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Terminsoftware für selbstständige Friseurinnen und Friseure: was Sie allein wirklich brauchen

Geschrieben von Veröffentlicht am 15 Min. Lesezeit
Illustration einer selbstständigen Friseurin in ihrem kleinen Ein-Stuhl-Salon, die zwischen zwei Kundinnen ihren Terminkalender auf dem Smartphone prüft, neben der Tür ein Rucksack mit Friseurwerkzeug für Hausbesuche

Wer allein arbeitet, braucht keine Salonsoftware für zwölf Mitarbeitende. Sie brauchen einen Kalender, den Ihre Kundinnen selbst füllen können, eine Kundenkartei und eine Nachricht, die an den Termin erinnert. Alles andere, Mitarbeiterverwaltung, Filialvergleich, Lagerbestand, Kassenmodul mit Schichtabschluss, kostet Geld und Einrichtungszeit, ohne dass es Ihnen als Einzelkämpferin oder Einzelkämpfer einen einzigen Termin mehr bringt.

Dieser Artikel richtet sich an drei Gruppen, die im deutschen Friseurhandwerk oft unter einem Begriff zusammengefasst werden und doch unterschiedliche Anforderungen haben: die Inhaberin eines Einzelsalons mit einem oder zwei Stühlen, die Stuhlmieterin in einem fremden Salon und die mobile Friseurin, die ihre Kundschaft zu Hause besucht. Er zeigt, welche Funktionen Sie wirklich brauchen, welche Sie getrost streichen können, was deutsche Anbieter für eine einzelne Person verlangen (alle Preise geprüft am 29. Oktober 2026) und wo ein kostenloser Terminkalender mit eigener Buchungsseite wie ViteUneCoupe passt und wo ehrlicherweise nicht.

Ein Hinweis zur Einordnung: Dieser Blog gehört zu ViteUneCoupe. Wir nennen deshalb Konkurrenten mit ihren echten Stärken und Preisen, damit Sie vergleichen können, statt uns glauben zu müssen.

Drei Situationen, drei Anforderungsprofile

Bevor es um Funktionen geht, lohnt ein Blick darauf, was Ihre Situation von einem Team-Salon unterscheidet.

Der Einzelsalon mit einem Stuhl

Sie sind Inhaberin, Empfang, Buchhaltung und Fachkraft in einer Person. Das größte Problem ist nicht die Organisation der Termine, sondern der Moment, in dem sie entstehen: Das Telefon klingelt, während Sie gerade Strähnen setzen. Entweder unterbrechen Sie die Kundin auf dem Stuhl oder Sie verpassen den Anruf, und manche Anruferin bucht dann eben beim nächsten Salon. Für den Einzelsalon ist Online-Terminbuchung deshalb keine Komfortfunktion, sondern der Ersatz für die Rezeptionskraft, die Sie sich nicht leisten.

Die Stuhlmieterin im fremden Salon

Sie arbeiten selbstständig unter einem fremden Dach. Rechtlich ist entscheidend, dass Ihre Termine Ihre Termine bleiben: Ein gemeinsames Terminbuch, in dem die Saloninhaberin Ihre Lücken füllt, ist eines der Indizien, die bei einer Prüfung für Scheinselbstständigkeit sprechen. Was das im Detail bedeutet und wie der Vertrag aussehen sollte, erklärt unser Leitfaden zur Stuhlmiete im Friseursalon. Für die Softwarewahl folgt daraus eine klare Anforderung: ein eigenes Konto mit eigener Buchungsseite, eigenen Preisen und eigener Kundenkartei, unabhängig vom System des Salons.

Die mobile Friseurin

Sie fahren zur Kundschaft. Ihr Kalender muss Fahrzeiten abbilden, Ihre Buchungsseite darf keine Uhrzeiten anbieten, zu denen Sie noch am anderen Ende der Stadt stehen, und die Adresse der Kundin ist für Sie so wichtig wie die gebuchte Leistung. Handwerksrechtlich gilt für Sie übrigens dasselbe wie für einen festen Salon: Das Friseurhandwerk steht in Anlage A der Handwerksordnung (geprüft am 29. Oktober 2026), die Meisterpflicht und die Eintragung in die Handwerksrolle hängen nicht davon ab, ob Sie Räume mieten oder mit dem Koffer unterwegs sind. Die Wege ohne eigenen Meisterbrief beschreibt der Artikel Friseursalon eröffnen.

Was Sie als Einzelkämpferin wirklich brauchen

Die folgende Liste ist bewusst kurz. Sie ergibt sich aus dem Alltag ohne Empfang, nicht aus Funktionslisten der Anbieter.

Funktion Warum sie für eine Person zählt Priorität
Online-Buchungsseite, rund um die Uhr erreichbar Ersetzt das Telefon, das Sie am Stuhl nicht abnehmen können Pflicht
Leistungskatalog mit Dauer und Preis Nur wenn jede Leistung eine realistische Dauer hat, bucht niemand eine Balayage in einen 45-Minuten-Slot Pflicht
Kalender mit eigenen Arbeitszeiten und Sperrzeiten Urlaub, Fortbildung, der Kindergarten-Abholtermin: alles muss die Buchungsseite kennen Pflicht
Kundenkartei mit Kontaktdaten und Notizen Farbrezeptur, Allergien, Adresse für Hausbesuche, letzter Besuch Pflicht
Automatische Bestätigung und Erinnerung Ein verhinderter Terminausfall im Monat zahlt bei den meisten Anbietern das ganze Abo Sehr empfohlen
Kalender auf dem Handy, synchron mit dem privaten Kalender Sie haben keinen Tresen mit Bildschirm, Ihr Büro ist Ihre Hosentasche Sehr empfohlen
Stornolink für die Kundin Wer mit einem Klick absagen kann, sagt ab, statt einfach nicht zu kommen Empfohlen
Export der Kundendaten Damit Sie den Anbieter wechseln können, ohne Ihre Kartei zu verlieren Empfohlen

Zwei Dinge fehlen auffällig: ein Kassenmodul und eine Mitarbeiterverwaltung. Dazu gleich mehr.

Die unterschätzte Anforderung: Dauer je Leistung

Bei einem Team gleichen Kolleginnen Fehlplanungen aus. Allein gibt es niemanden, der einspringt. Deshalb ist der Leistungskatalog Ihr wichtigstes Steuerinstrument: Jede Leistung bekommt eine Dauer, die Sie wirklich brauchen, inklusive Beratung, Einwirkzeit und Aufräumen. Eine mobile Friseurin rechnet die typische Fahrzeit mit ein, zum Beispiel "Schneiden und Föhnen, Hausbesuch, 90 Minuten", statt die Fahrt irgendwo dazwischen zu quetschen. Wer hier ehrlich plant, braucht später keine komplizierten Pufferregeln. Welche Zeiten bei Farbterminen realistisch sind, zeigt der Beitrag zu Farbterminen und Einwirkzeiten.

Was Sie getrost weglassen können

Jede Funktion, die Sie nicht nutzen, kostet trotzdem: im Abopreis, in der Einrichtung und in der täglichen Bedienung. Für eine Person sind diese Module in der Regel überflüssig:

  • Mitarbeiterverwaltung, Dienstpläne, Zeiterfassung, Provisionsabrechnung. Sie planen sich selbst. Viele Anbieter staffeln ihre Preise nach Mitarbeitenden, achten Sie darauf, dass Sie wirklich den Ein-Personen-Tarif bekommen.
  • Filialverwaltung und Standortvergleich. Selbsterklärend.
  • Lager und Warenwirtschaft. Zwei Regale Pflegeprodukte verwalten Sie mit einem Blick, nicht mit einem Modul.
  • Marktplatz-Listing gegen Neukundenprovision. Für einen Stuhl mit begrenzter Kapazität ist eine Provision von bis zu 35 % auf die Erstbuchung ein hoher Preis, wenn Sie Ihre Zeit auch über Empfehlungen und Ihr Google-Unternehmensprofil füllen können. Mehr dazu im Vergleich Direktbuchung oder Plattform.
  • Das Kassenmodul in der Terminsoftware. Das verdient einen eigenen Absatz.

Kasse ja, aber nicht unbedingt in der Terminsoftware

Wer in Deutschland ein elektronisches Kassensystem einsetzt, braucht eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) und muss die Vorgaben der Kassensicherungsverordnung einhalten. Diese Pflicht hängt an der Kasse, nicht an der Terminsoftware. Sie können also eine schlanke, kostenlose Terminverwaltung mit einer separaten Kassenlösung kombinieren, oder, solange Sie keine elektronische Kasse einsetzen, mit einer offenen Ladenkasse samt täglichem Kassenbericht arbeiten. Was steuerlich für Sie richtig ist, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung; dieser Absatz ist eine redaktionelle Einordnung, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für die Softwarewahl heißt das: Lassen Sie sich kein Kassenmodul für 10 bis 30 € im Monat mitverkaufen, nur weil es im Paket steckt.

SMS-Erinnerungen: ehrlich abwägen

SMS-Erinnerungen sind für Einzelkämpferinnen weder Pflicht noch überflüssig, sie hängen von Ihrer Kundschaft ab. Wer fast nur online gebuchte Termine hat, besitzt von jeder Kundin eine funktionierende E-Mail-Adresse, und eine E-Mail-Erinnerung erreicht sie. Wer dagegen viele Termine per Anruf oder am Stuhl vereinbart und nur Handynummern notiert, ist mit SMS besser bedient und sollte die Kosten pro Nachricht einkalkulieren. Den ausführlichen Vergleich beider Kanäle mit deutschen Preisen finden Sie im Artikel zu Terminerinnerungen im Friseursalon.

Was Terminsoftware für eine Person in Deutschland kostet

Für diesen Vergleich haben wir die öffentlichen deutschen Preisseiten am 29. Oktober 2026 geprüft und jeweils den kleinsten Tarif herausgesucht, der eine einzelne buchbare Person abdeckt. Preismodelle ändern sich, prüfen Sie die Seite vor der Anmeldung noch einmal selbst.

Anbieter Kleinster Tarif für eine Person Netto oder brutto Erinnerungen im Tarif Besonderheit
ViteUneCoupe 0 €, dauerhaft, unbegrenzte Online-Buchungen, 0 % Provision entfällt E-Mail-Bestätigung, -Erinnerung und -Dankesmail im Standard-Tarif (29 € zzgl. MwSt./Monat, monatlich kündbar) Reines Terminbuchungstool, keine Kasse, keine SMS
Timify Classic 0 € Premium zzgl. MwSt. Classic: Buchungsbestätigung per E-Mail, Terminerinnerungen erst in Premium (ab 25 € jährlich bzw. 31 € monatlich) Generischer Terminplaner, kein Friseurfokus
SumUp Terminbuchung Kostenloses Kassensystem mit 1 Kalender, 0 € Abo Plus 49 €/Monat zzgl. MwSt. E-Mail, SMS nur in Plus Kostenlose Variante ist an SumUp-Zahlungen gekoppelt, keine Provision auf Buchungen
Terminbuch.de (COMHAIR) 4,90 €/Monat Grundgebühr plus 0,30 € je Kundenbuchung, gedeckelt bei 59 €/Monat zzgl. MwSt. SMS 0,09 € je Nachricht Nutzungsabhängig, Datenübernahme 425 bzw. 575 €
Fresha Selbstständig 14,95 €/Monat, 1 buchbare Person Preisseite weist "exkl. 20,0 % Mehrwertsteuer" aus, nicht den deutschen Satz E-Mail unbegrenzt kostenlos, 20 SMS oder WhatsApp frei, dann 0,10 € je SMS Monatlich kündbar, 7 Tage Test, Marktplatz-Neukundengebühr auf der Preisseite ohne Prozentsatz
cituro Basic 17 €/Monat, 1 buchbarer Kalender zzgl. MwSt. SMS-Kosten nicht auf der Preisseite dokumentiert Augsburg, Mindestlaufzeit 1 Monat, jährlich 15 % günstiger
belbo Kalender "ab 19,90 € netto" laut FAQ, Pakete ohne Preise netto E-Mail, SMS nach Verbrauch (Preis nicht dokumentiert) Monatlich kündbar, Kasse auf Wunsch
studiolution Uschi 27,95 €/Monat monatlich, 22,95 € bei Jahreszahlung, 1 Mitarbeiter netto SMS-Modul 2,50 €/Monat plus 0,07 € je SMS Nürnberg, Monatstarif jederzeit kündbar, +2,95 € je weiterer Person
Bookily Basis 29,90 €/Monat monatlich, 19,90 € bei Jahreszahlung, 1 Mitarbeiter zzgl. MwSt. SMS nach Verbrauch (Preis nicht dokumentiert) Stuttgart, keine Provision je Termin
Booksy 35 €/Monat, +7 € je weiterer Person zzgl. Steuern Bestätigungen und Erinnerungen "immer kostenlos" Nur monatlich, jederzeit kündbar, Marktplatz inklusive
Treatwell Connect Starter 39 €/Monat zzgl. MwSt. E-Mail; SMS nicht auf der Preisseite dokumentiert 35 % Provision auf die Erstbuchung neuer Kundinnen über den Marktplatz, standortabhängig
Shore Booking 49,90 €/Monat bei Jahresvertrag, 59,90 € monatlich zzgl. 19 % MwSt. SMS, E-Mail, WhatsApp; SMS-Preis nicht dokumentiert Auf Teams und Kasse ausgelegt, Jahresvertrag mit 12 Monaten Laufzeit
Salonkee Go "ab 59 €/Monat" Netto oder brutto auf der Preisseite nicht angegeben E-Mail und SMS gelistet, SMS-Preis nicht dokumentiert Marktplatz-Listing inklusive, Abrechnungsperiode nicht angegeben

"Nicht auf der Preisseite dokumentiert" bedeutet nicht "nicht vorhanden", sondern nur, dass Sie im Gespräch gezielt nachfragen sollten. Die ausführliche Gegenüberstellung der großen Anbieter mit Kasse, Vertragslaufzeiten und Marktplatz-Provisionen steht im Vergleich der Terminsoftware für Friseursalons; dieser Artikel konzentriert sich bewusst auf den Ein-Personen-Fall.

Rechenbeispiel: was ein Jahr allein kostet

Ein Rechenbeispiel, ausdrücklich als Beispiel gekennzeichnet: Eine selbstständige Friseurin hat 120 Termine im Monat und möchte Online-Buchung plus E-Mail-Erinnerung.

Variante Monatliche Kosten Jahreskosten (netto)
ViteUneCoupe, kostenloser Tarif (ohne Erinnerungen) 0 € 0 €
ViteUneCoupe Standard (E-Mail-Erinnerungen, Kalendersync) 29 € zzgl. MwSt. 29 € × 12
Terminbuch.de bei 120 Kundenbuchungen 4,90 € + 120 × 0,30 € = 40,90 € zzgl. MwSt. 490,80 €
studiolution Uschi, monatlich 27,95 € netto 335,40 €
studiolution Uschi, Jahreszahlung 22,95 € netto 275,40 €
Fresha Selbstständig 14,95 € 179,40 €
Booksy 35 € zzgl. Steuern 420 €

Die Spanne für denselben Zweck reicht also von 0 € bis knapp 500 € im Jahr, ohne Kasse, ohne Marktplatz. Zwei Lesehinweise dazu. Erstens: Softwarekosten sind Betriebsausgaben, sie mindern Ihren Gewinn, nicht Ihren Umsatz; wer mit 120 Terminen zu durchschnittlich 55 € rund 6.600 € Umsatz im Monat erzielt, hat davon nach Miete, Material, Versicherungen, Rücklagen und Steuern deutlich weniger zur Verfügung, und 40 € Software sind ein spürbarer Posten in dieser Rechnung. Zweitens: Ein einziger verhinderter Terminausfall im Monat bringt bei 55 € Durchschnittsumsatz mehr ein, als die meisten dieser Tarife kosten. Erinnerungen sind deshalb der Posten, bei dem sich Bezahlen am ehesten rechnet; wie Sie "kostenlos" von "kostenlos mit Haken" unterscheiden, sortiert der Artikel kostenlose oder bezahlte Friseursoftware.

Kleinunternehmerin? Dann zählt der Bruttopreis

Viele Einzelkämpferinnen starten unter der Kleinunternehmerregelung des § 19 UStG (geprüft am 29. Oktober 2026). Wer sie nutzt, weist keine Umsatzsteuer aus, darf aber auch keine Vorsteuer abziehen. Für Ihren Softwarevergleich heißt das: "27,95 € netto" kostet Sie tatsächlich 33,26 €, denn die 19 % Umsatzsteuer auf den Abopreis bekommen Sie vom Finanzamt nicht zurück. Rechnen Sie Nettopreise deshalb immer mit 19 % hoch, bevor Sie Anbieter vergleichen. Die Regelung im Detail erklärt der Beitrag zur Kleinunternehmerregelung im Friseursalon.

Besonderheiten je Situation

Stuhlmieterin: eigenes Konto statt Platz im Salonkalender

Die einfachste und sauberste Lösung ist ein eigenes, kostenloses Konto mit eigener Buchungsseite. Sie legen Ihre Leistungen mit Ihren Preisen an, Ihre Arbeitszeiten, Ihre Kundenkartei. Der Salon kann weiterhin sein eigenes System nutzen. Die Saloninhaberin sieht Ihre Termine nicht, verteilt sie nicht und nimmt sie nicht an, und genau so soll es sein. Wenn der Salon Ihnen anbietet, Sie "einfach als Mitarbeiterin" in seiner Software anzulegen, lehnen Sie freundlich ab: Das ist bequem für den Salon und riskant für Ihren Status als Selbstständige.

Praktisch bedeutet das auch: Ihr Buchungslink gehört auf Ihre eigenen Kanäle, Ihr Instagram-Profil, Ihre Visitenkarte, Ihr eigenes Google-Unternehmensprofil, nicht nur auf die Website des Salons. Wie Sie das Profil anlegen und den Buchungslink dort hinterlegen, zeigt der Leitfaden zum Google-Unternehmensprofil für Friseursalons.

Mobile Friseurin: Fahrzeit, Adresse, Einzugsgebiet

Drei Punkte entscheiden, ob Online-Buchung für Hausbesuche funktioniert:

  1. Fahrzeit gehört in die Leistungsdauer. Legen Sie Hausbesuchs-Varianten Ihrer Leistungen an, deren Dauer die durchschnittliche Fahrt enthält. So entsteht automatisch Luft zwischen zwei Terminen, ohne dass Sie jeden Termin von Hand verschieben.
  2. Die Adresse ist Pflichtangabe. Bitten Sie Neukundinnen, sie bei der Buchung anzugeben, zum Beispiel über einen Hinweis in der Leistungsbeschreibung ("Bitte Adresse und Stockwerk per E-Mail nachreichen"); die Kundenkartei von ViteUneCoupe speichert Name, E-Mail, Telefon und Terminhistorie, aber kein Notiz- oder Adressfeld, die Adressliste führen Sie daneben.
  3. Einzugsgebiet klar benennen. Schreiben Sie auf die Buchungsseite, welche Stadtteile oder welchen Radius Sie bedienen und was eine Anfahrt kostet. Das spart Absagen nach der Buchung. Preise und Anfahrtspauschale müssen dabei den Vorgaben der Preisangabenverordnung genügen; wie Sie Preise korrekt online darstellen, erklärt der Artikel zur Preisliste im Friseursalon.

Dazu kommt der Kalender auf dem Handy: Sie haben keinen Bildschirm am Tresen, also muss jeder neue Termin dort landen, wo Sie ohnehin hinschauen. Eine Kalender-Synchronisation per ICS in den Google- oder Apple-Kalender ist für mobile Friseurinnen deshalb wichtiger als für jeden Salon.

Einzelsalon: das Telefon abstellen, nicht die Erreichbarkeit

Im Einzelsalon ist der größte Gewinn, dass das Telefon seltener klingelt. Das passiert nicht von allein: Stammkundinnen buchen weiter telefonisch, solange niemand ihnen den Link gibt. Erklären Sie am Stuhl, dass Sie Termine jetzt online annehmen, legen Sie Kärtchen mit QR-Code an den Spiegel, stellen Sie den Link in Ihr Google-Unternehmensprofil und hinterlegen Sie ihn in der Mailbox-Ansage. Wie die Umstellung vom Papierterminbuch gelingt und welche Ängste berechtigt sind, beschreibt der Beitrag vom Papier-Terminbuch zur digitalen Terminverwaltung; die technische Einrichtung einer Buchungsseite erklärt Online-Terminbuchung für die eigene Website.

Datenschutz gilt auch für eine Person

Dass Sie allein arbeiten, befreit Sie nicht von der Datenschutz-Grundverordnung. Ihre Kundenkartei enthält personenbezogene Daten, und die Terminsoftware verarbeitet sie in Ihrem Auftrag. Zwei Dinge sollten Sie bei jedem Anbieter prüfen, bevor Sie Kundendaten eingeben: Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO (geprüft am 29. Oktober 2026), und können Sie Ihre Daten exportieren und löschen lassen? Beides gilt für ViteUneCoupe wie für jeden anderen Anbieter. Ihre eigene Datenschutzerklärung auf der Buchungsseite und ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten gehören ebenfalls dazu, auch im Ein-Personen-Betrieb. Dieser Abschnitt ist eine redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung; die Details stehen im Leitfaden zur DSGVO-konformen Kundenkartei im Friseursalon.

Wo ViteUneCoupe für Einzelkämpferinnen passt, und wo nicht

ViteUneCoupe ist ein Terminbuchungstool aus Frankreich, vollständig auf Deutsch verfügbar, und genau auf den Bedarf zugeschnitten, der oben in der Tabelle als "Pflicht" steht. Der kostenlose Tarif enthält unbegrenzte Online-Buchungen mit dauerhaft 0 % Provision, eine eigene Buchungsseite, den Leistungskatalog mit Preisen und Dauern, Kalender mit Arbeitszeiten, Kundenkartei und Mitarbeiterplanung, die Sie als Einzelperson schlicht nicht nutzen. Eine Kreditkarte braucht es für den Start nicht, eine Mindestlaufzeit gibt es nicht. Eine deutsche Beispiel-Buchungsseite können Sie sich unter app.viteunecoupe.com/de/salon/style ansehen.

Der Standard-Tarif für 29 € zzgl. MwSt. pro Monat, monatlich kündbar, ergänzt genau die beiden Punkte aus der Spalte "Sehr empfohlen": automatische Bestätigungs-, Erinnerungs- und Dankes-E-Mails sowie die Kalender-Synchronisation per ICS auf Ihr Handy. Für den Ein-Personen-Betrieb ist das die komplette Ausstattung.

Was ViteUneCoupe nicht ist, in aller Deutlichkeit:

  • keine Kasse und keine TSE, keine Buchhaltung, keine Lagerverwaltung;
  • keine SMS- und keine WhatsApp-Erinnerungen, in keinem Tarif;
  • keine Anzahlungen und keine automatischen Stornogebühren; ein Anti-No-Show-Schutz über die Hinterlegung der Bankkarte ist im Tarif Standard + Anti No-Show für 49 € zzgl. MwSt. pro Monat angekündigt und noch nicht buchbar;
  • keine Warteliste, keine Zahlungsabwicklung, kein Marktplatz, der Ihnen Neukundschaft vermittelt: Ihre Buchungsseite lebt davon, dass Sie den Link selbst verbreiten;
  • kein Reserve-with-Google-Button; die Alternative ist der Buchungslink in Ihrem Google-Unternehmensprofil.

Wenn Sie als mobile Friseurin ohne E-Mail-Adressen arbeiten und SMS brauchen, oder wenn Sie Kasse und Terminbuch unbedingt in einem System wollen, sind Sie mit studiolution, belbo oder einem der anderen Anbieter aus der Tabelle ehrlicherweise besser bedient. Wenn Sie dagegen ein Terminbuch suchen, das Ihre Kundinnen selbst füllen, ohne Provision und ohne Fixkosten, ist der kostenlose Tarif für eine Person vollständig.

In einer Stunde startklar: die Reihenfolge

  1. Leistungen anlegen, jede mit ehrlicher Dauer und Preis; Hausbesuchs-Varianten mit Fahrzeit, falls Sie mobil arbeiten.
  2. Arbeitszeiten eintragen, bereits bekannte Sperrzeiten (Urlaub, Fortbildung) blockieren.
  3. Bestehende Kundinnen mit Name, E-Mail und Telefon in die Kundenkartei übernehmen (Notizen wie Farbrezepturen separat weiterführen), bei einem Wechsel per Export aus dem alten System.
  4. Buchungsseite testen: selbst einen Termin buchen, verschieben und stornieren, wie es eine Kundin täte.
  5. Link verbreiten: Google-Unternehmensprofil, Instagram-Bio, Visitenkarte mit QR-Code, Mailbox-Ansage.
  6. Nach vier Wochen prüfen: Welche Leistungen wurden zu kurz geplant, welche Zeiten bleiben leer, welche Kundinnen sind ohne Absage nicht erschienen. Dann Dauern und Zeiten nachjustieren.

Häufig gestellte Fragen

Reicht eine kostenlose Terminsoftware für eine selbstständige Friseurin?

Für Online-Buchung, Leistungskatalog, Kalender und Kundenkartei ja. Grenzen erreichen Sie, wenn Sie eine TSE-konforme Kasse im selben System, SMS-Erinnerungen oder Neukundengewinnung über einen Marktplatz brauchen. Prüfen Sie außerdem, ob "kostenlos" dauerhaft gilt oder nur eine Testphase ist, und ob Provisionen auf Buchungen anfallen.

Kann ich als Stuhlmieterin die Software des Salons mitbenutzen?

Technisch oft ja, rechtlich ist es heikel: Ein gemeinsamer Kalender, in dem der Salon Ihre Termine verwaltet, ist eines der Indizien für Scheinselbstständigkeit. Sauberer ist ein eigenes Konto mit eigener Buchungsseite, eigenen Preisen und eigener Kundenkartei; bei ViteUneCoupe ist das im kostenlosen Tarif möglich. Dies ist eine redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung.

Wie plane ich als mobile Friseurin Fahrzeiten in der Online-Buchung?

Am einfachsten über die Leistungsdauer: Legen Sie Hausbesuchs-Varianten an, deren Dauer die durchschnittliche Fahrzeit enthält, und nennen Sie auf der Buchungsseite Ihr Einzugsgebiet und die Anfahrtspauschale. So entstehen Puffer automatisch, ohne dass Sie jeden Termin von Hand verschieben.

Brauche ich als Einzelkämpferin eine Kasse in der Terminsoftware?

Nein. Die TSE-Pflicht hängt an einem elektronischen Kassensystem, nicht an der Terminsoftware. Sie können eine schlanke Terminverwaltung mit einer separaten Kasse oder, soweit zulässig, mit einer offenen Ladenkasse kombinieren. Welche Variante steuerlich für Sie passt, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

Was kostet Terminsoftware für eine Person in Deutschland?

Zwischen 0 € (ViteUneCoupe kostenloser Tarif, Timify Classic, SumUp mit einem Kalender) und etwa 35 bis 60 € netto im Monat bei Anbietern, die auf Teams und Kasse ausgelegt sind. Ein-Personen-Tarife mit Erinnerungen liegen bei Fresha (14,95 €), cituro (17 €), belbo (ab 19,90 € netto) und studiolution (22,95 bis 27,95 € netto), alle Preise geprüft am 29. Oktober 2026. Als Kleinunternehmerin rechnen Sie Nettopreise mit 19 % hoch, weil Sie keine Vorsteuer abziehen.

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