Terminsoftware für Friseursalons im Vergleich 2026: Preise, Provisionen, Verträge
Wer heute Terminsoftware für seinen Friseursalon sucht, findet ein Dutzend Anbieter, zehn verschiedene Preismodelle und fast nirgendwo eine ehrliche Gesamtrechnung. Manche Systeme kosten eine feste Monatsgebühr, andere sind scheinbar kostenlos und verdienen an Provisionen oder Zahlungsgebühren, wieder andere nennen ihre Preise gar nicht erst öffentlich.
Dieser Vergleich schafft Ordnung: Wir haben die Terminsysteme angesehen, die in Deutschland tatsächlich von Friseursalons genutzt werden, und für jeden Anbieter die offizielle deutsche Preisseite geprüft (Stand: Oktober 2026). Wo ein Anbieter seine Preise nicht veröffentlicht, schreiben wir das genau so: nicht dokumentiert. Erfundene Zahlen helfen niemandem.
Eine Transparenz vorweg: Dieser Blog gehört zu ViteUneCoupe, einer kostenlosen Terminbuchungssoftware ohne Provision für Friseursalons. ViteUneCoupe taucht im Vergleich auf, mit seinen Stärken und ganz offen auch mit seinen Grenzen. Sie sollen am Ende das System wählen, das zu Ihrem Salon passt, nicht das mit dem lautesten Marketing.
Worauf es beim Vergleich wirklich ankommt
Der Monatspreis auf der Website ist nur ein Teil der Wahrheit. Fünf Fragen entscheiden über die echten Kosten:
- Grundgebühr: Was kostet das System pro Monat, und steigt der Preis pro Mitarbeiterin oder Kalenderspalte?
- Provisionen: Verlangt der Anbieter einen Anteil am Umsatz, etwa für Neukunden, die über einen Marktplatz buchen?
- Nebenkosten: Was kosten SMS-Erinnerungen, Online-Zahlungen, TSE-Module oder die Einrichtung?
- Vertragsbindung: Monatlich kündbar oder zwölf Monate Mindestlaufzeit? Günstige Jahrespreise binden oft ein ganzes Jahr.
- Funktionsumfang: Brauchen Sie nur Online-Terminbuchung und Kundenkartei, oder auch Kasse (mit TSE), Lagerverwaltung und Marketing?
Gerade der letzte Punkt wird oft übersprungen. Ein Ein-Personen-Salon, der nur Termine online annehmen will, zahlt bei einer All-in-One-Suite für viele Funktionen mit, die er nie öffnet. Wie Sie entscheiden, ob sich ein Bezahlsystem für Ihren Salon überhaupt rechnet, haben wir im Artikel über kostenlose und bezahlte Friseursoftware ausführlich durchgerechnet.
Die Vergleichstabelle: Preise und Provisionen auf einen Blick
Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer und wurden im Oktober 2026 auf den offiziellen deutschen Websites der Anbieter geprüft. "Nicht dokumentiert" bedeutet: Der Anbieter veröffentlicht diese Angabe nicht, sondern nennt Preise nur auf Anfrage.
| Anbieter | Einstiegspreis (zzgl. MwSt.) | Provision | Kassensystem | Vertragsbindung |
|---|---|---|---|---|
| ViteUneCoupe | 0 € (kostenlose Version), Standard 29 €/Monat | 0 %, dauerhaft | Nein | Monatlich kündbar |
| Shore | Booking ab 49,90 €/Monat (bei Jahresvertrag), 59,90 € monatlich | Keine | Ja (eigene Pakete ab 49,90 €) | Jahresvertrag 12 Monate, monatlich kündbar mit 14 Tagen Frist |
| Treatwell Connect | Starter 39 €/Monat, Advanced 49 €/Monat + 7,50 € TSE | 35 % auf die Erstbuchung von Marktplatz-Neukunden, 0 % auf Folgebuchungen | Ja (Advanced) | Monats- oder Jahresvertrag |
| Salonkee | Nicht dokumentiert (Angebot auf Anfrage) | Nicht dokumentiert | Ja | Nicht dokumentiert |
| Planity | Nicht dokumentiert (Beratung auf Anfrage) | "Keine Provisionen" laut Anbieter | Ja (Paket mit Kasse) | Nicht dokumentiert |
| Fresha | Freelancer 14,95 €/Monat, Team 9,95 €/Teammitglied/Monat | Laut Preisseite keine Marktplatzgebühr; Zahlungsgebühren ab 0,59 % + 0,15 € | Zahlungsterminal, keine klassische deutsche Kasse dokumentiert | Keine Mindestlaufzeit |
| Studiolution | 27,95 €/Monat (1 Mitarbeiter, je +2,95 €) | Keine | Ja (37,95 €/Monat, TSE 6,95 €/Monat) | Monatlich kündbar |
| Phorest | Nicht dokumentiert (Angebot auf Anfrage) | Keine dokumentiert | Ja | Nicht dokumentiert |
| Timify | Classic kostenlos, Premium ab 25 €/Monat (bei Jahresvertrag) | Keine | Nein | Mindestlaufzeit 1 Monat |
| belbo | Auf der eigenen Preisseite nicht dokumentiert | Keine Neukunden-Provision laut Anbieter | Ja | Nicht dokumentiert |
Die Spannbreite ist enorm: von dauerhaft kostenlos bis weit über 100 € im Monat für All-in-One-Pakete, von 0 % Provision bis 35 % auf Neukunden-Erstbuchungen. Sehen wir uns die Anbieter einzeln an.
ViteUneCoupe: kostenlos und ohne Provision, aber bewusst schlank
Fangen wir ehrlich mit dem eigenen Produkt an, inklusive der Grenzen. ViteUneCoupe ist ein reines Terminbuchungs-Tool aus Frankreich, komplett auf Deutsch verfügbar. Es ist keine Komplettlösung für die Salonverwaltung: Es gibt kein Kassensystem, keine Lagerverwaltung, keine Lohnabrechnung und keine SMS-Erinnerungen. Erinnerungen laufen ausschließlich per E-Mail.
Dafür ist das Kernversprechen klar:
- Kostenlose Version ohne Zeitlimit: unbegrenzte Online-Buchungen, 0 % Provision dauerhaft, eigene Buchungsseite, Leistungskatalog mit Dauern und Preisen, Mitarbeiterpläne, Kundenkartei und Kalender. Keine Kreditkarte nötig.
- Standard-Tarif für 29 € zzgl. MwSt. pro Monat, monatlich kündbar: automatische Bestätigungs-, Erinnerungs- und Danke-E-Mails, Kalender-Synchronisation per ICS.
- Standard + Anti-No-Show für 49 € zzgl. MwSt. pro Monat, bald verfügbar: Schutz vor Terminausfällen über die Hinterlegung der Bankkarte. Dieser Tarif ist angekündigt, aber noch nicht buchbar.
Für wen passt das? Für Salons, die ihre Kasse behalten (oder ein reines Kassensystem nutzen) und nur das Terminproblem lösen wollen: Online-Buchung rund um die Uhr, gepflegte Kundenkartei, weniger Telefon. Wer eine integrierte Kasse mit TSE oder SMS-Erinnerungen zwingend braucht, ist bei anderen Anbietern in diesem Vergleich besser aufgehoben.
Shore: der deutsche Platzhirsch mit Kasse
Shore aus München ist eine der bekanntesten Lösungen am deutschen Markt und deckt vom Terminkalender bis zur TSE-konformen Kasse alles ab. Das Paket "Booking" kostet 49,90 € pro Monat im Jahresvertrag beziehungsweise 59,90 € bei monatlicher Zahlung, "Booking + Marketing" 69,90 € beziehungsweise 79,90 €. Das All-in-One-Paket mit Kasse liegt bei 119,90 € im Jahresvertrag und 129,90 € monatlich. Alle Preise verstehen sich laut Shore-Preisseite zuzüglich 19 % Mehrwertsteuer (geprüft im Oktober 2026).
Wichtig fürs Kleingedruckte: Bei jährlicher Zahlungsweise hat der Vertrag eine Grundlaufzeit von zwölf Monaten; monatliche Verträge sind mit 14 Tagen Frist zum Laufzeitende kündbar. Wer den günstigeren Jahrespreis wählt, bindet sich also ein Jahr. Für etablierte Salons mit mehreren Mitarbeitenden, die bewusst eine Komplettlösung wollen, ist Shore eine ausgereifte Wahl; für einen kleinen Salon, der nur Online-Terminbuchung sucht, sind rund 50 € im Monat viel Geld. Wen vor allem der Preis stört, der findet in unserem Überblick über Alternativen zu Shore konkrete Optionen.
Treatwell Connect: Marktplatz-Reichweite gegen 35 % Neukunden-Provision
Treatwell ist zuerst ein Buchungsmarktplatz und erst danach eine Salonsoftware. Das Modell laut offizieller Preisseite (geprüft im Oktober 2026): Der Starter-Tarif kostet 39 € pro Monat, Advanced 49 € plus 7,50 € TSE-Gebühr, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Dazu kommt die entscheidende Position: 35 % Provision auf die Erstbuchung jedes Neukunden, der über den Treatwell-Marktplatz kommt. Folgebuchungen derselben Kundin über den Marktplatz sowie Buchungen über die eigene Website oder Social Media sind provisionsfrei. Online-Vorauszahlungen kosten zusätzlich 2 % zuzüglich Mehrwertsteuer.
Das kann sich rechnen, wenn Sie in einer Großstadt gezielt neue Kundschaft suchen und die Provision als Werbekosten verbuchen. Es wird teuer, wenn ohnehin volle Bücher bestehen und trotzdem Monatsgebühr plus Provision anfallen. Wer die Reichweite schätzt, aber die Provision scheut, findet im Beitrag zu Treatwell-Alternativen für Friseursalons konkrete Ausweichoptionen.
Salonkee, Planity, Phorest und belbo: stark, aber ohne öffentliche Preise
Vier relevante Anbieter nennen ihre deutschen Preise nicht öffentlich, sondern nur im Verkaufsgespräch:
- Salonkee (Salonkee S.A., Luxemburg) ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv und positioniert sich als Komplettlösung mit Kasse, Marktplatz und Kundenverwaltung. Auf salonkee.de sind weder Preise noch Vertragslaufzeiten dokumentiert (geprüft im Oktober 2026); Angebote gibt es auf Anfrage.
- Planity kommt wie ViteUneCoupe aus Frankreich und kombiniert einen Buchungsmarktplatz mit Salonsoftware inklusive Kassen-Paket. Die deutsche Partnerseite wirbt mit "keine versteckten Gebühren, keine Provisionen", veröffentlicht aber keine Monatspreise (geprüft im Oktober 2026).
- Phorest aus Irland richtet sich an wachstumsorientierte Salons mit den Paketen Kickstart, Power und Power+, inklusive SMS-Kontingenten und persönlicher Beratung. Konkrete Europreise stehen nicht auf der deutschen Preisseite; sie werden nur auf Anfrage genannt (geprüft im Oktober 2026).
- belbo ist eine deutsche Kassen- und Kalendersoftware für Friseure. Die eigene Preisseite zeigt drei Pakete (Basis, Plus, Premium), aber keine Zahlen; Preise gibt es auf Anfrage (geprüft im Oktober 2026).
Nicht öffentlich dokumentiert heißt ausdrücklich nicht überteuert oder schlecht. Es heißt nur: Sie können die Kosten nicht vergleichen, ohne vorher mit dem Vertrieb zu sprechen. Rechnen Sie in diesem Gespräch immer die Gesamtkosten pro Jahr durch, inklusive Einrichtung, Zusatzspalten, SMS und Mindestlaufzeit, und lassen Sie sich alles schriftlich geben.
Fresha, Studiolution und Timify: drei sehr unterschiedliche Modelle
Fresha war lange für sein Gratis-Modell bekannt und arbeitet heute mit Abonnements: Laut deutscher Preisseite kostet der Freelancer-Tarif 14,95 € pro Monat, der Team-Tarif 9,95 € pro Teammitglied und Monat, ohne Mindestlaufzeit (geprüft im Oktober 2026). Dazu kommen nutzungsabhängige Gebühren: Online-Zahlungen ab 1,29 % + 0,15 €, Kartenzahlung vor Ort ab 0,59 % + 0,15 €, SMS- oder WhatsApp-Nachrichten über das Inklusivkontingent hinaus 0,10 € pro Nachricht. Neukunden über den Fresha-Marktplatz sind laut Preisseite aktuell gebührenfrei. Die Grundgebühr ist niedrig; wer viel über Fresha kassiert und kommuniziert, sollte die variablen Kosten im Blick behalten.
Studiolution aus Deutschland ist auffallend transparent: Das Termin- und Online-Buchungspaket kostet 27,95 € pro Monat für eine Mitarbeiterin, jede weitere 2,95 €; das Paket mit GoBD-konformer Kasse 37,95 €, TSE 6,95 € pro Monat, SMS-Versand 2,50 € pro Monat plus 0,07 € je SMS. Alles netto, monatlich kündbar, ohne Einrichtungsgebühr (laut Preisseite, geprüft im Oktober 2026). Für Salons, die Kasse und Termine aus einer deutschen Hand wollen, ein sehr fairer Kandidat.
Timify aus München ist keine Friseursoftware im engeren Sinn, sondern ein branchenübergreifendes Terminbuchungssystem (von Behörden bis Einzelhandel). Der Classic-Tarif ist kostenlos, Premium kostet laut Preisseite ab 25 € pro Monat im Jahresabo (31 € monatlich), Enterprise ab 42 € (geprüft im Oktober 2026). SMS-Kosten werden nur auf Anfrage genannt. Friseurspezifisches wie Kundenkartei mit Farbrezepturen, Kasse oder Salon-Marketing fehlt naturgemäß.
Welches System passt zu welchem Salon?
Eine ehrliche Kurzempfehlung nach Situation:
- Sie wollen nur Online-Terminbuchung, ohne laufende Kosten und ohne Provision: ViteUneCoupe (kostenlose Version) oder Timify Classic. ViteUneCoupe ist dabei auf Friseursalons zugeschnitten, Timify generisch.
- Sie brauchen Termine plus Kasse mit TSE zum klaren Preis: Studiolution oder belbo (Preis anfragen), bei größerem Budget Shore All-in-One.
- Sie suchen aktiv neue Kundschaft über einen Marktplatz: Treatwell (35 % Neukunden-Provision einkalkulieren) oder Planity (Preise anfragen).
- Sie führen einen größeren Salon mit Marketing-Ambitionen: Shore Booking + Marketing oder Phorest, jeweils mit Jahreskosten-Rechnung vor der Unterschrift.
Und falls Sie bereits ein System nutzen und wechseln möchten: Der Umzug ist weniger dramatisch, als viele befürchten. Worauf es bei Datenexport, Kundenkartei und Übergangszeit ankommt, steht im Leitfaden zum Softwarewechsel im Friseursalon.
So prüfen Sie jedes Angebot in 15 Minuten
Bevor Sie irgendwo unterschreiben, stellen Sie dem Anbieter diese Fragen und notieren die Antworten:
- Was kostet das System pro Jahr für meine Teamgröße, inklusive aller Pflichtmodule und Einrichtung?
- Fallen Provisionen an, und wenn ja, worauf genau (Neukunden, alle Buchungen, Online-Zahlungen)?
- Was kosten Erinnerungen (SMS, E-Mail) über das Inklusivvolumen hinaus?
- Wie lange bin ich gebunden, und wie kündige ich?
- Bekomme ich meine Kundendaten beim Ausstieg vollständig exportiert (DSGVO-konform, maschinenlesbar)?
Seriöse Anbieter beantworten alle fünf Fragen schriftlich. Zögert jemand bei Frage 5, ist das ein Warnsignal: Ihre Kundenkartei ist das wertvollste digitale Gut Ihres Salons.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Terminsoftware für einen Friseursalon in Deutschland?
Die Spannbreite reicht von dauerhaft kostenlos (etwa ViteUneCoupe oder Timify Classic) über rund 15 bis 50 € pro Monat für reine Terminlösungen bis zu über 100 € pro Monat für All-in-One-Pakete mit Kasse und Marketing. Dazu können Provisionen, SMS-Gebühren und Einrichtungskosten kommen. Entscheidend sind die Gesamtkosten pro Jahr, nicht der beworbene Einstiegspreis.
Gibt es wirklich kostenlose Terminsoftware ohne Haken?
Ja, aber mit klaren Grenzen beim Funktionsumfang. Die kostenlose Version von ViteUneCoupe bietet unbegrenzte Online-Buchungen mit dauerhaft 0 % Provision, enthält aber weder Kasse noch SMS-Erinnerungen. Timify Classic ist ebenfalls gratis, jedoch nicht auf Friseursalons spezialisiert. Prüfen Sie bei jedem Gratis-Angebot, womit der Anbieter sein Geld verdient: Bei manchen sind es Bezahltarife, bei anderen Provisionen oder Zahlungsgebühren.
Welche Terminsoftware verlangt Provision?
Von den hier verglichenen Anbietern dokumentiert Treatwell eine Provision: 35 % auf die Erstbuchung von Neukunden, die über den Marktplatz kommen; Folgebuchungen sind provisionsfrei. Fresha berechnet laut Preisseite aktuell keine Marktplatzgebühr für Neukunden, verdient aber an Zahlungsabwicklung und Nachrichten. Shore, Studiolution, Timify und ViteUneCoupe arbeiten ohne Provision mit festen Monatspreisen (bei ViteUneCoupe inklusive dauerhaft kostenloser Version).
Brauche ich eine Software mit integrierter Kasse?
Nicht zwingend. Eine Registrierkasse muss in Deutschland die Anforderungen an TSE und GoBD erfüllen, aber sie muss nicht aus demselben System kommen wie Ihre Terminbuchung. Viele Salons kombinieren ein spezialisiertes Kassensystem mit einer schlanken Terminsoftware. Wichtig ist nur: Eine reine Terminsoftware wie ViteUneCoupe ist keine Kasse und ersetzt keine Kassenpflichten.
Wie verlässlich sind die Preise in diesem Vergleich?
Alle genannten Preise wurden im Oktober 2026 auf den offiziellen deutschen Websites der Anbieter geprüft und können sich jederzeit ändern. Wo ein Anbieter keine Preise veröffentlicht, steht das ausdrücklich im Text. Prüfen Sie vor einer Entscheidung immer die aktuelle Preisseite des Anbieters und lassen Sie sich das Angebot schriftlich bestätigen.