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Kurzfristige Absagen im Friseursalon nachbesetzen: so füllen Sie die Lücke noch am selben Tag

Geschrieben von Veröffentlicht am 19 Min. Lesezeit
Friseurin am Empfangstresen hält ihr Smartphone in der Hand und blickt auf den Tageskalender mit einer gerade frei gewordenen Lücke, hinter ihr ein leerer Stuhl neben zwei besetzten

Dienstag, 11:20 Uhr, das Telefon klingelt: Die Kundin mit der Balayage um 14 Uhr liegt mit Fieber im Bett. Das ist keine böse Absicht und auch kein No-Show, denn sie hat ja Bescheid gesagt. Trotzdem stehen jetzt zweieinhalb Stunden ohne Umsatz im Kalender, und Ihre Kollegin wird in diesen zweieinhalb Stunden trotzdem bezahlt. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, wie ärgerlich das ist, sondern: Wer sitzt um 14 Uhr auf diesem Stuhl? (Den umgekehrten Fall, die Kollegin meldet sich krank und ihre Termine müssen umgeplant werden, behandelt der Beitrag zur Krankmeldung im Friseursalon.)

Die kurze Antwort, bevor es ins Detail geht: Eine kurzfristig frei gewordene Lücke füllen Sie am zuverlässigsten in dieser Reihenfolge. Erstens den Termin sofort wieder online buchbar machen, damit jede Person, die gerade nach einem Friseurtermin sucht, ihn sieht. Zweitens Ihre eigene Nachrücker-Liste abtelefonieren, also die Kundinnen und Kunden, die Ihnen ausdrücklich gesagt haben, dass sie bei kurzfristigen Lücken angerufen werden möchten. Drittens eine Instagram-Story mit Uhrzeit, Leistung und Buchungslink. Viertens Stammkundschaft, deren Folgetermin ohnehin bald anstünde, oder die intern vorgezogen werden kann. Was Sie dabei dürfen und was das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb Ihnen verbietet, gehört in denselben Ablauf, denn eine Abmahnung ist teurer als jede leere Stunde.

Dieser Artikel ist bewusst eng gefasst: Es geht um die Lücke, die heute oder morgen entsteht, und darum, wie Sie sie in 15 Minuten neu vergeben. Wie Sie Terminausfälle grundsätzlich verhindern, steht im Leitfaden zum Reduzieren von No-Shows im Friseursalon; wie Sie strukturell leere Montage und Dienstagvormittage füllen, im Beitrag über ruhige Zeiten im Friseursalon. Hier geht es um die akute Lücke. Und weil die Grundlage dafür ein Kalender ist, den Ihre Kundschaft selbst sieht, spielt eine kostenlose Online-Terminbuchung ohne Provision wie ViteUneCoupe dabei eine Rolle, mit ehrlich benannten Grenzen: Eine automatische Warteliste gibt es dort nicht.

Was eine kurzfristige Absage kostet und warum die ersten Minuten zählen

Eine Absage am selben Tag unterscheidet sich von einem No-Show in einem einzigen Punkt: Sie wissen Bescheid. Beim stummen Ausfall merken Sie um 14:10 Uhr, dass niemand kommt, und die Zeit ist verloren. Bei der Absage um 11:20 Uhr haben Sie knapp drei Stunden Vorlauf, und genau dieser Vorlauf ist Geld wert. Je früher Sie reagieren, desto mehr Menschen können den Termin noch einrichten.

Wie viel auf dem Spiel steht, schildern Inhaberinnen in Deutschland sehr konkret. Die Kitzinger Friseurmeisterin Jasmine Götz beziffert einen geplatzten Termin in ihrem Salon auf rund 200 bis 300 Euro und beschreibt, dass sich das seit der Pandemie deutlich gehäuft hat (inFranken.de, 23. Juni 2024, geprüft am 29. Oktober 2026). Bemerkenswert an ihrem Bericht: Sie bittet Kundinnen ausdrücklich, bei Verhinderung selbst für Ersatz zu sorgen, und in einem Fall kam tatsächlich die Schwester der Kundin. Das ist im Kleinen genau das Prinzip dieses Artikels: Die Lücke wird nachbesetzt, statt verschenkt.

Ein Rechenbeispiel, ausdrücklich als Beispiel gekennzeichnet: Ein Salon mit 80 Terminen pro Woche erlebt drei kurzfristige Absagen (am selben oder am Vortag) bei durchschnittlich 65 € Umsatz je Termin. Bleiben alle drei Lücken leer, fehlen rund 195 € Umsatz pro Woche, bei 46 Arbeitswochen knapp 9.000 € im Jahr. Gelingt es, nur jede zweite dieser Lücken nachzubesetzen, holen Sie gut 4.000 € davon zurück. Wichtig ist die Unterscheidung: Das ist Umsatz, nicht Gewinn. Material und Energie sparen Sie bei einer leeren Stunde, die Personalkosten laufen weiter. Weil die Mitarbeiterin ohnehin im Salon steht, ist der nachbesetzte Termin aber fast reiner Zusatzertrag: Die Kosten der Stunde fallen so oder so an.

Schritt 1: Die Lücke sofort wieder online sichtbar machen

Der erste Schritt dauert null Minuten, wenn Ihr Kalender online ist, und ist trotzdem der am häufigsten vergessene. Wird ein Termin storniert, muss er für Ihre Kundschaft wieder als freier Slot erscheinen, und zwar in dem Moment, in dem er frei wird, nicht erst, wenn jemand daran denkt.

Der Grund ist simpel: Ein beträchtlicher Teil der Buchungswünsche entsteht spontan. Jemand sieht sich morgens im Spiegel, sucht in der Mittagspause "Friseur in der Nähe" und findet Ihr Google-Unternehmensprofil mit Buchungslink. Steht dort "heute 14:00 Uhr frei", ist die Lücke unter Umständen vergeben, ohne dass Sie überhaupt zum Telefon gegriffen haben. Steht Ihr Kalender dagegen nur auf Papier oder nur in einem internen System ohne Buchungsseite, existiert die Lücke für genau diese spontane Person nicht; und wer stattdessen anruft und niemanden erreicht, bucht beim nächsten Salon, wie der Beitrag über verpasste Anrufe im Friseursalon zeigt. Wie Sie den Buchungslink in Ihr Google-Profil einbauen, erklärt Schritt für Schritt der Leitfaden zum Google-Unternehmensprofil für Friseursalons.

Zwei Einstellungen entscheiden, ob dieser Schritt überhaupt greift:

  • Vorlaufzeit für Online-Buchungen. Viele Salons erlauben Online-Buchungen erst ab 24 Stunden im Voraus, aus Angst vor Überraschungen. Damit sperren Sie genau den Same-Day-Slot, den Sie füllen wollen. Eine Vorlaufzeit von ein bis zwei Stunden reicht in der Regel, um Farbe anzurühren oder den Platz vorzubereiten.
  • Selbststornierung durch die Kundin. Wenn Kundinnen und Kunden ihren Termin selbst online absagen können, passiert die Freigabe automatisch und auch außerhalb Ihrer Öffnungszeiten: Wer am Sonntagabend merkt, dass Montag nicht klappt, storniert sofort, statt Montagmorgen anzurufen (oder gar nicht). Bei ViteUneCoupe erscheint ein stornierter Termin sofort wieder als buchbarer Slot auf Ihrer Buchungsseite.

Schritt 2: Die eigene Nachrücker-Liste, ohne Software-Warteliste

Manche Buchungssysteme bieten eine Warteliste an: Kundinnen tragen sich ein, und bei einer Absage benachrichtigt das System automatisch alle Passenden. Beautinda zum Beispiel beschreibt in seiner Hilfe eine solche Funktion, die im Pro- und VIP-Tarif enthalten ist und in der kostenlosen Version fehlt (Beautinda-Hilfe, geprüft am 29. Oktober 2026). Interessant ist, dass selbst dieser Anbieter empfiehlt, Wartelisten-Kundinnen zusätzlich persönlich anzusprechen und ein bis zwei konkrete Termine vorzuschlagen, statt sich auf die automatische Nachricht zu verlassen.

ViteUneCoupe hat keine Warteliste, das sagen wir offen. Was in jedem Salon funktioniert, mit oder ohne Software, ist eine selbst geführte Nachrücker-Liste. Sie ist kein Notbehelf, sondern in vielen Salons das wirksamere Werkzeug, weil sie aus Menschen besteht, die Sie kennen und die ausdrücklich gebeten haben, angerufen zu werden.

Wer auf die Liste gehört

Die Liste füllt sich nicht von selbst, sondern an drei Stellen im Alltag:

  • Am Telefon, wenn der Wunschtermin nicht frei ist. "Diese Woche habe ich leider nichts mehr, aber wenn kurzfristig etwas frei wird: Darf ich Sie dann anrufen?" Wer ja sagt, kommt auf die Liste, mit Datum.
  • An der Kasse bei zeitlich flexibler Kundschaft. Menschen im Homeoffice, im Ruhestand, in Schichtarbeit oder mit freien Vormittagen. Die Frage kostet zehn Sekunden: "Wenn mal ein Termin kurzfristig frei wird, hätten Sie Interesse, dass wir Sie anrufen?"
  • Auf der Buchungsseite und in der Bestätigungs-E-Mail. Ein Satz wie "Keinen passenden Termin gefunden? Rufen Sie uns an, wir setzen Sie gern auf unsere Nachrücker-Liste" fängt die ab, die online leer ausgehen.

Was Sie notieren müssen

Eine Nachrücker-Liste taugt nur, wenn Sie in zwei Minuten die richtigen drei Personen finden. Diese Felder brauchen Sie, egal ob in der Kundenkartei Ihres Buchungssystems oder in einer Tabelle:

Feld Warum es wichtig ist
Name und bevorzugter Kanal (Telefon, E-Mail) Sie rufen nur an, wen Sie anrufen dürfen (siehe Rechtsteil)
Gewünschte Leistung und ungefähre Dauer Eine 30-Minuten-Lücke passt nicht für eine Balayage
Mögliche Tage und Zeitfenster "Vormittags unter der Woche" oder "nur nach 17 Uhr"
Wunsch-Mitarbeiterin oder egal Viele Kundinnen buchen eine Person, keinen Salon
Datum und Wortlaut der Einwilligung Pflicht bei Telefonwerbung, dazu gleich mehr
Ablaufdatum des Eintrags Nach sechs bis acht Wochen nachfragen oder streichen

Wenn Sie Ihre Kundenkartei digital führen, prüfen Sie, ob sie ein Notizfeld hat: Die kostenlose Kundenkartei von ViteUneCoupe speichert Kontaktdaten und Terminhistorie, aber kein Notizfeld, die Nachrücker-Liste führen Sie dort also daneben, zum Beispiel in einer Tabelle mit einer festen Formel wie "NACHRÜCKER: Farbe, Di/Mi vormittags, Tel ok, 12.10.". Das ist eine selbst gepflegte Liste, keine Automatik, aber eine, die Sie jederzeit im Griff haben. Zu den Datenschutzpflichten, die mit solchen Notizen verbunden sind, mehr im Beitrag zur DSGVO-konformen Kundenkartei im Friseursalon.

Wie Sie die Liste abtelefonieren

Der Ablauf, der sich in der Praxis bewährt hat, ist bewusst kurz:

  1. Filtern Sie nach Dauer, Mitarbeiterin und Zeitfenster. Übrig bleiben meist drei bis fünf Personen.
  2. Rufen Sie höchstens drei davon an, nacheinander, nicht parallel. Wer parallel drei Leuten denselben Termin anbietet, hat am Ende zwei verärgerte Kundinnen.
  3. Machen Sie ein konkretes Angebot. "Bei Lena ist heute um 14 Uhr eine Farbe frei geworden, hätten Sie Zeit?" Eine konkrete Uhrzeit wird deutlich häufiger angenommen als "wir hätten heute Nachmittag etwas frei".
  4. Senken Sie nicht sofort den Preis. Die Kundin wollte den Termin ohnehin; ein Rabatt macht aus einem Gefallen, den Sie ihr tun, einen Gefallen, den sie Ihnen tut.
  5. Erreichen Sie niemanden, hinterlassen Sie keine drei Nachrichten. Eine kurze Mailbox-Nachricht mit Uhrzeit und der Bitte um Rückruf bis zu einer klaren Frist genügt, danach geht der Termin an den nächsten Kanal.

Setzen Sie sich für das Telefonieren ein Zeitlimit von 15 Minuten. Alles, was länger dauert, kostet Sie mehr Arbeitszeit, als der Termin bringt, und währenddessen steht Ihr Kalender bereits online und die Story ist raus.

Schritt 3: Die Instagram-Story "heute 14 Uhr frei"

Die Story ist der schnellste Kanal, der niemanden belästigt: Ihre Follower haben sich freiwillig für Ihre Inhalte entschieden, und eine Story verschwindet nach 24 Stunden von selbst, passt also zum Wesen einer Lücke, die heute Abend keine mehr ist. Eine Agentur für Salon-Marketing nennt die Absage-Story deshalb den Beitrag mit dem höchsten Ertrag pro Minute Aufwand und empfiehlt eine schlichte Formel aus Uhrzeit, Leistung, Stylistin und Antwortmöglichkeit (socialk.it, 12. Juni 2026, geprüft am 29. Oktober 2026). Das ist ein Erfahrungswert, keine Statistik, deckt sich aber mit dem, was Salons berichten.

So sieht eine Story aus, die funktioniert:

  • Ein Satz, drei Fakten. "Heute 14 Uhr frei: Farbe und Schnitt bei Lena." Kein Fließtext, keine fünf Hashtags.
  • Die Person nennen, nicht nur den Salon. Kundinnen buchen Menschen. "Bei Lena" wirkt stärker als "Termin frei".
  • Den Buchungslink als Sticker. Mit dem Link-Sticker führen Sie direkt auf Ihre Buchungsseite, wo der Slot ohnehin steht. Wer dort bucht, landet direkt in Ihrem Kalender, und Sie vermeiden Doppelbuchungen, die entstehen, wenn Sie Termine aus Direktnachrichten von Hand übertragen.
  • Antworten im Blick behalten. Wer per Direktnachricht "ich!" schreibt, erwartet eine Antwort in Minuten, nicht nach Feierabend. Benennen Sie eine Person im Team, die bis zur Vergabe die Nachrichten liest.
  • Kein Rabatt in der ersten Runde. Ist der Slot nach einer Stunde noch frei, können Sie nachlegen, etwa mit einer kostenlosen Intensivpflege. Wer sofort rabattiert, trainiert seiner Kundschaft an, auf Lücken zu warten.
  • Hinterher aufräumen. Ist der Termin vergeben, löschen Sie die Story oder posten eine zweite: "Vergeben, danke!" Das ist sozialer Beweis und erspart Ihnen Nachfragen.

Dasselbe gilt sinngemäß für die Facebook-Seite und für den WhatsApp-Status, sofern Ihr Salon einen Business-Status pflegt, dem Kundinnen folgen. Entscheidend ist in allen Fällen: Sie senden nichts an einzelne Personen, die Sie nicht gefragt haben. Sie veröffentlichen etwas, das Interessierte abonniert haben.

Schritt 4: Stammkundschaft mit fälligem Termin

Ihre Kundenkartei weiß, wer in zwei Wochen ohnehin zum Ansatz käme oder wer das letzte Mal vor acht Wochen da war und noch nichts Neues gebucht hat. Gerade bei Farbterminen ist der Rhythmus planbar; wie Sie Dauer und Rhythmus von Colorationen sauber im Kalender abbilden, zeigt der Beitrag zu Farbterminen und Einwirkzeiten im Friseursalon. Zwei Gruppen lohnen den Blick:

Kundinnen mit bereits gebuchtem Termin in den nächsten Tagen. "Frau Weber, Sie hätten Donnerstag um 16 Uhr Ihre Farbe. Bei uns ist heute um 14 Uhr etwas frei geworden, möchten Sie vorziehen?" Nimmt sie an, haben Sie die Lücke gefüllt und am Donnerstag einen begehrten Nachmittagstermin frei, der sich online von selbst vergibt. Hier geht es um die Änderung eines bestehenden Termins, nicht um die Anbahnung eines neuen; nach unserer Einschätzung ist das Vertragsabwicklung und keine Werbung, eine Einwilligung zur Telefonwerbung ist dafür also in der Regel nicht nötig. Sicherer ist es dennoch, Kundinnen an der Kasse grundsätzlich zu fragen, ob Sie bei Terminänderungen anrufen dürfen, und das zu vermerken.

Kundinnen, die "fällig" sind, aber nichts gebucht haben. Hier wird es rechtlich eine andere Geschichte: Der Anruf "wir hätten heute etwas frei, wollen Sie kommen?" fördert den Absatz einer Leistung und ist damit Werbung im Sinne des UWG. Diese Kundinnen rufen Sie nur an, wenn sie Ihnen vorher ausdrücklich erlaubt haben, bei freien Terminen angerufen zu werden, also wenn sie auf Ihrer Nachrücker-Liste stehen. Ohne diese Erlaubnis bleibt Ihnen für diese Gruppe nur der Weg über die Kanäle, die sie selbst abonniert hat: Ihre Story, Ihre Buchungsseite, Ihr Newsletter mit dokumentierter Einwilligung.

Was in beiden Fällen gilt: Wer die Frage "Dürfen wir Sie bei kurzfristigen Lücken anrufen?" zur Gewohnheit an der Kasse macht, hat nach drei Monaten eine Liste, die das Rechtsproblem elegant auflöst. Wie Sie Wiederbuchung und Kundenbindung insgesamt systematisch aufbauen, lesen Sie im Beitrag zur Kundenbindung und Wiederbuchung im Friseursalon.

Schritt 5: Verschieben statt verschenken

Nicht jede Lücke muss mit einer neuen Kundin gefüllt werden. Oft ist der klügere Zug, den Tag intern umzubauen:

  • Spätere Termine des Tages vorziehen. Fragen Sie die Kundin um 16:30 Uhr, ob sie um 14 Uhr kann. Gelingt das, wandert die Lücke ans Ende des Tages, und eine Lücke um 16:30 Uhr ist für Berufstätige deutlich leichter online zu vergeben als eine um 14 Uhr. Außerdem kann Ihre Kollegin im besten Fall früher gehen und baut Überstunden ab.
  • Laufkundschaft gezielt annehmen. Wer sonst "ohne Termin leider nicht" hört, bekommt an solchen Tagen ein Ja. Ein Schild an der Tür ("Heute 14 bis 16 Uhr kurzfristig frei") kostet nichts.
  • Die Zeit bewusst nutzen. Bleibt die Lücke trotz allem leer, planen Sie sie ein: Farbvorräte prüfen, Buchungsseite aktualisieren, Google-Bewertungen beantworten, die Nachrücker-Liste pflegen. Eine Stunde, die Ihr Betrieb vorankommt, ist nicht dasselbe wie eine verschenkte Stunde.

Rechtlicher Rahmen: wen Sie ansprechen dürfen

Vorab: Dieser Abschnitt ist eine redaktionelle Einordnung für Salons in Deutschland und keine Rechtsberatung. Die Regeln stehen im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und gelten bundesweit; landesrechtliche Besonderheiten gibt es hier nicht.

Nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG ist Werbung mit einem Telefonanruf gegenüber einer Verbraucherin oder einem Verbraucher ohne deren vorherige ausdrückliche Einwilligung stets eine unzumutbare Belästigung. Nach § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG gilt dasselbe für Werbung über "elektronische Post", und darunter fallen E-Mail, SMS und Messenger-Nachrichten gleichermaßen (geprüft am 29. Oktober 2026). Das Angebot eines freien Termins an eine Person, die nichts gebucht hat, ist Werbung, auch wenn es freundlich gemeint ist.

Hinzu kommt seit einigen Jahren eine Dokumentationspflicht: Nach § 7a UWG muss, wer mit einem Telefonanruf gegenüber Verbrauchern wirbt, deren vorherige ausdrückliche Einwilligung zum Zeitpunkt der Erteilung in angemessener Form dokumentieren und den Nachweis ab Erteilung sowie nach jeder Verwendung fünf Jahre aufbewahren (geprüft am 29. Oktober 2026). Für Ihre Nachrücker-Liste heißt das ganz praktisch: Datum, Wortlaut und Kanal der Erlaubnis gehören zu jedem Eintrag, und ein Eintrag ohne diese Angaben ist keiner.

Für E-Mails an Bestandskundschaft kennt § 7 Abs. 3 UWG eine Ausnahme, die aber vier Bedingungen gleichzeitig verlangt: Sie haben die Adresse im Zusammenhang mit einer Dienstleistung erhalten, Sie werben für eigene ähnliche Leistungen, die Kundin hat nicht widersprochen, und Sie haben bei der Erhebung und in jeder Nachricht klar auf das Widerspruchsrecht hingewiesen. Wer den letzten Punkt bei der Buchung nicht vorgesehen hat, kann sich auf die Ausnahme nicht berufen. Eine ausdrückliche Einwilligung ist der sauberere Weg.

Davon klar zu trennen sind Bestätigungen und Erinnerungen zu einem bereits gebuchten Termin: Sie dienen der Abwicklung des Termins und sind keine Werbung. Wo diese Grenze genau verläuft, haben wir im Artikel über Terminerinnerungen im Friseursalon ausführlich behandelt.

Zusammengefasst für den Moment der Absage:

Kanal Wen Sie damit erreichen dürfen
Online-Kalender und Buchungsseite Alle: wer sucht, findet den Slot. Keine Einwilligung nötig
Instagram-, Facebook-Story, WhatsApp-Status Ihre Follower: freiwillig abonniert, keine Einzelansprache
Aushang im Salon, Schild an der Tür Alle, die vorbeikommen
Anruf Nur mit dokumentierter, ausdrücklicher Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1, § 7a UWG); Änderung eines bestehenden Termins nach unserer Einschätzung ausgenommen
E-Mail, SMS, Messenger-Nachricht an Einzelne Nur mit ausdrücklicher Einwilligung oder unter allen vier Bedingungen des § 7 Abs. 3 UWG

Die Stornofrist so setzen, dass Nachbesetzen überhaupt möglich ist

Alles oben Beschriebene braucht Vorlauf. Eine Absage um 13:45 Uhr für 14 Uhr können Sie nicht nachbesetzen, eine um 11 Uhr schon, eine am Vorabend fast immer. Ihre Stornoregeln sollten deshalb nicht zuerst die Frage beantworten, wer zahlt, sondern die, bis wann eine kostenlose Absage möglich ist, damit Sie den Platz neu vergeben können.

Bewährt haben sich 24 Stunden für normale Leistungen und 48 Stunden für lange Termine wie Balayage, Dauerwelle oder Haarverlängerung, weil ein Drei-Stunden-Block schwerer nachzubesetzen ist als ein Herrenhaarschnitt. Die Frist gehört auf die Buchungsseite, in die Bestätigungs-E-Mail und in die Erinnerung, damit sie wirksam vereinbart ist. Was Sie bei verspäteter Absage rechtlich verlangen können, warum ein Ausfallhonorar kein Selbstläufer ist und wie Sie Klauseln formulieren, die vor Gericht Bestand haben, behandelt der Leitfaden zu Stornobedingungen und Anzahlung im Friseursalon.

Ein Zusammenhang, den viele Salons übersehen: Wer das Absagen leicht macht, bekommt frühere Absagen. Die Kundin, die um 21 Uhr merkt, dass morgen nicht klappt, storniert per Klick in der Erinnerungs-E-Mail; dieselbe Kundin ruft morgens nicht mehr an, sondern bleibt stumm fern. Eine Stornofrist von 24 Stunden plus Erinnerung mit Stornolink 48 Stunden vorher verwandelt einen Teil der No-Shows in Absagen mit einem vollen Tag Vorlauf, und einen Tag Vorlauf kann Ihr Online-Kalender fast immer verwerten. Die Kasseler Friseurin, die 2025 nach einem stummen Ausfall auf Facebook ankündigte, Neukundinnen nur noch mit persönlicher Anmeldung und Anzahlung zu nehmen (leinetal24, 31. August 2025, geprüft am 29. Oktober 2026), beschreibt genau die Alternative: Wird nicht abgesagt, hilft keine Nachbesetzung mehr, dann bleiben nur noch Hürden bei der Buchung.

Was ViteUneCoupe dabei leistet und was nicht

Damit Sie wissen, woran Sie sind: ViteUneCoupe ist ein Terminbuchungstool eines französischen Anbieters, auf Deutsch verfügbar, und keine Salonverwaltung mit Kasse, Lager oder Marketing-Modul.

Was es für die akute Lücke tut, und zwar dauerhaft kostenlos: unbegrenzte Online-Buchungen mit 0 % Provision über Ihre eigene Buchungsseite, ein Leistungskatalog mit Dauer und Preis, Mitarbeiterplanung, Kalender und Kundenkartei mit Notizen. Storniert eine Kundin, ist der Slot sofort wieder online buchbar, auch wenn Sie gerade Farbe auftragen. Im Standard-Tarif für 29 € zzgl. MwSt. pro Monat, monatlich kündbar, kommen Bestätigungs-, Erinnerungs- und Dankes-E-Mails sowie die Kalender-Synchronisation per ICS dazu; die Erinnerung mit Stornolink ist in der Praxis der Grund, warum Absagen früher kommen und damit überhaupt nachbesetzbar sind.

Was es nicht tut: Es gibt keine Warteliste, keine automatische Benachrichtigung von Kundinnen über frei gewordene Termine, keine SMS, keine WhatsApp-Anbindung, keine Werbe-E-Mails und keine Rabattaktionen. Die Nachrücker-Liste aus diesem Artikel führen Sie selbst, neben der Kundenkartei, die kein Notizfeld hat; die Story posten Sie selbst; den Anruf machen Sie selbst. Wenn Sie zwingend eine Warteliste wollen, die bei Absagen automatisch versendet, ist ViteUneCoupe dafür heute nicht das richtige Werkzeug, so ehrlich muss man sein. Für hartnäckige Nichterscheiner ist ein Anti-No-Show-Schutz über die Hinterlegung der Bankkarte im Tarif Standard + Anti No-Show für 49 € zzgl. MwSt. pro Monat angekündigt, als "bald verfügbar", also noch nicht buchbar.

Checkliste: die 15 Minuten nach der Absage

  1. Termin im Kalender stornieren und prüfen, dass der Slot online wieder frei angezeigt wird (bei Online-Stornierung durch die Kundin passiert das von selbst).
  2. Nachrücker-Liste nach Dauer, Mitarbeiterin und Zeitfenster filtern; höchstens drei Personen nacheinander anrufen, nur mit dokumentierter Einwilligung.
  3. Instagram-Story mit Uhrzeit, Leistung, Stylistin und Link-Sticker zur Buchungsseite posten; eine Person liest die Antworten.
  4. Kundinnen mit Termin in den nächsten Tagen fragen, ob sie vorziehen möchten.
  5. Spätere Termine des Tages vorziehen, Laufkundschaft annehmen, Schild an die Tür.
  6. Nach einer Stunde: noch frei? Dann nachlegen, etwa mit Mehrwert statt Rabatt.
  7. Vergeben? Story aktualisieren, Nachrücker-Eintrag der neuen Kundin streichen, Absage in der Kundenkartei der ursprünglichen Kundin vermerken (erste Absage ist kein Vergehen, die dritte ein Muster).
  8. Bleibt die Lücke leer: bewusst nutzen und am Monatsende zählen, wie viele Lücken Sie gefüllt haben und über welchen Kanal.

Der letzte Punkt ist der wichtigste für die Zukunft: Nach zwei, drei Monaten wissen Sie, ob bei Ihnen die Story, der Anruf oder der Online-Kalender die Lücke am häufigsten füllt, und investieren Ihre 15 Minuten dort.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich Kundinnen anrufen und ihnen einen frei gewordenen Termin anbieten?

Nur, wenn die Kundin vorher ausdrücklich eingewilligt hat, bei freien Terminen angerufen zu werden, und Sie diese Einwilligung mit Datum dokumentiert haben (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 und § 7a UWG). Das Vorziehen eines bereits gebuchten Termins ist nach unserer Einschätzung eine Terminänderung und keine Werbung. Dies ist eine redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung.

Wie führe ich eine Warteliste, wenn meine Software keine hat?

Mit einer selbst geführten Nachrücker-Liste: Fragen Sie am Telefon und an der Kasse, wer bei kurzfristigen Lücken angerufen werden möchte, und notieren Sie Leistung, Zeitfenster, Wunsch-Mitarbeiterin, Datum der Einwilligung und ein Ablaufdatum. Die kostenlose Kundenkartei von ViteUneCoupe speichert nur Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und die Terminhistorie und hat kein Notizfeld; die Liste führen Sie daneben, auf Papier oder in einer Tabelle.

Soll ich den frei gewordenen Termin mit Rabatt anbieten?

In der ersten Runde nicht. Wer auf Ihrer Nachrücker-Liste steht oder Ihre Story sieht, wollte den Termin ohnehin. Bleibt der Slot nach einer Stunde frei, können Sie mit einem Mehrwert nachlegen, etwa einer kostenlosen Pflege. Sofortige Rabatte bringen Ihrer Kundschaft bei, auf Lücken zu warten.

Welche Stornofrist hilft am meisten beim Nachbesetzen?

24 Stunden für normale Leistungen und 48 Stunden für lange Termine wie Balayage oder Dauerwelle, kombiniert mit einer Erinnerungs-E-Mail, die einen Stornolink enthält. So kommen Absagen früh genug, dass der Online-Kalender die Lücke noch verwerten kann.

Hat ViteUneCoupe eine Warteliste oder benachrichtigt es Kundinnen über freie Termine?

Nein, beides nicht. Ein stornierter Termin erscheint sofort wieder als buchbarer Slot auf Ihrer Buchungsseite; die Nachrücker-Liste führen Sie selbst, denn die Kundenkartei hat kein Notizfeld. Automatische Benachrichtigungen über freie Termine, SMS oder WhatsApp gibt es in keinem Tarif.

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