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Kunden an die Online-Terminbuchung gewöhnen: vom Telefon und WhatsApp zur Buchungsseite Ihres Friseursalons

Geschrieben von Veröffentlicht am 18 Min. Lesezeit
Friseurin zeigt einer älteren Stammkundin am Empfangstresen auf dem Smartphone die Online-Buchungsseite des Salons, daneben ein QR-Code-Aufsteller und ein stummes Telefon

Die Buchungsseite ist eingerichtet, der Link steht bei Google, auf der Website und in der Instagram-Bio, und trotzdem ändert sich im Salonalltag wenig: Das Telefon klingelt, während Sie Folien setzen, um 22 Uhr kommt eine WhatsApp mit "Hast du Samstag noch was frei?", und im Instagram-Postfach warten drei Terminwünsche von gestern. Die Technik ist da, nur die Kundschaft nutzt sie nicht.

Das ist normal, und es ist keine Frage der Technik, sondern der Gewohnheit. Kundinnen und Kunden buchen so, wie sie es immer getan haben, bis ihnen jemand den neuen Weg zeigt, und zwar mehrmals, freundlich und genau in dem Moment, in dem sie einen Termin wollen. Dieser Artikel beschreibt, wie das geht: warum Anfragen weiter per Telefon, WhatsApp und Instagram kommen, was Sie über WhatsApp im Geschäftsbetrieb datenschutzrechtlich wissen sollten, welche Formulierungen am Telefon und im Chat funktionieren und wie Sie Stammkundinnen umgewöhnen, ohne eine einzige zu verprellen. Die Grundlage dafür, eine kostenlose Buchungsseite ohne Provision, hat ViteUneCoupe; wie Sie sie einrichten und wo der Link überall hingehört, steht im Leitfaden zur Online-Terminbuchung für Ihren Friseursalon. Hier geht es um den Schritt danach: aus einem Link eine Gewohnheit machen.

Warum Ihre Kundschaft weiter anruft und schreibt

Wer die Umgewöhnung plant, sollte zuerst verstehen, warum der alte Weg so hartnäckig ist. In Gesprächen mit Salons tauchen immer dieselben Gründe auf:

  • Gewohnheit. Die Kundin ruft seit zwölf Jahren an. Sie hat noch nie darüber nachgedacht, ob es anders geht, und ein Link in einer Bio, die sie nie anschaut, ändert daran nichts.
  • Beziehung. Viele Stammkundinnen kommen nicht "in den Salon", sondern "zu Sandra". Sie befürchten, online bei der falschen Person zu landen oder den vertrauten Kontakt zu verlieren.
  • Unsicherheit über die Leistung. "Brauche ich nur Ansatz oder doch die komplette Farbe?" ist eine echte Frage. Wer sie nicht beantworten kann, ruft lieber an, statt online etwas Falsches zu buchen.
  • Der Weg des geringsten Widerstands. Instagram ist offen, die Story des Salons läuft gerade, also tippt man die Frage in die Direktnachricht. Das ist für die Kundin bequem und für Sie Arbeit, die niemand sieht.

Die gute Nachricht steckt schon in dieser Liste: Keiner der Gründe ist ein Nein zur Online-Buchung. Alle vier lösen sich, wenn Sie Buchungsseite und Wunschmitarbeiterin verknüpfen, die Leistungen verständlich benennen und die Kundin im richtigen Moment einmal an die Hand nehmen.

Dass Online-Buchung in Friseursalons keine Nische ist, zeigt ein Beitrag des Branchenmagazins TOP HAIR aus dem Januar 2020 (geprüft am 29. Oktober 2026): Ein Salonunternehmer aus dem Kölner Raum berichtete dort von 26 bis 27 Prozent Online-Buchungen in seinen klassischen Salons und 35 bis 40 Prozent in seinem jüngeren Konzept, zwei Drittel der Online-Bucher waren unter 40, mit wachsendem Anteil der über 50-Jährigen. Interessant ist auch seine Beobachtung, dass die Ausfallquote bei telefonisch und online gebuchten Terminen etwa gleich hoch war. Die Zahlen sind Einzelfälle aus einem Unternehmen und einige Jahre alt, aber sie zeigen die Richtung: Ein Drittel der Buchungen online ist für einen gut aufgestellten Salon kein Traumwert, sondern Alltag.

Telefon, WhatsApp, Instagram: was jeder Kanal Sie wirklich kostet

Bevor Sie Kundinnen umgewöhnen, lohnt ein ehrlicher Blick darauf, was die drei alten Kanäle im Alltag anrichten. Nicht, um sie abzuschaffen, sondern um zu wissen, wo der Hebel am größten ist.

Kanal Was im Alltag passiert Typisches Risiko
Telefon Klingelt während der Behandlung, Rückruf nötig, Terminbuch oder Kalender muss neben dem Stuhl geöffnet werden Unterbrechung, verpasste Anrufe außerhalb der Öffnungszeiten, Kundin bucht beim nächsten Salon
WhatsApp Anfrage abends oder am Wochenende, Antwort am nächsten Tag, Termin wird im Chat ausgehandelt und muss von Hand übertragen werden Doppelbuchung, vergessener Eintrag, Kundendaten im privaten Handy, Datenschutzfragen (siehe unten)
Instagram-DM Anfrage als Reaktion auf eine Story, geht in der Flut der Nachrichten unter Unbeantwortete Terminwünsche, keine Bestätigung, kein Eintrag in der Kundenkartei

Der gemeinsame Nenner: Bei allen drei Kanälen entsteht der Termin im Kopf oder im Chat, und jemand muss ihn anschließend von Hand in den Kalender tragen. Jeder dieser Übertragungsschritte ist eine Gelegenheit für einen Fehler, und jeder Termin, der nur im Chatverlauf steht, erinnert niemanden, bestätigt nichts und taucht in keiner Kundenkartei auf. Wer das Papier-Terminbuch gerade erst durch einen digitalen Kalender ersetzt hat, kennt das Problem von der anderen Seite; wie Sie den Kalender zur einzigen Wahrheit im Salon machen, beschreibt der Beitrag zum Umstieg vom Papier-Terminbuch auf den digitalen Kalender.

Rechenbeispiel: was die Anfragen an Zeit kosten

Ein bewusst einfaches Beispiel, keine Statistik: Ein Salon mit drei Stylistinnen bekommt an einem normalen Tag 20 Anrufe und 10 Chat-Anfragen zu Terminen. Rechnet man pro Anruf zwei Minuten (abheben, Kalender öffnen, Termin finden, bestätigen, Hände wieder waschen) und pro Chat drei Minuten (lesen, Kalender prüfen, antworten, auf Rückantwort warten, eintragen), sind das 70 Minuten am Tag, an sechs Tagen also sieben Stunden pro Woche. Das ist keine verlorene Umsatzzeit im strengen Sinn, denn vieles passiert zwischendurch, aber es ist Aufmerksamkeit, die am Stuhl fehlt, und es ist die Zeit, in der Doppelbuchungen entstehen. Ob die Zahlen auf Ihren Salon passen, prüfen Sie am besten, indem Sie eine Woche lang Striche machen: pro Anruf, pro Chat. Die Liste ist später auch Ihr Maßstab für den Erfolg der Umgewöhnung.

WhatsApp im Friseursalon: was datenschutzrechtlich dahintersteckt

Dieser Abschnitt ist eine redaktionelle Einordnung für Salons in Deutschland und keine Rechtsberatung. WhatsApp ist in vielen Salons der bequemste Kanal, und genau deshalb lohnt ein nüchterner Blick auf die Pflichten, die er mit sich bringt.

Privates WhatsApp, Business App, Business Platform

Es gibt drei sehr unterschiedliche Varianten, die im Alltag oft in einen Topf geworfen werden:

  • Das private WhatsApp-Konto der Inhaberin oder einer Mitarbeiterin. Es ist für die private Nutzung gedacht, nicht für Geschäftskommunikation, und mischt Kundenkontakte mit dem privaten Adressbuch.
  • Die WhatsApp Business App, laut Meta "built with the small business owner in mind", mit Begrüßungs- und Abwesenheitsnachrichten (Produktseite von Meta, geprüft am 29. Oktober 2026). Das ist die Variante, die die meisten kleinen Salons meinen, wenn sie "WhatsApp Business" sagen.
  • Die WhatsApp Business Platform (API), von Meta als "enterprise-level WhatsApp APIs" beschrieben, in der Regel über einen Partner eingerichtet und mit kostenpflichtigen Nachrichten in Kategorien wie Marketing oder Service (Plattformseite von Meta, geprüft am 29. Oktober 2026). Das ist die Technik hinter den WhatsApp-Funktionen mancher Salonsoftware und für einen einzelnen Salon ohne Dienstleister praktisch nicht zugänglich.

Was die Datenschutzaufsicht dazu sagt

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) beantwortet in seinen FAQ (geprüft am 29. Oktober 2026) zwei Fragen, die direkt auf Salons passen. Zur Kommunikation innerhalb des Unternehmens heißt es, dass ein datenschutzkonformer Einsatz des Messengers "in der Regel nicht zu begründen" sei, unter anderem weil "weiterhin Metadaten zu den WhatsApp-Nachrichten in den USA verarbeitet werden" und Adressbuchdaten ohne Einwilligung der Betroffenen erhoben werden; empfohlen werden Alternativen wie Threema oder Signal. Zur Frage, ob Unternehmen ihren Kunden Kontakt über WhatsApp anbieten dürfen, verlangt das BayLDA, dass dem Unternehmen der datenschutzgerechte Einsatz "vor allem im Hinblick auf Adressbuchdaten" gelingt und dass den Kunden "jederzeit an gleichwertige andere Kontaktaufnahme zur Verfügung steht"; wegen fortbestehender Rechtsunsicherheit rät die Behörde generell dazu, Alternativen zu prüfen.

Für Ihren Salon heißt das übersetzt: Wer WhatsApp anbietet, trägt die Verantwortung dafür, dass keine Kontaktdaten Dritter ungefragt zu Meta wandern, und muss der Kundschaft immer einen gleichwertigen anderen Weg lassen. Eine Buchungsseite ist genau so ein Weg, und zwar einer, bei dem die Kundin selbst entscheidet, welche Daten sie eingibt.

Was Sie bei WhatsApp Business unterschreiben

Auch Meta selbst überträgt Ihnen die Verantwortung. In den Nutzungsbedingungen der WhatsApp Business App (WhatsApp Terms for WhatsApp Business App, gültig ab 23. September 2026, geprüft am 29. Oktober 2026) heißt es, das Unternehmen müsse "all necessary rights, consents, and permissions (for example, opt-in)" sichern, um Kundendaten zu teilen und die Kundschaft über WhatsApp zu kontaktieren. Vertragspartner für Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum ist WhatsApp Ireland Limited, und Sie erkennen an, Verantwortlicher ("Controller") zu sein, der WhatsApp als Auftragsverarbeiter beauftragt. Die zugehörigen WhatsApp Business Data Processing Terms (Stand 22. August 2025) nennen Unterauftragsverarbeiter, die unter anderem im EWR oder in den USA sitzen können.

Das ist nicht automatisch ein Ausschlusskriterium, aber es ist der Teil, der im Salonalltag fast immer fehlt: Eine Kundin, deren Nummer Sie aus dem Terminbuch ins Handy tippen und per WhatsApp anschreiben, hat Ihnen dafür in aller Regel nichts erlaubt. Wenn sie Ihnen selbst schreibt, ist die Lage anders, denn dann hat sie den Kanal gewählt; die Pflicht, in Ihrer Datenschutzerklärung über die Verarbeitung zu informieren, bleibt trotzdem (Art. 13 der Datenschutz-Grundverordnung, geprüft am 29. Oktober 2026).

Werbung per WhatsApp: dieselben Regeln wie bei E-Mail

Eine Terminbestätigung oder Erinnerung für einen Termin, den die Kundin selbst vereinbart hat, ist Vertragsdurchführung und keine Werbung. Sobald Sie per WhatsApp aber "Diese Woche 20 Prozent auf Pflegeprodukte" verschicken oder Kundinnen ungefragt an einen fälligen Farbtermin erinnern, den sie nicht gebucht haben, gilt § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG (geprüft am 29. Oktober 2026): Werbung "unter Verwendung elektronischer Post" braucht die vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten, und ein Messenger ist elektronische Post. Was eine Erinnerung von Werbung unterscheidet und wie Sie beides sauber trennen, behandelt der Artikel zu Terminerinnerungen im Friseursalon.

Wenn Sie WhatsApp trotzdem behalten: fünf Mindestregeln

Viele Salons werden WhatsApp nicht von heute auf morgen abschalten, und das verlangt auch niemand. Dann aber so:

  1. Ein Firmenhandy mit eigener Nummer, auf dem keine privaten Kontakte liegen und das nicht mit dem Adressbuch der Inhaberin synchronisiert wird.
  2. Nur antworten, nie ungefragt anschreiben. Wer Ihnen schreibt, hat den Kanal gewählt. Kundinnen, die Sie nur vom Telefon kennen, bekommen keine WhatsApp.
  3. Keine Behandlungsdaten im Chat. Farbrezeptur, Allergiehinweise, Fotos der Kundin gehören in die Kundenkartei, nicht in einen Chatverlauf auf einem Handy. Was dort erlaubt ist und wie lange es bleiben darf, erklärt der Beitrag zur DSGVO-konformen Kundenkartei.
  4. Datenschutzerklärung ergänzen um den Kanal WhatsApp, inklusive Hinweis auf Meta und die Verarbeitung außerhalb der EU.
  5. Chats regelmäßig löschen, sobald der Termin im Kalender steht. Der Kalender ist das Original, der Chat nur der Weg dorthin.

Und ein ehrliches Wort in eigener Sache: ViteUneCoupe hat keine WhatsApp-Integration und auch keine SMS-Funktion. Das Tool schickt Bestätigungen und Erinnerungen per E-Mail. Was es stattdessen tut, ist genau das, was dieser Artikel empfiehlt: Es gibt Ihnen einen Link, mit dem Sie jede WhatsApp-, Instagram- und Telefonanfrage in zehn Sekunden beantworten können, und die Kundin trägt ihre Daten selbst dort ein, wo sie hingehören.

Der Fehler, den fast alle Salons am Anfang machen: Sie beantworten die WhatsApp-Anfrage wie bisher ("Samstag 11 Uhr geht, ich trag dich ein") und wundern sich, dass sich nichts ändert. Natürlich ändert sich nichts: Die Kundin hat gerade gelernt, dass WhatsApp funktioniert.

Die Regel für die nächsten drei Monate lautet deshalb: Jede Anfrage bekommt den Link, und die Kundin bekommt trotzdem ihren Termin. Sie verweigern niemandem etwas. Sie zeigen nur bei jeder einzelnen Gelegenheit den neuen Weg und machen ihn so leicht, dass er beim nächsten Mal von selbst kommt. Nach drei bis fünf Wiederholungen bucht ein großer Teil der Kundschaft ohne Nachfrage selbst; wer es dann immer noch nicht will, darf weiter anrufen.

Damit das im Alltag klappt, brauchen alle im Team dieselben Formulierungen. Hier sind Vorlagen für jeden Kanal; passen Sie Ton und Anrede an Ihren Salon an (viele Salons duzen per WhatsApp und siezen am Telefon).

Am Telefon

Neukundin ruft an: "Gern, ich schaue sofort nach. Darf ich Ihnen gleich noch unseren Buchungslink per E-Mail schicken? Da sehen Sie beim nächsten Mal alle freien Zeiten selbst, auch abends, wenn wir schon zu haben." Dann den Termin am Telefon vergeben und direkt digital eintragen.

Stammkundin ruft an: "Frau Weber, ich trag Sie ein, wie immer bei Sandra. Übrigens: Wenn Sie mögen, können Sie das nächste Mal auch online buchen, da steht Sandra ganz oben mit ihren freien Terminen. Soll ich Ihnen den Link mit der Bestätigung schicken?" Kein Druck, nur ein Angebot, verbunden mit der Person, zu der sie kommt.

Anruf, während Sie Farbe auftragen: Hier hilft weniger ein Skript als eine Ansage auf dem Anrufbeantworter: "Wir haben gerade alle Hände voll. Termine buchen Sie rund um die Uhr unter [Ihre Buchungsadresse] oder hinterlassen Sie eine Nachricht, wir rufen zurück." Die Ansage arbeitet auch um 23 Uhr und am Montag.

Per WhatsApp

Legen Sie die Antwort als Textbaustein an (in der Business App als Begrüßungs- oder Abwesenheitsnachricht, oder einfach in den Notizen des Handys zum Kopieren):

"Hallo Lena, danke für deine Nachricht! Alle freien Termine siehst du hier und kannst direkt buchen: [Link]. Da ist auch gleich klar, ob Ansatz oder Komplettfarbe, und du bekommst sofort eine Bestätigung. Wenn du dir unsicher bist, welche Leistung passt, schreib mir kurz, dann helfe ich dir."

Der letzte Satz ist wichtig: Er fängt die echte Unsicherheit ab, ohne dass Sie den Termin selbst aushandeln. Wenn die Kundin trotzdem "Kannst du mich nicht einfach eintragen?" antwortet, tun Sie das, und zwar sofort digital, mit E-Mail-Adresse, damit die Bestätigung bei ihr landet. Beim nächsten Mal schicken Sie wieder den Link.

Per Instagram

Für Direktnachrichten gilt derselbe Baustein wie bei WhatsApp. Zusätzlich lohnt sich ein wiederkehrendes Story-Format, etwa jeden Freitag: ein kurzer Blick in den Kalender der nächsten Woche mit dem Hinweis "Buchen geht direkt über den Link in der Bio". Wer Stories mit Linksticker nutzt, legt den Buchungslink direkt in die Story. Das Ziel ist, dass die Kundin den Weg schon kennt, bevor sie eine Nachricht tippt.

An der Kasse

Der wirksamste Ort überhaupt, weil die Kundin zufrieden ist und ohnehin ihr Handy in der Hand hat: "Soll ich den nächsten Termin gleich eintragen, oder möchten Sie es einmal selbst ausprobieren? Dauert dreißig Sekunden, ich zeige es Ihnen." Ein QR-Code-Aufsteller an der Kasse macht aus dem Satz eine Handlung. Wer den Folgetermin direkt im Salon vereinbart, profitiert doppelt; warum dieser Handgriff so viel bringt, zeigt der Artikel zur Kundenbindung und Wiederbuchung im Friseursalon.

Stammkundinnen umgewöhnen, ohne sie zu verprellen

Stammkundschaft ist das Rückgrat Ihres Umsatzes, und die Sorge, sie mit "Buchen Sie doch online" zu vergraulen, ist berechtigt, wenn man es falsch macht. Richtig gemacht ist es das Gegenteil: ein Service, der ihr Zeit spart. Drei Gruppen brauchen drei verschiedene Ansätze.

Die Dauertermin-Kundin. Alle vier Wochen dienstags um 9 Uhr, seit Jahren. Diese Kundin muss gar nichts umstellen. Sie tragen ihre Termine für das nächste halbe Jahr selbst in den Kalender ein, mit ihrer E-Mail-Adresse, damit sie Bestätigung und Erinnerung bekommt. Sie merkt vom Umstieg nur, dass sie jetzt eine freundliche Mail vor dem Termin erhält. Online buchen soll sie erst, wenn sie einmal verschieben muss, und dann zeigen Sie ihr, dass sie das selbst kann.

Die Anruferin, die eigentlich online-affin ist. Sie bucht Urlaub, Bahntickets und Restaurants online, nur den Friseur nicht, weil es nie Thema war. Diese Gruppe ist am größten und am leichtesten: einmal am Telefon oder an der Kasse den Link anbieten, einmal gemeinsam die erste Buchung machen, fertig. Sagen Sie dabei den einen Satz, der zählt: "Da sehen Sie Sandras freie Zeiten sofort, ohne bei uns anrufen zu müssen." Der Vorteil für sie ist der Hebel, nicht der Vorteil für Sie.

Die Kundin, die sich mit dem Handy schwertut. Sie darf weiter anrufen, Punkt. Aber viele aus dieser Gruppe sind dankbar, wenn man es ihnen einmal in Ruhe zeigt, am Stuhl, während die Farbe einwirkt. Richten Sie mit ihr gemeinsam den nächsten Termin ein und speichern Sie den Link auf ihrem Startbildschirm. Wer es dann trotzdem lieber telefonisch macht, hat es wenigstens versucht, und niemand hat sich bedrängt gefühlt.

Zwei Dinge sollten Sie dabei nie tun: den Telefonkanal abschaffen oder Online-Bucher bevorzugen, etwa mit Rabatten. Ersteres verliert genau die treuesten Kundinnen, Letzteres bestraft sie. Die Umgewöhnung funktioniert über Bequemlichkeit und Wiederholung, nicht über Druck. Dasselbe gilt für die Laufkundschaft, die ohne Termin hereinschaut; wie Walk-ins und Online-Termine nebeneinander funktionieren, ist ein eigenes Thema.

Ein Fahrplan für die ersten acht Wochen

Woche Was passiert
1 Striche zählen: Anrufe und Chat-Anfragen pro Tag notieren. Textbausteine für Telefon, WhatsApp und Instagram im Team abstimmen. QR-Code an Kasse und Spiegel.
2 bis 3 Dauertermine der Stammkundschaft selbst eintragen, mit E-Mail-Adressen. Anrufbeantworter-Ansage mit Buchungsadresse aufnehmen.
2 bis 8 Jede Anfrage bekommt den Link und trotzdem den Termin. Jede Kundin an der Kasse bekommt das Angebot, den Folgetermin selbst zu buchen.
4 Erster Blick auf die Zahlen: Wie viele Termine kamen online, wie viele Anrufe weniger?
8 Zweite Zählung. Wer jetzt noch anruft, ruft aus Überzeugung an, und das ist in Ordnung.

Wer Stammkundinnen bisher über einen Marktplatz wie Treatwell buchen lässt, hat eine ähnliche, aber eigene Aufgabe: dieselben Kundinnen von der Plattform auf die eigene Buchungsseite zu holen. Was dabei zu beachten ist, steht im Vergleich Direktbuchung oder Plattform für den Friseursalon.

Woran Sie merken, dass es funktioniert

Drei Kennzahlen reichen, und zwei davon haben Sie nach der ersten Woche schon:

  • Anteil der Online-Buchungen an allen Terminen. Ihr Buchungssystem zeigt ihn, oder Sie zählen am Monatsende. Steigt er Monat für Monat, läuft die Umgewöhnung.
  • Anrufe und Chat-Anfragen pro Tag, gezählt mit Strichliste in Woche 1, 4 und 8. Diese Zahl sollte sinken, auch wenn sie nie null wird.
  • Bestätigungsquote: Wie viele Termine haben eine E-Mail-Adresse und damit eine Bestätigung und Erinnerung? Je höher, desto weniger vergessene Termine.

Ein Hinweis zur Erwartung: Ein Drittel Online-Buchungen wie in dem oben zitierten Beispiel ist für viele Salons nach einigen Monaten erreichbar, mehr als die Hälfte nur mit junger Kundschaft. Das Ziel ist nicht hundert Prozent, sondern ein Telefon, das nicht mehr jede Behandlung unterbricht.

Was ViteUneCoupe bei der Umgewöhnung leistet, und was nicht

ViteUneCoupe ist ein Terminbuchungstool für Friseursalons eines französischen Anbieters, auf Deutsch verfügbar. Es ersetzt keine Kasse, keine Lagerverwaltung und kein Messenger-Marketing. Konkret für dieses Thema:

  • Was es tut: Die kostenlose Version gibt Ihnen eine eigene Buchungsseite mit unbegrenzten Online-Buchungen und dauerhaft 0 % Provision, einen Leistungskatalog mit Dauer und Preis, Mitarbeiterplanung mit Wunschmitarbeiterin, Kundenkartei und Kalender. Der Link zur Buchungsseite ist das Werkzeug für jede Antwort am Telefon, per WhatsApp und auf Instagram. Telefonisch vereinbarte Termine tragen Sie in denselben Kalender ein, sodass alle Kanäle in einer Ansicht zusammenlaufen.
  • Was im Standard-Tarif dazukommt (29 € zzgl. MwSt. pro Monat, monatlich kündbar): automatische Bestätigungs-, Erinnerungs- und Dankes-E-Mails sowie Kalender-Synchronisation per ICS. Die Dankes-E-Mail nach dem Besuch ist nebenbei die natürlichste Stelle, den Buchungslink für das nächste Mal zu platzieren.
  • Was es nicht gibt: keine WhatsApp-Integration, keine SMS, keine automatischen Antworten in Instagram, keine Warteliste. Wer WhatsApp-Erinnerungen aus der Software heraus verschicken will, braucht einen anderen Anbieter und sollte dort die Datenschutzfragen aus diesem Artikel stellen.
  • Angekündigt, noch nicht verfügbar: ein Anti-No-Show-Schutz über die Hinterlegung der Bankkarte im Tarif Standard + Anti No-Show für 49 € zzgl. MwSt. pro Monat.

Häufig gestellte Fragen

Wie bringe ich meine Stammkunden dazu, online zu buchen?

Nicht durch Druck, sondern durch Wiederholung: Bei jeder Anfrage per Telefon, WhatsApp oder Instagram den Buchungslink anbieten und den Termin trotzdem vergeben, an der Kasse einmal gemeinsam die erste Buchung machen, Dauertermine selbst eintragen. Entscheidend ist der Vorteil aus Sicht der Kundin: Sie sieht die freien Zeiten ihrer Wunschmitarbeiterin sofort, auch abends.

Darf ich als Friseursalon Termine per WhatsApp vereinbaren?

Verboten ist es nicht, aber die Hürden sind höher, als die meisten denken: Das BayLDA hält den Einsatz von WhatsApp im Unternehmen wegen der Metadaten-Verarbeitung in den USA und des Adressbuchzugriffs in der Regel für nicht datenschutzkonform begründbar und verlangt, dass Kundinnen immer ein gleichwertiger anderer Kontaktweg offensteht. Wer WhatsApp behält, sollte ein Firmenhandy ohne Adressbuchabgleich nutzen, nur antworten statt ungefragt anzuschreiben, keine Behandlungsdaten im Chat speichern und die Datenschutzerklärung ergänzen. Das ist eine redaktionelle Einordnung, keine Rechtsberatung.

Soll ich Telefonanrufe für Terminbuchungen ganz abschaffen?

Nein. Das Telefon ist für einen Teil der treuesten Kundschaft der einzige Weg, und ein Salon, der nicht mehr erreichbar ist, verliert genau diese Kundinnen. Das Ziel ist, dass das Telefon seltener klingelt, nicht dass es verstummt. Eine Ansage mit der Buchungsadresse außerhalb der Öffnungszeiten erledigt einen Großteil der Arbeit.

Was antworte ich auf eine Terminanfrage per Instagram?

Kurz, freundlich, mit Link: Danke für die Nachricht, alle freien Termine stehen unter dem Link in der Bio, dort kommt sofort eine Bestätigung, und bei Unsicherheit über die passende Leistung hilft eine kurze Rückfrage. Legen Sie den Text als Baustein an, damit das ganze Team gleich antwortet, und tragen Sie Termine, die doch im Chat entstehen, sofort digital ein.

Wie lange dauert es, bis die Kundschaft umgestellt hat?

Rechnen Sie mit zwei bis drei Monaten, bis ein spürbarer Teil der Kundschaft von selbst online bucht, denn die meisten Kundinnen kommen alle vier bis acht Wochen und brauchen zwei bis drei Besuche, um den neuen Weg zu verinnerlichen. Ein Teil wird dauerhaft anrufen, und das ist in Ordnung.

Bietet ViteUneCoupe WhatsApp-Erinnerungen oder eine WhatsApp-Integration an?

Nein, in keinem Tarif, und auch keine SMS. ViteUneCoupe verschickt Bestätigungen, Erinnerungen und Dankesnachrichten per E-Mail (Standard-Tarif, 29 € zzgl. MwSt. pro Monat, monatlich kündbar). Die kostenlose Buchungsseite mit 0 % Provision ist das Werkzeug, mit dem Sie WhatsApp- und Instagram-Anfragen beantworten, statt Termine im Chat auszuhandeln.

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