Vergleiche Treatwell Terminsoftware Vergleich

Treatwell Alternativen für Friseursalons: Kosten und Vergleich 2026

Geschrieben von Veröffentlicht am Aktualisiert am 10 Min. Lesezeit
Friseurin vergleicht an der Rezeption ihres Salons zwei Buchungsangebote auf einem Tablet, daneben Terminkalender und Taschenrechner

Treatwell ist in Deutschland der bekannteste Beauty-Marktplatz: Kundinnen und Kunden suchen dort nach freien Terminen, Salons erhalten Buchungen und zahlen dafür ein Abo plus Provision. Für manche Friseursalons funktioniert das Modell gut. Für viele andere wird es mit wachsendem Stammkundenanteil teuer, denn die Neukundenprovision von 35 % auf die Erstbuchung läppert sich schnell.

Dieser Artikel rechnet nach, was Treatwell einen Friseursalon im Oktober 2026 tatsächlich kostet (alle Angaben von der offiziellen deutschen Preisseite), erklärt ehrlich, wann der Marktplatz sich trotzdem lohnt, und stellt geprüfte Alternativen vor. Darunter auch ViteUneCoupe, ein kostenloses Buchungssystem mit 0 % Provision, das allerdings bewusst kein Marktplatz ist. Was das für Sie bedeutet, klären wir weiter unten offen.

Was kostet Treatwell einen Friseursalon wirklich?

Treatwell trennt auf seiner deutschen Preisseite drei Kostenblöcke: das monatliche Abo für die Software (Treatwell Connect), die Provision für über den Marktplatz vermittelte Neukundschaft und Gebühren rund um Zahlungen. Alle folgenden Angaben stammen von treatwell.de/partners/preise, geprüft am 11. Oktober 2026, alle Preise zzgl. MwSt.

Das Abo: Starter und Advanced

  • Starter: 39 € pro Monat. Digitaler Kalender und Online-Buchungen über den Marktplatz.
  • Advanced: 49 € pro Monat plus 7,50 € TSE-Gebühr. Zusätzlich Kassensystem (digitale Kasse), Bewertungsmanagement, unbegrenzte Teammitglieder, tägliche Auszahlungen und Social-Media-Anbindung.

Es gibt monatliche und jährliche Laufzeiten; der Jahresvertrag ist günstiger, bindet aber entsprechend länger. Eine Einrichtungsgebühr war auf der Preisseite im Oktober 2026 nicht ausgewiesen.

Die Neukundenprovision: der eigentliche Kostenfaktor

Für jede Erstbuchung einer neuen Kundin oder eines neuen Kunden, die über den Treatwell-Marktplatz zustande kommt, berechnet Treatwell eine Provision. In den FAQ der deutschen Preisseite werden 35 % genannt, mit dem Hinweis, dass die Höhe je nach Standort variieren kann. Bucht dieselbe Person später erneut über den Marktplatz, fallen 0 % an.

Das klingt zunächst fair: Sie zahlen nur für echte Neukundschaft. In der Praxis hängt die Rechnung aber stark davon ab, wie viele Erstbuchungen Ihr Salonprofil anzieht und wie hoch der durchschnittliche Bon ist.

Rechenbeispiel (fiktiv, zur Veranschaulichung): Ein Friseursalon gewinnt über den Marktplatz 10 neue Kundinnen pro Monat, die Erstbuchung liegt im Schnitt bei 50 €. Die Provision beträgt dann 10 × 50 € × 35 % = 175 € pro Monat, zusätzlich zum Abo. Mit dem Advanced-Tarif inklusive TSE summieren sich die Fixkosten plus Provision in diesem Beispiel auf rund 231,50 € monatlich, wohlgemerkt zzgl. MwSt. und bezogen auf den Umsatz, nicht auf Ihren Gewinn. Bei einer Marge, wie sie im Friseurhandwerk üblich ist, frisst die Provision einen erheblichen Teil des Ertrags der Erstbesuche.

Gebühren rund um Zahlungen

Für Online-Vorauszahlungen berechnet Treatwell laut Preisseite eine Gebühr von 2 %. Für Kartenzahlungen vor Ort bietet Treatwell mit Treatwell Pay eine eigene Lösung an; die genauen Transaktionsgebühren waren auf der öffentlichen Preisseite im Oktober 2026 nicht vollständig dokumentiert. Fragen Sie diese Konditionen vor Vertragsabschluss schriftlich an.

Was Treatwell nicht (mehr) bietet

SMS-Erinnerungen hat Treatwell laut mehreren Branchenvergleichen 2024 eingestellt; Erinnerungen laufen seitdem über E-Mail und die Kunden-App. Wenn Terminerinnerungen für Sie das Hauptargument sind, lohnt ein genauer Blick darauf, welcher Kanal Ihnen wichtig ist.

Wann lohnt sich Treatwell trotzdem?

Ehrliche Antwort: Es gibt Salons, für die Treatwell die richtige Wahl ist. Die Stärke des Marktplatzes ist real. Treatwell gibt selbst an, dass täglich rund eine halbe Million Menschen auf der Plattform nach Terminen suchen (eigene Angabe von Treatwell, keine unabhängig geprüfte Zahl). Das bedeutet Sichtbarkeit, die Sie als einzelner Salon kaum selbst aufbauen können.

Treatwell lohnt sich am ehesten, wenn:

  • Ihr Salon neu ist und Sie noch keinen Kundenstamm haben: Jede vermittelte Erstbuchung ist dann ein echter Zugewinn, und 35 % Provision auf die erste Buchung können günstiger sein als klassische Werbung mit ungewissem Ergebnis.
  • Sie freie Kapazitäten füllen müssen, etwa nach einer Teamvergrößerung oder in einem Standort mit viel Laufkundschaft und wenig Stammbindung.
  • Sie in einer Großstadt arbeiten, in der viele Menschen tatsächlich über Plattformen suchen. In kleineren Städten ist die Marktplatz-Reichweite erfahrungsgemäß geringer; prüfen Sie einfach selbst, wie viele Salons Ihrer Stadt dort gelistet sind.

Kritisch wird das Modell, sobald Ihr Terminbuch überwiegend aus Stammkundschaft besteht. Dann zahlen Sie das Abo für eine Reichweite, die Sie kaum noch brauchen, und jede Neukundin, die Sie auch über Google oder Empfehlungen gewonnen hätten, kostet 35 % der Erstbuchung. Die Grundsatzfrage, ob Sie auf einen Marktplatz oder auf Direktbuchungen über die eigene Website setzen sollten, haben wir in einem eigenen Artikel ausführlich beleuchtet: Direktbuchung oder Plattform für Ihren Friseursalon.

Treatwell-Alternativen für Friseursalons im Überblick

Die folgenden Anbieter haben wir im Oktober 2026 auf ihren offiziellen deutschen Seiten geprüft. Wo ein Anbieter seine Preise nicht veröffentlicht, schreiben wir das so, denn "nicht dokumentiert" ist etwas anderes als "nicht vorhanden". Einen breiteren Vergleich über alle Kategorien hinweg finden Sie in unserem großen Terminsoftware-Vergleich für Friseursalons.

Anbieter Monatspreis (netto) Provision Marktplatz Besonderheit
Treatwell Connect ab 39 €, Advanced 49 € + 7,50 € TSE 35 % auf Marktplatz-Erstbuchungen Ja Große Reichweite, 2 % Gebühr auf Vorauszahlungen
ViteUneCoupe 0 €, Standard 29 € 0 %, dauerhaft Nein Kostenloser Einstieg, reines Buchungstool
Studiolution ab 27,95 € + 2,95 € je Mitarbeiter 0 % Nein Kasse mit TSE (6,95 €) zubuchbar, SMS kostenpflichtig
Shore Booking ab 49,90 € (Jahresvertrag) 0 % Nein Breites Paket, Jahresvertrag für den günstigsten Preis
Planity nicht öffentlich dokumentiert laut Anbieter 0 % Ja (eigene Plattform) Preis nur auf Anfrage
Salonkee nicht öffentlich dokumentiert nicht dokumentiert Ja (eigene Plattform) Preis nur auf Anfrage
Fresha 14,95 € solo, 9,95 € je Teammitglied Marktplatz-Neukunden laut Preisseite kostenlos Ja Zahlungsgebühren ab 0,59 % + 0,15 €, SMS 0,10 €

Alle Preise zzgl. MwSt., geprüft am 11. Oktober 2026 auf den jeweiligen Anbieterseiten.

ViteUneCoupe: kostenlos und ohne Provision, aber ohne Marktplatz

Zuerst die Grenzen, denn die sollten Sie kennen: ViteUneCoupe ist ein reines Terminbuchungstool eines französischen Anbieters, auf Deutsch verfügbar. Es gibt keinen Marktplatz, der Ihnen Neukundschaft zuspielt, keine SMS-Erinnerungen (Erinnerungen laufen ausschließlich per E-Mail), keine Kasse, keine Warenwirtschaft und keine Buchhaltung. Wer Treatwell vor allem wegen der Reichweite nutzt, ersetzt diese Reichweite mit ViteUneCoupe nicht.

Dafür ist das Kostenmodell das genaue Gegenteil des Provisionsmodells:

  • Kostenlose Version, dauerhaft: unbegrenzte Online-Buchungen, 0 % Provision für immer, eigene Buchungsseite, Leistungskatalog mit Preisen und Dauern, Mitarbeiterpläne, Kundenkartei und Kalender. Keine Kreditkarte nötig.
  • Standard-Tarif: 29 € zzgl. MwSt. pro Monat, monatlich kündbar: Bestätigungs-, Erinnerungs- und Dankes-E-Mails sowie Kalender-Synchronisation per ICS.
  • Standard + Anti No-Show: 49 € zzgl. MwSt. pro Monat, bald verfügbar: Schutz vor Terminausfällen über die Hinterlegung der Bankkarte. Dieser Tarif ist angekündigt und noch nicht buchbar.

Für Salons mit solidem Stammkundenanteil ist die Rechnung einfach: Statt 35 % pro Erstbuchung zahlen Sie entweder gar nichts oder einen festen, planbaren Monatsbetrag. Ob die kostenlose Version für Ihren Salon reicht oder sich der Bezahl-Tarif lohnt, haben wir in einem eigenen Artikel durchgerechnet: kostenlose vs. bezahlte Friseursoftware.

Studiolution: deutscher Anbieter mit Kasse

Studiolution aus Deutschland veröffentlicht seine Preise transparent: Der Terminplan-Tarif "Uschi" kostet 27,95 € pro Monat (22,95 € bei jährlicher Zahlung), Termine plus Kasse 37,95 € (32,95 € jährlich), jeweils zzgl. 2,95 € pro Mitarbeiter und Monat. Die in Deutschland für Kassen vorgeschriebene TSE kostet 6,95 € monatlich extra, SMS-Erinnerungen 2,50 € Basisgebühr plus 0,07 € pro SMS. Es gibt keine Provision und keine Einrichtungsgebühr; Monats-Tarife sind jederzeit kündbar (Preise geprüft am 11. Oktober 2026 auf studiolution.com). Für Salons, die Terminbuchung und eine rechtskonforme Kasse aus einer Hand wollen, ist das eine solide deutsche Alternative, allerdings ohne Marktplatz-Reichweite.

Shore: umfangreiches Paket mit Jahresvertrag

Shore aus München bietet den Tarif "Booking" ab 49,90 € pro Monat im Jahresvertrag (59,90 € bei monatlicher Zahlung), größere Pakete bis 119,90 €; eine Cloud-TSE kostet 9 € monatlich extra. Die günstigen Preise setzen eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten voraus, monatliche Verträge sind mit 14 Tagen Frist zum Laufzeitende kündbar (Preise geprüft am 11. Oktober 2026 auf shore.com/de/preise). Shore ist funktional breit aufgestellt, preislich aber deutlich über einem reinen Buchungstool.

Planity: Plattform mit Festpreis statt Provision

Planity, ursprünglich aus Frankreich und seit einigen Jahren in Deutschland aktiv, kombiniert Salonsoftware mit einer eigenen Buchungsplattform. Der Anbieter wirbt ausdrücklich mit "keine versteckten Gebühren, keine Provisionen"; die monatlichen Lizenzkosten stehen jedoch nicht öffentlich auf der Website und werden erst im Beratungsgespräch genannt (geprüft am 11. Oktober 2026 auf info.planity.com/de-de). Wer Plattform-Sichtbarkeit ohne Provisionsmodell möchte, sollte sich hier ein schriftliches Angebot geben lassen und es mit den Treatwell-Gesamtkosten vergleichen.

Salonkee und Fresha: Plattform-Modelle mit sehr unterschiedlicher Transparenz

Salonkee aus Luxemburg ist ebenfalls im deutschen Markt aktiv und positioniert sich als All-in-One-Lösung mit eigener Buchungsplattform. Auf der deutschen Website waren im Oktober 2026 keine Preise veröffentlicht. Fresha nennt auf seiner deutschen Preisseite (geprüft am 11. Oktober 2026) 14,95 € pro Monat für Selbstständige und 9,95 € pro Monat je Teammitglied, ohne Mindestlaufzeit; Neukunden über den Fresha-Marktplatz sind dort aktuell als kostenlos ausgewiesen, verdient wird an Zahlungsgebühren (ab 0,59 % + 0,15 € vor Ort, 1,29 % + 0,15 € online) und Nachrichten über das Inklusivkontingent hinaus (0,10 € je SMS). Bei beiden gilt: vor einer Entscheidung ein aktuelles, schriftliches Angebot einholen und auf Provisions- und Zahlungsgebühren achten.

So gelingt der Ausstieg oder Umstieg

Wenn Sie Treatwell verlassen oder parallel ein eigenes Buchungssystem aufbauen wollen, sind drei Punkte entscheidend:

  1. Kundendaten sichern. Exportieren Sie Ihre Kundenkartei, solange Sie Zugriff haben, und klären Sie, welche Daten Treatwell Ihnen in welchem Format bereitstellt. Ihre Stammkundschaft gehört zu Ihrem Geschäftswert.
  2. Kündigungsfristen prüfen. Bei Jahresverträgen lohnt der Blick ins Vertragsdokument: Wann endet die Laufzeit, bis wann müssen Sie kündigen?
  3. Übergang planen statt hart umschalten. Viele Salons lassen den Marktplatz zunächst weiterlaufen und leiten Stammkundschaft parallel auf die eigene Buchungsseite um, bis genug Termine direkt eingehen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Checkliste finden Sie in unserem Leitfaden zum Softwarewechsel im Friseursalon.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Treatwell-Provision für Friseursalons?

Laut der deutschen Treatwell-Preisseite (Stand Oktober 2026) fallen 35 % Provision auf die Erstbuchung jeder über den Marktplatz vermittelten Neukundin an, wobei die Höhe je nach Standort variieren kann. Wiederholte Marktplatz-Buchungen derselben Person sind provisionsfrei. Dazu kommen das Abo ab 39 € monatlich und 2 % Gebühr auf Online-Vorauszahlungen, alles zzgl. MwSt.

Kann ich Treatwell monatlich kündigen?

Treatwell bietet monatliche und jährliche Laufzeiten an. Der Monatsvertrag ist flexibler, der Jahresvertrag günstiger. Prüfen Sie vor Abschluss die konkreten Fristen in Ihrem Vertragsdokument, da die Konditionen sich ändern können.

Gibt es eine komplett kostenlose Treatwell-Alternative?

Ja. ViteUneCoupe bietet eine dauerhaft kostenlose Version mit unbegrenzten Online-Buchungen und 0 % Provision. Der Unterschied zu Treatwell: Es gibt keinen Marktplatz, der Neukundschaft vermittelt. Sie teilen Ihren Buchungslink selbst, etwa über Google, Instagram oder Ihre Website. Erinnerungs-E-Mails gibt es im Standard-Tarif für 29 € zzgl. MwSt. pro Monat, monatlich kündbar.

Lohnt sich Treatwell für einen Salon mit viel Stammkundschaft?

Meist nicht mehr. Die Stärke von Treatwell ist die Vermittlung neuer Kundschaft; dafür zahlen Sie 35 % der Erstbuchung. Besteht Ihr Terminbuch überwiegend aus Stammkundschaft, zahlen Sie das Abo vor allem für die Kalenderfunktion, die es bei anderen Anbietern günstiger oder kostenlos gibt. Rechnen Sie Ihre tatsächlichen Neukundenzahlen über den Marktplatz gegen die Gesamtkosten.

Behalte ich meine Kundendaten, wenn ich Treatwell verlasse?

Ihre Kundendaten sollten Sie vor der Kündigung exportieren und lokal sichern. Klären Sie mit dem Support, welche Daten (Kontaktdaten, Terminhistorie) in welchem Format exportierbar sind, und planen Sie den Umzug in die neue Kundenkartei, bevor der Zugang endet.

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