Unbegrenzte Online-Buchungen, 0 % Provision, Kundenkartei, keine E-Mail-Erinnerungen
ETRON Style Start + ViteUneCoupe Standard 348 € 29 € × 12 ab 696 € Zusätzlich E-Mail-Bestätigung, -Erinnerung, -Danke und Kalendersync
helloCash Basic (Online-Kalender aktiviert) 258,70 € (9,90 € × 12 + 139,90 € Signatur) laut Hilfeartikel 0 €, auf der Preisseite nicht ausgewiesen ab 258,70 € Kalender mit Buchungslink, Öffnungszeiten, Leistungsdauern
helloCash Basic + ViteUneCoupe kostenlos 258,70 € 0 € 258,70 € Vollständige Buchungsseite und Kundenkartei neben der Kasse
helloCash Basic + ViteUneCoupe Standard 258,70 € 29 € × 12 606,70 € Mit E-Mail-Erinnerungen und Kalendersync
ready2order Monatsabo + ViteUneCoupe kostenlos 574,80 € (35,90 € × 12 + 12 € × 12) + 99 € Aktivierung im ersten Jahr 0 € 673,80 € im ersten Jahr, danach 574,80 € Keine eigene Terminbuchung bei ready2order, Anbindung nur per API
Pocketbill Erweitert (ein System) 354 € (27 € × 12 + 30 € Zertifikat anteilig) enthalten 354 € Terminkalender + 100 SMS-Erinnerungen pro Monat, Online-Selbstbuchung nicht ausgewiesen
Pocketbill Basic + ViteUneCoupe kostenlos 138 € (9 € × 12 + 30 € anteilig) 0 € 138 € Günstigste Kombination mit echter Online-Buchung, 1 Kassen-Benutzer
Tillhub iPad-Kasse (ein System) ab 828 € (69 € × 12) enthalten laut Funktionsliste ab 828 €, konkret nur per Angebot Integrierter Terminkalender für Online-Buchungen

Drei Dinge fallen auf:

  1. Der Aufpreis für das integrierte Terminmodul liegt bei ETRON bei 660 € pro Jahr (1.008 € gegenüber 348 €). Dafür bekommen Sie die nahtlose Übernahme des Termins in die Kassa. Ob Ihnen das 55 € pro Monat wert ist, hängt davon ab, wie viele Abrechnungen Sie täglich machen; dazu gleich mehr.
  2. Die günstigsten Kombinationen sind durchwegs "zwei Systeme": Pocketbill Basic plus ViteUneCoupe kostenlos für 138 € pro Jahr oder helloCash Basic plus ViteUneCoupe für 258,70 € pro Jahr, jeweils mit Online-Selbstbuchung rund um die Uhr und 0 % Provision.
  3. Pocketbill Erweitert ist die günstigste echte Ein-System-Lösung mit SMS, allerdings laut Preisseite ohne Online-Selbstbuchung durch die Kundin. Wer SMS-Erinnerungen zwingend will, findet sie hier für 354 € pro Jahr; ViteUneCoupe bietet keine SMS, nur E-Mail im Standard-Tarif.

Rechnen Sie auf fünf Jahre hoch, wird der Unterschied greifbar: ETRON Style Pro Booking kostet in fünf Jahren mindestens 5.040 € netto, die Kombination helloCash Basic plus ViteUneCoupe Standard 3.033,50 €, die Kombination mit der kostenlosen Version 1.293,50 €. Das Geld für einen neuen Waschplatz liegt also durchaus in dieser Entscheidung.

Der Tagesablauf: vom Online-Termin zum Kassenbeleg

Die Kostenrechnung ist das eine, der Alltag das andere. So sieht der Ablauf einer Kundin in beiden Varianten aus.

Mit einem integrierten System

  1. Die Kundin bucht online "Schneiden, Waschen, Föhnen, 60 Minuten" bei Mitarbeiterin Anna.
  2. Der Termin steht im Kalender der Kasse, die Dauer blockiert Annas Spalte.
  3. Nach dem Termin wählt Anna den Termin in der Kasse aus, fügt gegebenenfalls ein Pflegeprodukt hinzu, kassiert, der Beleg mit QR-Code kommt aus dem Drucker oder digital aufs Handy.
  4. Umsatz, Kundin und Leistung landen in einem Datensatz.

Vorteil: kein Tippen der Leistung, saubere Umsatzstatistik je Kundin. Nachteil: Ist das Terminmodul schwach (keine Pufferzeiten, keine Farbhistorie, keine Buchungsregeln), haben Sie trotzdem dafür bezahlt und wechseln später die ganze Kasse mit.

Mit zwei Systemen

  1. Die Kundin bucht online dieselbe Leistung über Ihre Buchungsseite, ViteUneCoupe blockiert Annas Spalte und schickt im Standard-Tarif die Bestätigung per E-Mail.
  2. Anna sieht den Termin im Tablet-Kalender oder, per ICS synchronisiert, im Handy-Kalender.
  3. Nach dem Termin tippt Anna in der Kasse "Schneiden, Waschen, Föhnen" aus dem Leistungskatalog der Kasse an (ein oder zwei Antipper, wenn die Leistungen als Favoriten hinterlegt sind), kassiert, der RKSV-Beleg kommt aus der Kasse.
  4. Die Kundenkartei mit Notizen pflegt Anna im Buchungstool, die Umsätze liegen in der Kasse.

Der Mehraufwand ist ehrlich benannt: ein bis zwei Antipper pro Abrechnung. Bei 15 Abrechnungen am Tag sind das vielleicht zwei Minuten. Umgekehrt bekommen Sie dafür ein Terminsystem, das Sie frei wechseln können, ohne die Kasse anzufassen, und eine Kundenkartei, die nicht an den Kassenvertrag gebunden ist. Wie Sie beim Wechsel eines Systems Kundendaten sauber exportieren, steht im Leitfaden zum Softwarewechsel im Friseursalon.

Ein Punkt, der in beiden Varianten gleich ist: Die Online-Buchung selbst ist nie ein Kassenvorgang. Erst die Bezahlung im Salon ist ein Barumsatz, und der läuft immer über die RKSV-Kasse.

Entscheidungshilfe nach Salonsituation

Ein-Personen-Unternehmen unter den Kassengrenzen

Liegen Sie unter 15.000 € Jahresumsatz oder unter 7.500 € Barumsätzen, besteht noch keine Registrierkassenpflicht, aber Belegpflicht ab dem ersten Barumsatz. Typisch ist das in der Anlaufphase, bei Teilzeit oder bei einem gemieteten Stuhl in einem bestehenden Salon. In dieser Lage ist ein teures Kassenpaket mit Terminmodul kaum sinnvoll. Starten Sie mit einem kostenlosen Buchungstool wie ViteUneCoupe für Online-Buchungen und Kundenkartei, erfüllen Sie die Belegpflicht mit einer einfachen Lösung, die Ihre Steuerberatung abnickt (eine günstige Software-Kasse wie Pocketbill Basic oder helloCash Basic wächst später einfach mit), und prüfen Sie parallel, ob die Kleinunternehmerregelung in Österreich für Sie passt. Überschreiten Sie beide Grenzen, kommt die Signatureinheit dazu, das Buchungstool bleibt unverändert.

Salon mit bestehender RKSV-Kasse

Sie haben helloCash, ready2order, ETRON Style Start oder eine andere Kasse und sind zufrieden damit? Dann ist der Wechsel auf ein Kassenpaket mit Terminmodul fast immer der teurere und riskantere Weg: neue Kasse anmelden, alte abmelden, Team umschulen, nur um Termine online buchbar zu machen. Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Kasse ein kostenloses Terminfeature hat (helloCash) und ob es Ihren Anforderungen reicht. Reicht es nicht, stellen Sie ein eigenes Buchungstool daneben. Die kostenlose Version von ViteUneCoupe lässt sich an einem Nachmittag einrichten, ohne dass an der Kasse irgendetwas verändert wird.

Salongründung mit Kasse und Terminbuchung von Anfang an

Bei der Neugründung sind beide Wege offen. Für ein integriertes System spricht, wenn Sie ohnehin ein Paket wie ETRON Style Pro Booking wollen, weil Warenwirtschaft, Gutscheinverwaltung und DATEV-Export für Sie Pflicht sind und die Terminübernahme in die Kassa den Aufpreis rechtfertigt. Für zwei Systeme spricht, wenn Sie das Budget in der Gründungsphase schonen wollen und Wert auf eine starke Buchungsseite legen: eine günstige RKSV-Kasse plus ein provisionsfreies Buchungstool kostet, wie oben gerechnet, zwischen 138 € und 606,70 € pro Jahr. Welche kostenlosen Friseursoftware-Optionen es in Österreich sonst noch gibt, behandeln wir im Beitrag zur kostenlosen Friseursoftware in Österreich.

Mehrere Mitarbeitende und viele Produkte

Je mehr Fachkräfte abrechnen und je mehr Produkte über die Theke gehen, desto stärker wiegt die nahtlose Übernahme des Termins in die Kassa. Ab etwa vier Spalten und einem spürbaren Produktverkauf wird ein integriertes System wie ETRON Style Pro Booking oder Tillhub mit Terminkalender interessanter, weil der Zeitgewinn pro Abrechnung sich summiert. Rechnen Sie dann aber mit den Preisen für Ihre tatsächliche Teamgröße: ETRONs 84 € gelten für bis zu zwei Mitarbeitende, jede Erweiterung kostet extra.

Checkliste vor der Unterschrift

Egal welchen Weg Sie wählen, lassen Sie sich diese Punkte schriftlich bestätigen:

  1. Ist die Kasse RKSV-konform, mit Signaturerstellungseinheit und Anmeldung über FinanzOnline, und was kostet die Signatur pro Jahr?
  2. Unterstützt die Kasse den elektronischen Beleg nach § 132a BAO (seit 1. Oktober 2026), und kostet das extra?
  3. Falls ein Terminmodul dabei ist: Ist es im Paketpreis enthalten oder ein Aufpreis, für wie viele Mitarbeitende, und können Kundinnen wirklich selbst online buchen oder nur Sie im Kalender eintragen?
  4. Falls zwei Systeme: Bekomme ich beim Buchungstool meine Kundendaten jederzeit maschinenlesbar exportiert, und fällt irgendwo eine Provision an?
  5. Was kostet das Gesamtpaket pro Jahr zuzüglich 20 % USt., inklusive Aktivierung, Pflichtmodulen, Jahresbelegprüfung und Support?

Wer diese fünf Fragen beantwortet hat, braucht keinen Verkäufer mehr, um zu entscheiden.

Häufig gestellte Fragen

Ersetzt ein Terminbuchungstool die Registrierkasse in Österreich?

Nein. Ein Terminbuchungstool wie ViteUneCoupe verwaltet Termine, Buchungsseite und Kundenkartei, signiert aber keine Barumsätze und erstellt keine RKSV-Belege. Sobald Ihr Salon mehr als 15.000 € Jahresumsatz und mehr als 7.500 € Barumsätze macht, brauchen Sie eine eigene, RKSV-konforme Registrierkasse, die Sie über FinanzOnline anmelden.

Ist ein Kassensystem mit Terminmodul rechtlich sicherer als zwei getrennte Systeme?

Nein. RKSV und BAO stellen Anforderungen an die Kasse (Beleg, Datenerfassungsprotokoll, Jahresbeleg, FinanzOnline-Anmeldung), nicht an Ihren Terminkalender. Ob die Terminbuchung im Kassensystem oder in einem separaten Tool läuft, ist steuerlich ohne Bedeutung. Entscheidend ist, dass jede Bezahlung im Salon über die Kasse läuft.

Was kostet die Kombination aus Registrierkasse und Online-Terminbuchung pro Jahr?

Mit den am 30. Oktober 2026 geprüften Preisen reicht die Spanne von 138 € netto pro Jahr (Pocketbill Basic plus ViteUneCoupe kostenlos) über 258,70 € (helloCash Basic plus ViteUneCoupe kostenlos) und 606,70 € (helloCash Basic plus ViteUneCoupe Standard) bis zu mindestens 1.008 € für ETRON Style Pro Booking als Ein-System-Lösung. Hardware und 20 % USt. kommen jeweils dazu.

Muss ich den online gebuchten Termin in der Kasse erfassen?

Nicht den Termin, aber die Bezahlung. Die Online-Buchung ist kein Kassenvorgang. Zahlt die Kundin nach der Leistung im Salon bar oder mit Karte, ist das ein Barumsatz, der in der Registrierkasse erfasst wird, mit Beleg. Bei einem integrierten System wird der Termin dafür übernommen, bei zwei Systemen tippen Sie die Leistung in der Kasse an.

Darf ich der Kundin seit Oktober 2026 nur noch einen digitalen Beleg geben?

Seit 1. Oktober 2026 gilt ein elektronischer Beleg laut § 132a BAO als Beleg, wenn er unmittelbar nach der Zahlung für die Kundin abrufbar ist. Verlangt die Kundin oder die Abgabenbehörde einen ausgedruckten Beleg, müssen Sie ihn aber weiterhin aushändigen. Der digitale Beleg kommt aus der Registrierkasse, nicht aus dem Terminbuchungstool.

Welche Kasse passt am besten zu ViteUneCoupe?

Jede RKSV-konforme Kasse, denn es gibt keine technische Verbindung und braucht auch keine: Termine und Kundenkartei liegen in ViteUneCoupe, Umsätze und Belege in der Kasse. In der Praxis wählen Salons die Kasse, die Ihre Steuerberatung kennt und deren Export sie gern verarbeitet, etwa helloCash, Pocketbill, ready2order oder ETRON Style Start.

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